Freitag, 23. Februar 2018

09. Februar 2018 06:55 Uhr

Grippewelle 2018

Ein Drittel mehr Erkrankungen - In der Region grassiert die Grippe

Im Landkreis Donau-Ries sind heuer bislang 43 Influenzafälle verzeichnet. Das sind jetzt schon mehr als von Januar bis März 2017. Manchen Schulen kommen die Ferien nun gerade recht.

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Im Landkreis Donau-Ries sind in diesem Jahr bereits 43 Fälle der „echten Grippe“ gemeldet worden. Das ist ein Drittel mehr als zwischen März und Januar 2017.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolfoto)

„Zum Glück sind nächste Woche Ferien“, sagt Renate Heinrich. Damit meint die Leiterin des Staatlichen Schulamts im Landkreis Donau-Ries, das für alle Grund- und Mittelschulen in der Region zuständig ist, allerdings in erster Linie nicht, dass dann etwa Zeit zum Ausruhen oder für einen Skiurlaub bleibt. Vielmehr hofft sie auf eine Entspannung der aktuellen Situation in den Klassenzimmern. Denn: „Derzeit sind wirklich viele Kinder und auch Lehrer krank“, weiß Heinrich. Grippewelle im Februar: Sechsjähriger Junge gestorben

Die Schulamtsdirektorin spricht von einer „Hochphase“. Betroffen seien derzeit vor allem Einrichtungen im Ries, im südlichen Landkreis sei die Lage noch etwas besser. Das größte Problem dabei ist, dass sich die Zahlen durch gegenseitige Ansteckungen nach oben gehen. Es sei durchaus schon vorgekommen, dass in einer Klasse bis zu zehn Schüler aus gesundheitlichen Gründen gefehlt haben. Bei den Lehrern gab und gibt es ebenfalls viele Ausfälle. Am Donnerstag war im Kreis Dillingen eine Seniorin an den Folgen der Grippe gestorben

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Faschingsferien kommen für die Schulen zur rechten Zeit

„Die Schulen rufen dann bei uns an, melden den oder die Kollegen krank und hoffen, dass mobile Reserven verfügbar sind“, schildert Heinrich das Prozedere. In der Region gebe es viele kleine Schulen – fehlen zwei Kollegen, könne dies bisweilen die halbe Belegschaft sein. „Dennoch gelingt es, dass der Schulbetrieb weiter läuft“, so Heinrich. Bei den Krankheiten handelt es sich ihrer Kenntnis nach aber überwiegend um grippale Infekte oder Erkältungen, „das ist oft nach drei bis vier Tagen wieder vorbei“. Heinrich ist im Landkreis nur ein Fall bekannt, bei dem es einen Lehrer mit der „echten Grippe“ (Influenza) – diese ist meldepflichtig – erwischt hat. Das habe man auch an das Kultusministerium weitergegeben, das deswegen ebenfalls angefragt hat, berichtet die Schulamtsdirektorin.

Im Landkreis, wie in Deutschland generell, ist seit etwa drei Wochen ein deutlicher Anstieg von Influenzafällen zu verzeichnen, wie vom Fachbereich Gesundheitswesen am Landratsamt in Donauwörth zu erfahren ist. „Wir befinden uns derzeit im typischen Zeitfenster für die saisonale Influenzawelle“, erklärt Dr. Raffaella Hesse, Stellvertretende Leiterin des Bereichs Humanmedizin am Landratsamt. Seit Jahresbeginn habe es im Donau-Ries-Kreis schon fast ein Drittel mehr gemeldete Fälle (43) gegeben, als im Zeitraum von Januar bis März 2017 insgesamt verzeichnet wurden (34). Auch im Vergleich zu den beiden Jahren davor liegen die Erkrankungszahlen 2018 höher.

Grippewelle dauert noch etwa sechs bis acht Wochen

Dem Gesundheitsamt müsse aber nur ein direkter Erregernachweis gemeldet werden, sagt Hesse hinsichtlich der möglicherweise deutlich höheren Dunkelziffer. Gleichzeitig werde durch die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut neben den nachgewiesenen Influenzafällen auch über sogenannte „Sentinel-Praxen“ – diese machen bei einer bundesweiten, anonymen Erhebung mit – die Aktivität aller akuten Atemwegserkrankungen überwacht, sodass über diese beiden Wege Rückschlüsse auf die reale Gesamtaktivität der Influenza gezogen werden können. Ob der Höhepunkt schon erreicht ist, könne man also derzeit noch nicht sagen, betont Hesse. Es sei generell davon auszugehen, dass die Grippewelle noch etwa sechs bis acht Wochen anhalten wird, sodass momentan noch keine endgültige Aussage zum Gesamtverlauf getroffen werden kann.

Um einer Infektion vorzubeugen, rät die Ärztin eine ausreichende Händehygiene sowie das Meiden großer Menschenansammlungen. Der beste spezielle Schutz sei aber die Influenzaimpfung. Allerdings wirke diese nicht immer gleich gut, „deshalb kann es auch trotz Impfung zu einer Erkrankung kommen“.

Grippe: Ansteckungsgefahr bei Faschingsveranstaltungen

Gerade im Faschingsendspurt mit den bevorstehenden Umzügen oder dem Tandlerfasching in Donauwörth aber tummeln sich viele Personen auf engem Raum. Wer bereits erkrankt ist, sollte laut Hesse beim Husten oder Niesen ein Mindestabstand von einem Meter zu anderen Personen einhalten. „Neben dem Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge sollte man sich zudem wegdrehen.“ Erkrankte sollten außerdem ihre Kontakte auf das Nötigste beschränken, insbesondere wenn es sich dabei um Personen aus Risikogruppen handelt.

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Ein Artikel von
Manuel Wenzel

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Donauwörth

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