"Wir kriegen die Nordumgehung hin" - Dieses Versprechen gab Staatssekretär Mücke bei seinem Besuch in Friedberg. Er sieht aber keine reelle Chance, den Verkehr von der B300 auf die Autobahn zu verlagern. Von Thomas Gossner

Ortstermin an der Joseph-Hohenbleicher-Straße: Fast im Sekundentakt donnern die Lastwagen vorbei, beinahe versteht man sein eigenes Wort nicht. Doch die Botschaft, die Jan Mücke verkündet, ist klar.
Der Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium sieht keine reelle Chance, den Durchgangsverkehr von der Bundesstraße auf die Autobahn zu bringen und den lärmgeplagten Anwohnern in Friedberg auf diese simple Weise Entlastung zu verschaffen.
Das schlagen bekanntlich die Gegner der Nordumfahrung als schnelle und kostengünstige Lösung des Problems vor. "Wenn das richtig wäre, würde der ganze Schwerlastverkehr schon jetzt dort fahren. Das tut er aber nicht", stellte Mücke mit Blick auf die Brummikolonne fest.
Karl Ketterl, der Vorsitzende der Pius-Häusler-Siedlung, hatte von Mücke Auskunft erbeten, ob die A8 tatsächlich als "große" Friedberger Nordumgehung betrachtet und die B300 zurückgebaut werden könne, wie es Grüne und CSU befürworten. Solche Fälle habe es schon gegeben, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag bei seinem Besuch im Landkreis Aichach-Friedberg. Auf die B300 ist das aus seiner Sicht aber kaum anzuwenden.
Die aktuelle Verkehrszählung habe gezeigt, dass es durch den Bau der neuen Kreisstraße AIC25 nicht zu der erwarteten Entlastung gekommen sei. Auch 2. Bürgermeister Roland Fuchs (SPD) betonte, dass es bislang keinen Beweis für die Behauptung gebe, die A8 ziehe Verkehr von der B300 ab.
Den Bau einer Umgehung hält Staatssekretär Mücke für gerechtfertigt. "Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das hinbekommen." Entscheidend sei, dass sie Region geschlossen zu dem Projekt stehe - auch wenn das Ministerium keinen Wert darauf lege, dass auch noch der letzte Stadtrat zustimme. Er nehme jedenfalls den Eindruck mit, dass die überwiegende Zahl der Bürger diese Straße möchte.
Nach der Sommerpause wird sich der Stadtrat wieder mit dem Thema befassen. Das Staatliche Bauamt empfiehlt, die Notwendigkeit der Umgehung nochmals mit einer klaren politischen Willensbekundung zu unterstützen. Doch inzwischen sind wohl nur noch SPD/Parteifreie voll überzeugt. Von Thomas Gossner
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