Freitag, 30. September 2016

24. Februar 2014 00:33 Uhr

Auszeichnung

Engagement für Frieden und Toleranz

Die Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen bekommt den Kultur- und Heimatpreis. Ihre Ziele sind fast 25 Jahre nach der Gründung immer noch aktuell Von Irmgard Lorenz

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Die Volksbank-Günzburg-Stiftungsvorsitzenden Johann Mayr (rechts) und Ernst Fandrich (links) mit Laudator Hans Maier (2. von links) und dem Vorsitzenden der Stiftung ehemalige Synagoge, Hubert Hafner, bei der Preisverleihung.
Foto: Lorenz

Günzburg Derjenige, dem das größte Lob galt, konnte nicht kommen: Zur Verleihung des Günzburger Kultur- und Heimatpreises hatte sich Dr. Georg Simnacher krankheitshalber entschuldigen müssen. So nahm Landrat Hubert Hafner als Vorsitzender der Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen den Preis entgegen. Die Volksbank-Günzburg-Stiftung würdigt mit der Auszeichnung die Stiftung ehemalige Synagoge, die sich vielfältig für Toleranz und Frieden zwischen den Kulturen engagiert hat, so Bankvorstand Johann Mayr.

Zwei äußere Zeichen sind mit der Preisverleihung verbunden: die Dotierung mit 5000 Euro und eine von dem Günzburger Kirchenmaler und Restaurator Richard Rau gestaltete Plastik. Sie soll zeigen, dass Kultur zum Gedeihen eine solide Basis und viele Ideen braucht, hieß es bei der Preisverleihung – und Menschen, die diese umsetzen und mit Leben füllen.

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Dass etliche Menschen in dieser Weise für die Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen tätig waren und sind, legte Prof. Hans Maier in seiner Festrede dar, in der er an die alte Synagoge und ihre wechselnden Schicksale erinnerte. Das einstmalige Gebetshaus einer stattlichen jüdischen Gemeinde, geschändet von Nationalsozialisten, nach dem Krieg als Feuerwehrhaus genutzt – 1987 wurde es nach einer umfangreichen Renovierung als „Haus der Begegnung“ wieder geöffnet. Aber dieses Haus sollte nicht nur als Baudenkmal an die ehemalige jüdische Gemeinde erinnern, sondern vielmehr „den Geist der Toleranz und des Friedens insbesondere im Sinne der christlich- jüdischen Verständigung im nationalen und internationalen Rahmen“ pflegen und fördern, so zitierte der Laudator aus der Stiftungs- Satzung. Konzerte, Ausstellungen, Seminare, Symposien und nicht zuletzt der jährliche Lernzirkel des Günzburger Dossenberger-Gymnasiums tragen dazu bei, ebenso die Freilegung des rituellen Tauchbades Mikwe in der ehemaligen Synagoge, Forschungen im jüdischen Friedhof, Dauerausstellungen in Synagoge und Schulmuseum und zahlreiche Arbeiten zur jüdisch-schwäbischen Geschichte. „Das jüdische Schicksal wird auf diese Weise örtlich und zeitlich greifbar, es rückt uns auf den Leib“, sagte der Festredner, „es wächst über Pflichtübungen des Gedenkens zu bestimmten Terminen hinaus“.

Von unermüdlichem Einsatz für den Erhalt des Friedens weltweit sprach Volksbankvorstand Mayr bei der von Stefanie Rühl und Miriam Ruf mit feiner Hafenmusik umrahmten Preisverleihung, ebenso von der Pflicht, das Wissen über den Holocaust wach zu halten und für Versöhnung zwischen Konfessionen und Völkern einzustehen. Mit der Verleihung des Preises an die bald 25 Jahre alte Stiftung ehre die Bank eine Institution mit herausragenden kulturellen und heimatgeschichtlichen Verdiensten.

Festredner Hans Maier betonte: „Wenn es eine Persönlichkeit gibt, in der sich all diese Aktivitäten vereinigen und bündeln, dann ist es die von Georg Simnacher.“ Er bezeichnete den Altlandrat und früheren Bezirkstagspräsidenten als die „Seele der Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen.“ Maier erwähnte überdies eine Reihe weiterer Persönlichkeiten, die sich um das Haus der Begegnung verdient gemacht haben, darunter Josef Stimpfle, Julius Spokojny, Schalom Ben-Chorin, Ernst-Ludwig Ehrlich, Pinchas Lapide, den Ichenhauser Moritz Schmid und den früheren Landratsstellvertreter Ernst Eberhardinger.

Nichts lag dem Laudator ferner, als sich selber zu loben. Also würdigte Landrat Hubert Hafner als Vorsitzender der Stiftung in seiner Dankesrede den 82-jährigen Hans Maier, der für seine Verdienste um Schulmuseum und ehemalige Synagoge 1986 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Ichenhausen verliehen bekommen hatte. Der frühere bayerische Kultusminister (1970-1986), der mit seiner Familie auch einige Jahre in Ichenhausen gelebt hat, bereichere zudem seit Jahren das Angebot im Haus der Begegnung regelmäßig mit seinen Vorträgen. Für 20. November bereitet Hans Maier schon einen weiteren Vortrag im Haus der Begegnung vor.

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