Sonntag, 29. Mai 2016

05. Juni 2015 06:40 Uhr

Osttangente

Wie konkret sind die Pläne für die Verbindung zwischen A8 und B17?

Eine mögliche Verbindung zwischen der Autobahn und der B17 ist heiß umstritten. Doch wie konkret sind die Pläne für die vierspurige Osttangente eigentlich schon?

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Stephan Garbsch, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt Augsburg, ist derzeit ein begehrter Gesprächspartner. Abgeordnete suchen ihn auf, Bürgermeister wollen Aufklärung, Interessensgruppen geben sich die Klinke in die Hand. Alles dreht sich um eine Linie, die das Bauamt im Herbst 2012 in eine Landkarte zeichnen ließ. Eine Linie, für die es einen Vorgänger im Bedarfsplan für Fernstraßen schon seit dem Jahr 1985 gibt: die vierspurige Augsburger Osttangente.

Sie sorgt derzeit nicht nur in Stadt- und Gemeinderäten für Diskussionen. Es werden Resolutionen verabschiedet und Protest formuliert. Doch Stephan Garbsch drückt auf die Bremse: „Sie müssen bei solchen Straßenbauprojekten in Jahrzehnten denken.“

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Warum aber ist vor wenigen Monaten trotzdem so ein Hype um die Osttangente entstanden? Zum einen gehört das 180-Millionen-Euro-Projekt zu 184 bayerischen Straßen-Grobplanungen, die sich um eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan bewerben. Mit der Aufnahme wäre eine Grundvoraussetzung erfüllt: Das Staatliche Bauamt darf eine Trasse erarbeiten.

Wie das abläuft, erklärt Stephan Garbsch: „Dazu müssen wir einen ganzen Korridor untersuchen: Wo gibt es verträgliche Varianten, die möglichst wenig Wohnbebauung tangiert, keine Biotope berührt, Trinkwasserschutzgebiete und so weiter.“ Auch Natur und Erholung sind Belange, die dabei berücksichtigt werden müssen.

Es gibt Widerstand gegen die Osttangente

Im Prinzip stehe seine Behörde noch am Anfang, derzeit laute die Frage eher: „Will man die vierspurige Verbindung zwischen A8 und B17 wirklich?“

Die Antworten fallen unterschiedlich aus: Kissing und Friedberg sind klar dafür, Augsburg auch. In Mering hat man so seine Zweifel und je weiter man nach Süden kommt, umso größer wird der Widerstand. Königsbrunn hat sich dagegen ausgesprochen. Wobei es laut Garbsch noch keinen Sinn macht, sich schon über konkrete Trassenvarianten zu unterhalten. Garbsch: „Entscheiden wird das der Bundestag. Betroffene sollten sich mit ihren Belangen an die örtlichen Abgeordneten wenden“, rät er.

Wenn eines Tages eine Trasse feststehen sollte, dauert es jedoch noch bis zum Bau. Selbst wenn danach die Rahmenplanung (das Raumordnungsverfahren) auch juristisch überstanden ist, ziehen weitere Jahre ins Land. Da muss der Bund erst Geldmittel zur Verfügung stellen. „Und auch dann wird sicherlich so ein umfangreiches Projekt nicht in einem Stück bewältigen“, sagt Garbsch. Vier Teilstücke sind es heute, die wohl nach ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis nacheinander abgearbeitet werden.

Dafür braucht es für jedes Teilprojekt ein Planfeststellungsverfahren. Immer wieder wird die Öffentlichkeit mit einbezogen, was auch zu Klagen gegen die Projekte führen kann. „Auch wenn es für manchen Betroffenen heute so aussieht, als würde die künftige Straße nahe an seinem Wohnzimmer vorbei führen oder als sei bald Baubeginn: Das ist nicht der Fall“, sagt Garbsch.

So lange dauert es wohl noch bis zum Bau

Er nimmt die Ortsumfahrung Kissing als Beispiel, die Teil der Osttangente wäre: Zehn bis 15 Jahre dürften vergehen, bis Bagger anrollen, selbst wenn eine der beiden angemeldeten Lösungen (zwei- oder vierspurig) es als Teilprojekt in den vordringlichen Bedarf schafft.

Obwohl die vierspurige Variante ideal in den Gesamtplan einer Osttangente passen würde, ist nicht gesagt, dass diese Lösung automatisch für die Kissinger Ortsumfahrung kommt: „Der Bund bevorzugt zwar Linien, die im Zusammenhang mit dem Gesamt-Verkehrsnetz stehen. Aber wenn die zweispurige Variante auch eine Fahrzeitverkürzung im Bereich mehrerer Minuten bringt, ist der volkswirtschaftliche Nutzen vielleicht ausreichend gegeben“, sagt Garbsch. Wenn im Herbst die Bewertungen vorliegen, wird man mehr sagen können.

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B17 | A8 | Augsburg | Kissing | Friedberg | Mering | Königsbrunn

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Anton Schlickenrieder

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