Samstag, 25. November 2017

26. Dezember 2016 20:11 Uhr

Aktion

Wie die Friedberger Bücher aus Kisten tauschen

Wolfram Grzabka liebt Literatur. Mit einem ungewöhnlichen Projekt verteilt er sie jetzt in der ganzen Stadt

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Sein Haus steckt voller Bücher und sein Kopf voller Ideen: Wolfram Grzabka hat in Friedberg nach dem Bücherschrank nun auch zehn Kisten verteilt, aus denen sich die Lesefreunde bedienen können – zum zeitweisen Lesen im Café oder zum Tauschen.

Was gibt es Schöneres als jetzt, wenn es draußen dunkel ist und drinnen die weihnachtlichen Lichter glänzen sich auf dem Sofa einzukuscheln und ein gutes Buch zu lesen? Viele werden das über die Feiertage tun - schließlich sind Bücher beliebte Geschenke. Man kann aber auch anders an Lesestoff kommen: Bücherschränke erfreuen sich steigender Beliebtheit, jetzt kommen Bücherkisten dazu.

Bücherschränke gibt es in der Region einige, zum Beispiel im Augsburger Hofgarten. Vor einem Jahr spendierte auch ein Friedberger seiner Stadt ein solches „öffentliches Möbel“, in dem jeder tauschen, schmökern und ausleihen darf: Wolfram Grzabka. Der Literaturfreund verzichtete damals auf ein Fest zum 25-jährigen Bestehen seiner Werbeagentur grzabka creative und stiftete lieber den Schrank, der nun vor der Stadtpfarrkirche St. Jakob zwischen zwei Cafés steht. Nun setzt er das Projekt fort.

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In Praxen und Lokalen

Denn der Bücherschrank bekommt „Nachwuchs“ in Form von zehn kleinen grauen Bücherkisten, die Grzabka mit jeweils zehn Bänden spannender Startlektüre bestückt hat. Auf Aufrufe hin meldeten sich in Windeseile gleich mehrere Cafés, Praxen und Läden, die die Boxen aufstellten. Grzabka hatte dabei nur eine Vorgabe: „Es sollen Orte sein, an denen die Menschen auch ein bisschen verweilen.“

Er freut sich über den Erfolg seiner Projekte. Der Durchlauf im Bücherschrank an dem belebten Ort sei groß, binnen weniger Wochen würden die Werke ausgetauscht. Wer ein Buch mitnimmt, stellt ein neues rein. Oder liest es und bringt es zurück. Ihm ist wichtig, dass sich darin nicht „Schrott“ ansammelt. Vielmehr finden sich immer wieder Erstausgaben, auch Hardcover, halbwegs aktuelle Krimis und ähnliches. Neben Grzabka kümmern sich zwei Mitglieder der Freiwilligenorganisation Bürgernetz Friedberg um den Schrank. Er selber hat eine Facebook-Gruppe namens Literaturfreunde Friedberg mit inzwischen über 200 Mitgliedern ins Leben gerufen. Wenn er dort ein neues Werk bespricht – unlängst etwa den Krimi „Alt aber Polt“ von Alfred Komarek – kommt es daraufhin sofort in den Bücherschrank. Immer wieder haben Lesefans um einen zweiten Schrank gebeten. Der war Grzabka mit 5000 Euro aber zu teuer, so dass er sich für die Kisten entschied. Buchhandlungen sehen dies wohl nicht als Konkurrenz. Die Buchhandlung lesenswert! in Friedberg, die zur Augsburger Taschenbuchladen Krüger gehört, hat jedenfalls ein Set für eine Kiste gestiftet.

Viele weitere Ideen

Grzabka hat aber noch andere Ideen: „Fünf Orte – fünf Bücher“ lautete unlängst das Motto der ersten „LiteraTour“ durch Friedberg. Die Veranstaltung war ein Geburtstagsgeschenk zum „Einjährigen“ des Bücherschranks. Über 50 Menschen nahmen das kostenlose Angebot wahr. Der Augsburger Schauspieler Christian Beier trug Ausschnitte aus Büchern an Orten vor, zu denen sie thematisch passten, so vor dem Küchenfenster des Zieglerbräu „Der Koch“ von Martin Suter. Es soll nicht die letzte Aktion bleiben, verspricht Grzabka. Denn der 61-Jährige hat für das kommende Jahr einiges vor. Wie man für Literatur wirbt, weiß er schon von Berufs wegen.

Der gebürtige Westfale machte sich nach Stationen im Journalismus und beim Stadtjugendring Augsburg 1990 in Augsburg selbstständig mit einer Werbeagentur. Begonnen hatte er mit der Öffentlichkeitsarbeit für eine Öko-Firma im Bau- und Wohnbereich. Bald entwickelte sich daraus eine mittelgroße Full-Service-Agentur. 2003 entschloss er sich, diese zu verkleinern. Er wollte einfach mehr Zeit für sich und seine Interessen haben. Zeitgenössische bildende Kunst spielt da eine Hauptrolle. Vor zehn Jahren zog er in ein Altstadthaus am Friedberger Berg, wo er zusammen mit seiner Frau Gabriela Palm wohnt und arbeitet. Umgeben von Kunst – und Büchern natürlich. 

Standorte 

Augsburg Hofgarten

Friedberg Ludwigstraße vor der Stadtpfarrkirche Sankt Jakob

Leitershofen Brunnenplatz

Gessertshausen Raiffeisenbank, Leseregal

Emersacker Bis Ende des Jahres geschlossen. Ab 2. Januar Montag von 10 bis 12 Uhr und Mittwoch von 17.30 bis 19.30 Uhr im Schloss

Königsbrunn Im „Lesepark“ beim Mercateum und Infopavillon 955 (von Pfingsten bis in den Herbst)

Altstadtcafé Weißgerber, Ludwigstraße, Bäckerei Geppert, Ottmaring, Edeka Wollny, Bozener Straße, Finanz- und Gesundheitszentrum, Sparkassenplatz, Friseur Raphael, Bauernbräustraße, Gasthof Zur Linde, Münchner Straße, Klaus Koppenhagen Physiotherapie, Bauernbräustraße, Kniess Eisenhandlung, Marquardtstraße, Notare Deutrich und Dr. Ihrig, Ludwigstraße, PatchWork Haus für Handarbeit, Bauernbräustraße

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Ein Artikel von
Ute Krogull

Friedberger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Friedberg


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