Mittwoch, 24. Mai 2017

19. März 2017 17:44 Uhr

Burgau

Deftiges aus dem „Barmudadreieck“

Was dem Münchner sein Nockherberg, ist den Menschen aus der Region die Burgauer Kapuzinerhalle. Dort wurde am Samstagabend den „Großkopfeten“ beim „Derblecka“ kräftig eingeschenkt.

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Eine kleine Frotzelei hat sich Thorsten Strehle nach dem Starkbierfest der Günzburger Zeitung erlaubt. Zu seiner Lebensgefährtin, der CSU-Bezirksrätin Stephanie Denzler, bemerkte er sinngemäß: Sie müsse noch etwas an sich arbeiten, um noch häufiger in der Fastenpredigt vorzukommen. Immerhin: Denzler wurde als „schönste CSU-Frau jenseits von Ilse Aigner“ bezeichnet. Mehr geht eigentlich nicht, oder? Nach einer 80-Stunden-Arbeitswoche wollte Strehle am Samstagabend eigentlich nicht mit nach Burgau kommen. Zum Glück hat er sich überzeugen lassen. „Ich hätte wirklich was versäumt. Es hat riesigen Spaß gemacht“, sagte er über das Benefiz-Derblecken in der Kapuzinerhalle zugunsten der Kartei der Not, dem Hilfswerk unserer Zeitung.

Einen erheblichen Anteil zum Spaß hat Karl Bader alias „Bruder Baderbas“ beigetragen. Eigentlich ist der Burgauer ja IT-Fachlehrer bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn. Welches schauspielerische Talent in dem 42-Jährigen schlummert, wurde am Samstagabend den Gästen klar: Dort auf der Bühne steht einer, der es wirklich kann. Bader produzierte Lach- und Applaussalven, als er zum Beispiel die wahren Hintergründe der Verschmelzungsbemühungen zwischen der Sparkasse Neu-Ulm–Illertissen und der Sparkasse Günzburg-Krumbach zum besten gab: Dem Günzburger Sparkassenchef Walterr Pache sei es nie um mehr Macht gegangen, „der will bloß mehr Bilder in der Zeitung“, berichtete der Fastenbruder über die angeblich angestrebte und für manchen bereits gefühlte Medienpräsenz.

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Sein Wunsch wird Pache vielleicht bald erfüllt, kündigte Baderbas ein neues Projekt der Günzburger Zeitung an: den Walter-Pache-Starschnitt. Wie das aussehen könnte, zeigte er schon mal und blätterte eine überdimensionierte Titelseite der Heimatzeitung auf. Die hatte sich der Bankmanager später geschnappt. Und seine Ehefrau war bereits einen Schritt weiter als sie sagte: „Die Wand dafür hab’ ich schon rausgesucht.“

Wer könnte den Posten des Bürgermeisters übernehmen?

Zur Kommunalwahl dauert’s zwar noch ein bisschen. Aber schon jetzt spekulierte der trinkfreudige Bruder, wer für den Posten des Bürgermeisters in Frage kommen könnte. „Brennt der Barm no?“, fragte er nach den Ambitionen des Amtsinhabers Konrad Barm. „Oder erbarmt sich der Brenner?“, nannte er den Namen des derzeitigen Stellvertreters. Vielleicht steige auch Kulturamtschef Doktor Siemons in den Ring. „Die CSU hat schon mal vorsorglich a Überprüfung von seiner Doktorarbeit angekündigt...außer er tritt für d’CSU an, dann will ma da mal traditionell net so sei.“

Der Faktencheck nach dem Starkbierfest hat aber eindeutig ergeben: der Doktor der Philosophie ist sauber. Siemons hat 2002 an der Uni Eichstätt mit dem Thema „Frömmigkeit im Wandel“ beschäftigt. Na dann Prosit!

Woanders geht es nicht so wahrhaftig zu, stützte Bruder Baderbas widerwillig den umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump mit seinen „Fake news“-Vorwürfen. Auf gut schwäbisch heißt das dann: „Überall wirsch b’schissa!“ Der Zweckverband für das Leipheimer Hallenbad sei in Wirklichkeit ein „Fakeverband“, weil der ja gar nicht existiere. Und: „Dass ma die Pyrolyse in Burgau zugemacht hat, waren auch fake news, weil da will ja bald jemand Grillbriketts herstellen. Da wird dann unser alter Müll a weng verkokelt, presst und dann tu ma ihn in da Grill und mir braten darauf unsere Rote Würscht.“

Barms Name bietet sich an für Wortspiele

Deutlich häufiger als Trump wurde Schirm- und Hausherr Konrad Barm erwähnt. Der Name bietet sich auch geradezu an für kleine Wortspiele. Zu einem zentralen Begriff des Abends wurde das „Barmudadreieck“. So heiße seit neuestem das Gebiet zwischen der Mindel, der Kammel und der A8. Vieles passiere da im Geheimen. Und manches verschwinde – wie der Firmentanker MS Robatherm, der am anderen Ende der A8 wieder aufgetaucht sei in „Outlettingen-Scheppach“.

Hans Reichhart, der Bürgermeister des umbenannten Ortes, war fast schon beseelt vom Witz des Textes. „Das war perfekt in Inhalt, Niveau und Vorstellung.“ Für den Inhalt der Rede waren Musik-Allrounder Hermann Skibbe und Ronald Hinzpeter, der frühere Redaktionsleiter der Günzburger Zeitung, verantwortlich. Beide bemühten sich fast ein halbes Jahr lang im intensiven E-Mail-Dialog um Themen, Wortwahl, Pointen.

Verletzt fühlte sich weder einer der Getroffenen noch ein anderer Gast. Wir haben nachgefragt bei den Johannitern: Trotz der starken Worte und des starken Bieres sei nicht ein Pflaster benötigt worden.

Abschied vom Dampf der Kühltürme

Während sich das Starkbierfest etabliert, wird sich das Atomkraftwerk in Gundremmingen so langsam verabschieden müssen. Bruder Baderbas bedauert diesen Umstand. „Ich werde dan Dampf aus den Kühltürmen vermissen. Den kann man ja von so weit her schon sehen. Wenn ich aus dem Urlaub gekommen bin und die Wolke über Gundremmingen erblickt habe, dann habe ich gewusst: Jetzt bin ich gleich da.“

Fazit: Es war ein überaus bekömmlicher Abend. Die musikalischen Beiträge von Böhmisch & mehr (ein Teil des Wettenhauser Musikvereins, koordiniert von Anja Remmele) und vom Skibbe-Quartett 8872, nach eigener Darstellung die älteste Boygroup Süddeutschlands, kamen beim Publikum an. Der Burgauer Binderwirt setzten dem Hunger Maultaschen, Flammkuchen, Tellersulzen, Krustenbraten und Schweinshaxen entgegen. Das Starkbier von Rudolf Feuchtmayr (Autenrieder Bier) war süffig. Befürchtungen des Fastenpredigers, davon könne man „Söderbrennen“ bekommen, erwiesen sich als völlig aus dem „Barmudadreieck“ gegriffen.

Bilder vom Starkbierfest in Burgau finden Sie hier.

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Ein Artikel von
Till Hofmann

Günzburger Zeitung
Ressort: Redaktionsleiter der Günzburger Zeitung


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