Sonntag, 19. November 2017

02. Mai 2017 05:26 Uhr

Ehrenamt

Damit Nachbarn in Friedberg einander helfen

Zwei neue Koordinatorinnen wollen das Bürgernetz voranbringen. Ihr Augenmerk liegt auf Senioren, Lesen, Bewegung – und den Friedberger Stadtteilen. Was ist genau geplant?

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Die neuen Koordinatorinnen für das Friedberger Bürgernetz: Jeanne Graf de Vergara (links) und Christine Brookmann.

 Da ist die alte Frau, die ihr Haus kaum noch verlassen kann. Sie fühlt sich einsam. In Situationen wie ihrer kann das Friedberger Bürgernetz helfen: Eine Ehrenamtliche besucht die Seniorin, trinkt Kaffee mit ihr, redet, erkundigt sich, ob sie noch andere Hilfe braucht – zum Beispiel jemanden, der mal etwas repariert. Das ist die klassische Nachbarschaftshilfe, die beim Friedberger Bürgernetz einen organisatorischen Rahmen bekommt.

Zwei neue Koordinatorinnen beim Bürgernetz

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Seit Kurzem hat das Netzwerk, das unter dem Dach der Caritas angesiedelt ist, neue Koordinatorinnen. Christine Brookmann und Jeanne Graf de Vergara haben zusammen mit den engagierten Bürgern einige Ideen, wie sich das Netzwerk weiterentwickeln kann.

Vor drei Jahren gegründet, umfasst es drei Bereiche: Nachbarschaftshilfe, Projekte und Veranstaltungen. Das Spektrum reicht von den Montagssängern, die gemeinsam musizieren, über das Repair-Café, bei dem man kaputte Geräte repariert, bis zu Gedächtnistraining. Zielgruppe ist momentan vor allem die Generation 60 plus: „Junge Alte“ finden Beschäftigungsfelder, organisieren Veranstaltungen, können aber auch Älteren helfen, die bereits gebrechlich sind. Ziel ist es, sie aus der Isolation zu erholen, ihnen die Lebensqualität in den eigenen vier Wänden zu erhalten und Angehörige zu entlasten.

Dies kann mit Einkaufshilfen oder Fahrdiensten passieren. Die Koordinatorinnen wissen: „Angesichts des demografischen Wandels ist der Bedarf an solchen Angeboten groß. Der Schwerpunkt liegt auf Senioren, doch es geht auch um generationsübergreifendes Lernen.“ So helfen Schüler Älteren, mit Computer oder Handy klarzukommen.

80 Personen machen mit

Graf und Brookmann wollen die Nachbarschaftshilfe ausbauen. Die Bereitschaft der Friedberger sei groß, haben sie bereits erfahren. Bislang gibt es einen festen Stamm von rund 80 Personen, aber weit mehr, die sie bei Bedarf anrufen können. Die Frauen bringen Erfahrung in ihre Position mit. Sie teilen sich eine Stelle und treten gegenüber den Ehrenamtlichen als Berater auf. Ihr Vorgänger Daniel Pain wechselte zur Caritas. Weil die Arbeit immer mehr wurde, wurde die Koordination zu einer Vollzeitstelle ausgebaut.

Brookmann ist 14 Stunden in der Woche für Nachbarschaftshilfe zuständig. Die Friedbergerin studierte Sonderpädagogik und arbeitete zuletzt zweieinhalb Jahre in einer Behinderten-Wohngruppe. Die 39-Jährige ist selber engagiert, nämlich in einer Eltern-Kind-Initiative. Jeanne Graf de Vergara ist 55 Jahre alt und arbeitete 18 Jahre als Bildungsreferentin im Sportverband DJK. Sie ist gelernte Altenpflegerin, systemische Beraterin und Qigong-Lehrerin. 25 Stunden in der Woche ist sie beim Bürgernetz für Veranstaltungen und Projekte zuständig.

Afghanisch kochen und Kräuter kennen lernen

Einige Ideen werden bald schon umgesetzt. So finden im Juni erstmals ein afghanischer Kochkurs, aber auch eine Kräuterwanderung mit dem Apotheker Hannes Proeller statt. Für Senioren sind die „Leseherzen“ gedacht, eine Idee der Literaturfreunde Wolfram Grzabka und Gabriela Palm (Bücherschrank). Hier werden Ehrenamtliche alte Menschen besuchen und ihnen vorlesen – aus der Tageszeitung oder einem Roman. Es haben sich schon Helfer gemeldet, weitere werden gesucht. Ab Herbst möchte Graf eine „bewegte Mittagspause“ an einem möglichst zentralen Ort anbieten. Hier wie bei anderen Projekten möchte das Bürgernetz mehr mit anderen kooperieren, seien es Sportvereine oder das Jugendzentrum. Auch die Stadtteile wollen die Koordinatorinnen stärker in den Blick nehmen, vor allem was Veranstaltungen angeht. Die Nachbarschaftshilfe funktioniere dort noch, meinen sie. Sie sind auch offen für die Anregungen der Ehrenamtlichen. So schlug eine Frau unlängst vor, eine Rentnerband zu gründen. Auch die könnte es in Friedberg also bald geben.

Kontaktzum Bürgernetz

Sozialstation in der Hermann-Löns-Straße, 0821/2689129, info@buergernetz-friedberg.de

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Schlagworte

Friedberg | Caritas

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Ein Artikel von
Ute Krogull

Friedberger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Friedberg


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