Dienstag, 25. April 2017

27. Januar 2017 20:00 Uhr

Kissing

Auf dem Dach steht das Wasser

Urheberrecht und Brandschutz: Bei der Sanierung der Paartalhalle kommen schwierige Fragen auf Kissing zu.

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Die Dachsanierung der Paartalhalle wird für die Gemeinde Kissing eine noch größere Herausforderung als bisher angenommen. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats stellte der Architekt Peter Wossnig den aktuellen Stand vor und zeigte mehrere Knackpunkte auf. Wie berichtet, soll die Sporthalle für die Arbeiten von Ende Mai bis Mitte September gesperrt werden. Sie wird vor allem von den Schulen und zahlreichen Vereinen genutzt.

Der Kissinger Architekt hofft, dass es einen milden Sommer mit wenig Regen gibt, damit der Zeitplan eingehalten werden kann. „Wir brauchen gutes Wetter.“

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Bei der Untersuchung des Daches wunderten er und seine Mitarbeiter sich darüber, dass stets so viel Wasser dort steht. Laut Wossnig sind die Abläufe an den falschen Stellen angebracht. In Zukunft soll das Wasser daher durch ein Gefälle besser geleitet werden. Zudem werden zwei zusätzliche Notabläufe errichtet. Bei Bohrungen stellte Wossnig außerdem fest, dass sich die Dämmung ablöst. Sie sei nicht richtig verklebt worden. „Wir müssen alles bis auf das Rohdach runterreißen“, sagte er.

Ein weiteres Problem: Es gibt Unsicherheiten im Hinblick auf den Urheberschutz. Inzwischen hat sich der Architekt des Münchener Büros Bühler und Bühler zu Wort gemeldet, nach dessen Plan die Halle vor etwa 20 Jahren errichtet wurde. Bei einem Gespräch im Rathaus sprach er sich dafür aus, die Veränderungen bei der Sanierung des Daches anders zu lösen. Über ein weiteres Büro ließ er Wossnig Vorschläge zukommen. Der Kissinger Architekt präsentierte sie während der Gemeinderatssitzung. Wossnig betonte, dass das Büro mehrere wichtige Details nicht beachtet habe und teilweise auf schlechte Dämmstoffe setze. Sein Fazit: „So können wir das nicht machen.“ Er habe das auch in einem Brief an das Büro mitgeteilt, aber bisher keine Antwort erhalten.

Wossnig sieht aber noch eine kritische Frage auf die Gemeinde zukommen: den Brandschutz. Wenn sich im Jahr bei mehr als zehn Veranstaltungen in der Sporthalle deutlich mehr als 200 Leute aufhalten, gelte die Versammlungsstättenverordnung. In diesem Fall dürften bei der neuen Dämmung keine brennbaren Materialien verwendet werden, was eine deutliche Erhöhung der Kosten zur Folge hätte. Noch gebe es keine Erhebung darüber, an wie vielen Tagen entsprechende Großveranstaltungen in der Halle stattfinden. Wossnig deutete zudem an, dass es „Verhandlungspotenzial“ mit dem Landratsamt gebe. Eventuell ließe sich durch „Kompensationsmaßnahmen“ eine andere Regelung finden. Am Dienstag kommender Woche steht ein Treffen mit einem Brandschutzgutachter an.

Kissings Bürgermeister Manfred Wolf betonte, dass die Sanierung Ende Januar ausgeschrieben werden müsse, um den genannten Zeitplan einzuhalten. Der Rathauschef sagte: „Wir haben das mit der Schule und den Vereinen alles abgesprochen.“ Die Gemeinde rechnet mit Kosten von etwa 1,2 Millionen Euro, wobei wohl eine Förderung von 400000 Euro fließen wird. Katrin Müllegger-Steiger (Grüne) fragte, wie sich ein verregneter Sommer auswirken würde? Wossning erklärte, dass die Planung einen Puffer von drei Wochen vorsehe. Sie sprach sich dafür aus, zeitnah auszuschreiben. Zu Wossning sagte sie: „Ich muss ihnen da jetzt vertrauen. Ich muss ihnen das jetzt glauben.“ Roland Kraus (SPD) sprach von „Hiobsbotschaften“, die der Architekt überbringe. Im Hinblick auf die Vereine und den Schulsport plädierte er aber auch dafür, das Projekt so schnell wie möglich auszuschreiben. Franz-Xaver Sedlmeyr und Andreas Offner von der CSU äußerten beide Bedenken hinsichtlich des Urheberrechts.

Wolf sagte, dass es keinen Sinn habe, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. „Wir sollten uns nicht nervös machen lassen, sondern voller Vertrauen den Beschluss fassen.“ Am Ende entschied der Gemeinderat, die Sanierungsarbeiten nach der von Wossnig vorgestellten Planung auszuschreiben. Nur Michael Eder (CSU) stimmte dagegen. Er hatte zuvor eine Sitzungsunterbrechung gefordert, um sich mit seinen Fraktionskollegen zu beraten. Das war von einer knappen Mehrheit abgelehnt worden.

Gleich danach beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Beleuchtung der Paartalhalle im Zuge der Dachsanierung zu erneuern. Grob geschätzt wird die LED-Technik 147000 Euro kosten. Es gibt aber ein Förderprogramm, in dessen Rahmen sich Kissing einen Zuschuss von 40 Prozent erhofft.

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Ein Artikel von
Philipp Schröders

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