Sonntag, 25. Februar 2018

12. Februar 2018 11:52 Uhr

Sport

„Es ist ein Gefühl der Freiheit“

Drei Mal pro Woche trainiert Lea Czejka in der Burgauer Eishalle Sprünge und Pirouetten. Die 15-Jährige ist sicher: Für deutsche Eiskunstläufer ist eine Goldmedaille drin. Von Maria Gruber

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Die Eiskunstläuferin war schon bayerische Vizemeisterin.
Foto: Maria Gruber

Olympia hat begonnen. Schaust du dir die Wettkämpfe beim Eiskunstlauf an?

Lea Czejka: Also wenn es läuft, schau ich es mir auf jeden Fall an. Vor allem bei den Paarläufern Aljona Savchenko und Bruno Massot.

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Bei den Winterspielen in Vancouver und Sotschi haben Aljona Savchenko und Robin Szolkowy damals Bronze geholt.

Czejka: Die beiden waren sehr gut dabei.

Apropos gut dabei. Wie bist du denn damals zum Eiskunstlaufen gekommen?

Czejka: Ich war mit meinem Vater einmal beim öffentlichen Lauf in Burgau. Da war ich etwa vier Jahre alt. Dort hab ich ein Mädchen gesehen, das Pirouetten gedreht hat. Das fand ich total spannend und ich wollte das unbedingt auch mal ausprobieren. Ich habe dann in Burgau angefangen. Da wir aber nicht so viel Zeit auf dem Eis hatten und ich immer mehr trainieren wollte, sind meine Eltern mit mir zu einem Probetraining nach Königsbrunn gefahren. Dort habe ich meine ehemalige Trainerin kennengelernt.

Das heißt, du warst jetzt eine Zeit lang in Augsburg. Wie kommt es, dass du wieder in Burgau bist?

Czejka: Die Schule war ein Grund. Ich bin jetzt in der 10. Klasse im Abschlussjahr der Realschule.

Ich kann mir vorstellen, dass es anstrengend war, nach Augsburg zum Training zu fahren.

Czejka: Das hat immer sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Ich hab einfach gesagt, die Schule steht jetzt im Vordergrund. Ich will nämlich Trainerin werden.

Das ist ja toll.

Czejka: Ja, vielleicht auch mal so, dass ich jemanden zu Olympia bringe.

Das sind sehr konkrete Pläne. Du selber möchtest aber nicht noch zu Olympia?

Czejka: Ich habe viel zu spät angefangen, in Augsburg zu trainieren, da bin ich erst mit neun Jahren hingekommen. Davor war ich in Burgau.

So wie ich das verstanden habe, bist du ganz schön rum gekommen.

Czejka: Ich habe auch in Oberstdorf trainiert. Das war total cool. Da ist ja das Leistungszentrum und da stand ich schon mal mit meinen Idolen auf dem Eis, weil die dort eben auch trainieren. Ich hab auch schon mal mit denen geredet.

Und? Wie ist dein Eindruck von den Profis?

Czejka: Dafür, dass sie schon so berühmt sind, sind sie sehr bodenständig. Es macht Spaß, mit ihnen über das Eislaufen oder private Sachen zu reden.

Haben sie dir dann auch Tipps gegeben?

Czejka: Ja, für meinen Doppelaxel. Für den Trainerschein brauche ich die zweite Kürklasse. Wenn es geht, sogar noch die erste Kürklasse. Im Moment habe ich die dritte. Für die zweite Kürklasse brauche ich den Doppelaxel.

Kurz zur Erklärung für Laien: Der Doppelaxel ist ein Sprung?

Czejka: Genau. Der schwierigste Doppelsprung, den es gibt. Die anderen Doppelsprünge sind alle mit zwei Umdrehungen. Dieser Sprung wird von vorwärts auf rückwärts gesprungen und in der Luft dreht man sich zweieinhalb Mal. Und für diesen Sprung haben mir die Profis in Oberstdorf eben ein paar Anläufe gezeigt, wie ich es vielleicht hinkriegen könnte.

Du hast durch dein Training ein gewisses Niveau erreicht und hast auch an Wettbewerben teilgenommen. Was war für dich dein größter Erfolg?

Czejka: Letztes Jahr bei der bayerischen Jugendmeisterschaft bin ich Vizemeisterin geworden.

Stehen für dieses Jahr bei dir irgendwelche Wettkämpfe an?

Czejka: Also diese Saison laufe ich gar keine Wettkämpfe. Einfach wegen der Schule und ich habe weniger Eis, seitdem ich in Burgau trainiere. Ich fühle mich selber einfach nicht in der Lage, einen Wettkampf zu laufen, weil ich mich nicht wohl dabei fühle. In Augsburg habe ich fünf Mal in der Woche trainiert und jetzt nur noch zwei bis drei Mal. Das ist für einen Wettkampf einfach zu wenig. Außerdem helfe ich als Trainerin aus.

Um den Sport Kindern beizubringen, muss man ja selber brennen für den Sport. Was begeistert dich am meisten am Eiskunstlaufen?

Czejka: Ich kann das Gefühl gar nicht beschreiben, wenn ich auf dem Eis stehe und zu meiner Lieblingsmusik improvisiere. Mir macht das einfach total Spaß. Es ist ein Gefühl der Freiheit, ich habe einfach Glücksgefühle. Das Adrenalin ist auch der Wahnsinn.

Ich kann mir vorstellen, dass vor allem bei den Sprüngen das Adrenalin besonders hoch ist.

Czejka: Auf jeden Fall. Ich liebe Sprünge.

Du hast vorher über den Paarlauf gesprochen, aber es gibt ja noch weitere Disziplinen. Kannst du den Unterschied zwischen Eistanz und Eiskunstlauf kurz erklären?

Czejka: Das ist ganz einfach. Beim Eiskunstlauf gibt es Pirouetten, Schritte und Sprünge. Den Eistanz macht man nur als Paar und da gibt es Hebefiguren und keine Sprünge.

Wie schätzt du die Chancen der deutschen Eiskunstläufer ein?

Czejka: Aljona und Bruno sind auf jeden Fall auf dem Treppchen. Wenn sie ihr Programm fehlerfrei liefern, dann schaffen sie wahrscheinlich sogar Gold.

Bekommt deiner Meinung nach der Sport Eiskunstlauf genügend Aufmerksamkeit?

Czejka: Definitiv nicht. Natürlich kommen ab und zu mal große Wettkämpfe im Livestream. Früher kam es noch öfter im Fernsehen, das ist heute nicht mehr so. Es wäre ein Wunsch für die Zukunft, dass der Sport mehr Aufmerksamkeit in den Medien bekommt.

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