Samstag, 21. Oktober 2017

21. April 2017 07:00 Uhr

Kellmünz

Früher Dieb klaut den Maibaum

Bis zum 1. Mai sind es noch einige Tage. Doch das erste Brauchtumsgut ist in Kellmünz bereits verschwunden. Eine Spurensuche.

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Der Kellmünzer Maibaum in seinem Versteck in Weiler.
Foto: Franziska Wolfinger

Er hat den Diebstahl unversehrt überstanden. Jetzt liegt er, etwas versteckt im Gras, zwischen Gestrüpp und anderen Bäumen. In einer Nacht und Nebelaktion wurde der Kellmünzer Maibaum von seinem angestammten Platz entführt.

Bei Bürgermeister Michael Obst ging am Donnerstagmorgen ein Bekennerbrief der Freiwilligen Feuerwehr Weiler ein. Die sei gerne bereit, den Baum zurückzugeben – gegen eine angemessene, traditionsgemäße Auslöse. Deren Höhe verhandelten Bürgemeister Obst, sein Stellvertreter Helmut Rieder und Josef Käufler, den die Weiler Feuerwehr als Verhandlungsbeauftragten in das Nachbardorf geschickt hatte. Dass letzterer für diese Aufgabe ausgewählt wurde, sei eher Zufall gewesen, sagt Käufler. Bei dem eigentlichen Diebstahl war er nämlich nicht dabei. Er habe lediglich nachts von seinem Wohnzimmerfenster aus beobachtet, wie der Baum nach Weiler gebracht wurde. Als anschließend auf die gelungene Aktion angestoßen wurde, war der Rentner der Einzige, der am nächsten Vormittag für die Spezialaufgabe der Feuerwehr zur Verfügung stand und nach Kellmünz fuhr. „Die Verhandlungen sind sehr harmonisch verlaufen“, sagt Käufler. Am Ende habe man sich auf ein gemeinsames Fest der Weiler und der Kellmünzer Feuerwehr geeinigt, die immer den Maibaum in ihrem Ort aufstellen. Die Kellmünzer spendieren 50 Liter Bier, Würste und Kartoffelsalat für das gemeinsame Grillen.

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„Das war das erste Mal seit Langem, dass die Weiler einen Baum geklaut haben“, sagt Käufler. Doch der Maibaum in Kellmünz sei direkt einladend und gänzlich unbewacht im Gras gelegen, da habe man fast nicht anders gekonnt. Dabei seien die Beziehungen zwischen Weiler und Kellmünz eigentlich sehr gut, betont Käufler. Weil der Baum auch nicht sehr lang ist, Käufler schätzt ihn auf rund 18 Meter, sei der Abtransport problemlos verlaufen. Vier Männer, darunter auch der Weiler Feuerwehrkommandant Markus Högerle, ein kleiner Traktor und ein sogenannter Rädling, ein einachsiger Wagen, hätten dafür ausgereicht. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Sache der Tradition entsprechend abläuft. Käufler erklärt: „Wichtig ist, dass sich der Baum außerhalb des Waldes befindet und klar als der Maibaum zu erkennen ist.“ Außerdem dürfe kein Baum aus geschlossenen Räumen gestohlen werden. Er verrät außerdem, wie die Weiler ihren Baum vor Dieben schützen: „Der wird erst am Tag des Aufstellens aus dem Wald geholt und hergerichtet.“ Damit entfalle auch das Bewachen.

Dass die Diebe so früh dran sind, bis zum ersten Mai sind es immerhin noch einige Tage, ist allerdings kein Problem. Dafür gibt es in der bayerischen Maibaumtradition anscheinend keine Vorschriften.

Trotz der kleinen Blamage, den Baum verloren zu haben, freute sich Bürgermeister Obst, dass die Weiler Feuerwehr den alten Brauch des Maibaumklaus weiter pflegt. Wie es dazu kommen konnte, das der Baum so unbewacht herumlag, wird der Kommandant der Kellmünzer Feuerwehr noch erklären müssen, hieß es aus dem Rathaus.

Die Rückgabe des Diebesguts ist im Übrigen schon vereinbart. Die Weiler Feuerwehrler bringen den Baum möglichst bald zurück nach Kellmünz. Als eine Vorsichtsmaßnahme. „Wenn der Maibaum bei uns geklaut wird, wäre am Ende noch unsere Brotzeit in Gefahr“, sagt Käufler und lacht.

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Ein Artikel von
Franziska Wolfinger

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin

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