Niederschönenfeld Schon zum 18. Male brachten Mitglieder des Rotary Clubs Nördlingen prallvoll gefüllte und liebevoll verpackte Weihnachtspakete im Wert von je 35 Euro in die Justizvollzugsanstalt Niederschönenfeld. Sie sollten Gefangene erfreuen, die entweder keine Angehörige mehr haben oder die von ihren Verwandten keine finanzielle Zuwendung für einen Weihnachtseinkauf bekommen.

Jahrelanges Engagement gelobt
Stellvertretender Anstaltsleiter Regierungsdirektor Ernst Meier-Lämmermann, Oberamtsrat Werner Stapf und Inspektor Norbert Mayr, Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes, begrüßten im Konferenzzimmer die Repräsentanten des Rotary-Clubs Nördlingen, nämlich Rotary-Präsident Manfred Fink, Aktionsbeauftragten Leonhard Dunstheimer, Ulrike Eidam, Wilhelm Fischer und Dr. Hans-Karl Müller. Der stellvertretende Anstaltsleiter betonte: "Sie machen seit vielen Jahren einigen Gefangenen eine riesige Freude. Ihr Engagement ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Im Namen der Personen, die beschenkt werden, sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank für diese honorige Geste!"
Zurzeit würden in der JVA Niederschönenfeld 282 Gefangene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren betreut. Die Verweildauer betrage zwischen 18 Monaten und vier Jahren. Viele stammten aus zerrütteten Familien, etliche seien "komplett mittellos". Rund 80 Prozent der Gefangenen seien "in Arbeit", etliche davon nähmen das Angebot "Gesellenausbildung und -prüfung" wahr. Vor allem handwerkliche Berufe könnten "hinter unseren Gefängnismauern" erlernt werden.
Leonhard Dunstheimer, der vor 18 Jahren den Rotary Club Nördlingen für die Weihnachtspaketaktion begeistern konnte und seitdem als ehrenamtlicher Schuldnerberater in der JVA Niederschönenfeld tätig ist, berichtete ergänzend dazu, dass Gefangene ihm voller Stolz erzählten, dass sie jetzt eine Berufsausbildung absolvierten. Dies sei für einen guten Start an einer Arbeitsstelle eine wichtige Vorbedingung, bekundeten alle.
"Immerhin schaffen es zwei Drittel unserer Gefangenen nach ihrer Entlassung, nicht wieder straffällig zu werden", betonte Ernst Meier-Lämmermann. Es sei zu hoffen, dass mit dieser weihnachtlichen Paketaktion, mit diesem "Handreichen von außen", der eine oder andere Gefangene nachdenklich werde und sich vornehme, künftig ein "normales" Leben ohne Abdriften in die Kriminalität zu führen.
Werner Stapf ergänzte, dass mit den Paketen das Gefühl vermittelt werde, "dass es Leute gibt, die uns nicht vergessen." Er werde, wie jedes Jahr, die Dankschreiben der jungen Gefangenen sammeln und diese dann dem Rotary-Club zusenden.
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