Samstag, 25. November 2017

18. Mai 2017 09:36 Uhr

Neuvorstellung

Seat Ibiza: Der spanische Polo schlägt sogar seinen Bruder

Was für ein kleiner Sonnenschein! Das Auge fährt mit, auch beim Seat Ibiza. Sogar in der Substanz hat er Polo und Co. einiges voraus. Der erste Test. Von Rudolf Huber

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Die Kleinwagenklasse ist kräftig in Bewegung. Polo, Corsa, Fiesta und Co. haben längst ihre Rolle aus Zweit- oder Singleauto abgelegt und locken mit einem Platzangebot wie einst der Golf IV, mit Sicherheit, Komfort und aktuellster Vernetzung. Ähnlich wie der Golf in der Kompaktklasse gibt der Polo den Ton in der Kategorie der großen Kleinen an. Noch, könnte man sagen – denn mit dem Seat Ibiza der fünften Generation prescht ab dem 10. Juni zumindest vorübergehend ein deutlich frischeres und moderneres Fahrzeug vor.

Der neue Ibiza ist mit 4,06 Metern fast gleich lang wie bisher, aber deutlich breiter. Er basiert als erstes Modell aus dem VW-Konzern auf einer völlig neuen Plattform, die extrem variabel ist und einen deutlich längeren Radstand ermöglicht. Das sorgt für ein fast schon die Fahrzeugklasse sprengendes Raumangebot. Auf allen fünf Plätzen geht es sehr luftig zu, die Knie- und Kopffreiheit hinten ist auf Kompakt-Niveau, genauso wie der Kofferraum, den Seat um satte 63 auf beachtliche 355 Liter vergrößern konnte. Das ist sehr respektabel und wird nicht mit Einschränkungen beim Einsatz als wendiger Stadtflitzer erkauft.

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Völlig klar: Auch bei den Kleinen fährt das Auge mit. Vorteil Ibiza: Er ist auch im direkten Vergleich mit den aktuellen Mitbewerbern sehr attraktiv und appetitlich ausgefallen. Klare Linien, wie Skulpturen gestaltete Flanken, geschickt gesetzte Linien auf der flacher gewordenen Motorhaube und die dreieckigen Tagfahrlichter erfreuen das Auge des Betrachters.

Seat Ibiza punktet bei Fahrspaß und Verbrauch

Sehr erwachsen gibt sich der grundsätzlich fünftürige Kleine bei Fahrverhalten und Motorisierung. Das Fahrwerk und die neu abgestimmte Lenkung erledigen ihre Aufgaben schlicht überzeugend. Weitere Pluspunkte kann die stärkste Version des mit 65, 75, 95 und 115 PS angebotenen Basismotors mit drei Zylindern und einem Liter Hubraum sammeln. Der TSI (T steht für Turbo) schüttelt seine Leistung sehr lässig, nur dezent knurrend und mit vergleichsweise geringem Durst aus dem Ärmel. Er ist dank dieser entspannten Kraftentfaltung eine echte Freude, wenn es gleichzeitig steil bergauf und zackig um die Kurven geht, meistert aber dank des gut abgestimmten und knackig schaltbaren Sechsganggetriebes auch lange Autobahnetappen überzeugend.

Auffallend sind das niedrige Geräuschniveau und das luftige, erwachsene Gefühl, das der Ibiza vermittelt – auch wegen des bequemen Gestühls und der Armaturen aus dem VW-Konzernregal. Der Normverbrauch wurde auf dem Prüfstand mit 4,7 Liter pro 100 Kilometer ermittelt, in der Realität sind Werte um die 5,5 bis 5,8 Liter nicht mit Verzicht auf Fahrspaß verbunden.

Ende des Jahres reicht Seat noch einen neuen 1.5-TSI-Vierzylinder mit 150 PS nach. Und die beim Ibiza nicht sehr starke Diesel-Fraktion kann aus 1,6-Liter-Aggregaten mit 80, 95 und 115 PS auswählen, die Ende des Jahres verfügbar sein werden.

Seat Ibiza (2017): Preis, Daten, Motor

Wer 2017 ein neues Auto auf den Markt bringt, kommt an diversen Ausstattungsdetails nicht vorbei. So am – etwas tief angebrachten – Fünf- oder Acht-Zoll-Touchscreen, am „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, der Müdigkeitserkennung oder der automatischen Distanzregelung ACC. Der sportliche FR bekommt erstmals ein individuell einstellbares Fahrwerks- und Motorensetup, der feine Xcellence lockt mit einem Paket aus induktiver Handy-Lademöglichkeit, Navi und der Smartphone-Vernetzung per Mirror Link, Apple Carplay oder Android Auto.

Zum Start im Juni geht es preislich bei 14.240 Euro für den 75-PS-Benziner los, mit dem kurz darauf nachgelieferten 65 PS-Motor ist der Ibiza ab 12.990 Euro zu haben, der 115 PS-Benziner kostet mindestens 18.090 Euro. Zum Vergleich: Den demnächst auslaufenden Polo gibt es ab 12.600, den nicht mehr taufrischen Opel Corsa ab 11.890 und den Ford Fiesta, der ebenfalls in Kürze erneuert wird, ab 10.950 Euro.

 

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