Mittwoch, 20. September 2017

13. September 2017 15:00 Uhr

Illertissen/Neu-Ulm

Wer die Wahl hat ...

Welche Partei vertritt meine Interessen am besten? Diese Frage stellen sich momentan insbesondere die Erstwähler. K!ar.Text hat bei den Kreis-Jugendorganisationen nachgefragt, wie sie die Probleme der Jungen lösen wollen. Von Silvia Eisenlauer

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In gut zwei Wochen ist es soweit: Am 24. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Für viele von euch ist es der erste Besuch in der Wahlkabine. Um euch einen Überblick darüber zu geben, wie die verschiedenen Parteien zu Themen stehen, die Jugendliche betreffen, haben wir allen Gruppierungen, die einen Direktkandidaten im Wahlkreis Neu-Ulm stellen, interviewt. Heute lest ihr die Antworten von CSU, SPD, Grünen, FDP und den Linken. Nächste Woche folgen Freie Wähler, Piraten, ÖDP, die Unabhängigen und die Alternative für Deutschland.

Hier kommen die drei Fragen an…

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… Johann Deil, Vorsitzende der Jungen Union (JU) im Landkreis Neu-Ulm

Was läuft aus Sicht der CSU falsch mit Blick auf die Situation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Deil: Zwar ist die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland mit 5,3 Prozent der unter 24-Jährigen niedriger als in jedem anderen EU-Land. In Bayern sind es sogar „nur“ 3,2 Prozent. Aber das sind immer noch 5,3 bzw. 3,2 Prozent zu viel.

Wie plant die Christlich Soziale Union, dieses Problem anzupacken?

Deil: Einmal wollen wir als JU und CSU eine Lehrstellengarantie geben, die jedem Jugendlichen eine Lehrstelle verschafft. Jeder Schulabgänger soll eine berufsqualifizierende Ausbildung erhalten. Kein Azubi soll ohne Abschluss bleiben. Damit sichern wir unseren Fachkräftebedarf und schrauben die Jugendarbeitslosigkeit auf Null. Für Studenten besonders interessant: Mit uns wird auch das Bafög weiter erhöht werden.

„Klar für unser Land“ lautet ein zentraler Slogan der Christlich Sozialen Union in diesem Wahlkampf. Was steckt hinter diesem Spruch – gerade mit Blick auf junge Erwachsene?

Deil: Wir sprechen eine klare Sprache, was wir wollen und wie wir die Aufgaben anpacken. Die JU ist die Jugendorganisation der letzten großen Volkspartei und wir wollen von den Leuten verstanden werden. Mit dem Slogan unterstreichen wir unsere patriotische Grundeinstellung, womit wir bekräftigen, dass wir für unsere Heimat, für unsere Gesellschaft, für unsere Kultur, Traditionen und Werte arbeiten. Das ist nicht altmodisch, sondern zeitlos aktuell, ein Ziel für JUler wie CSUler gleichermaßen.

… Seija Knorr, Vorsitzende der Jungsozialisten in Neu-Ulm

Was läuft aus Sicht der SPD falsch mit Blick auf die Situation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Knorr: Die größten Probleme junger Menschen sind der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und zu geringe Ausbildungsvergütungen, von denen man nicht den Auszug aus dem Elternhaus finanzieren kann. Gleichermaßen ist es problematisch, dass trotz der Abschaffung der Studiengebühren in Deutschland immer noch das erreichbare Bildungsniveau vom Elternhaus abhängt und viele Studierende trotz Bafög neben dem Studium arbeiten müssen, um ihr Leben zu finanzieren.

Wie plant die SPD, diese Probleme anzupacken?

Knorr: Die SPD möchte eine deutliche Förderung von sozialem Wohnungsbau wieder in den Fokus nehmen. Außerdem sind die Einführung einer Mindestauszubildendenvergütung, die Einführung von elternunabhängigem Bafög sowie eine Erhöhung der Bafög-Leistungen wichtige Forderungen der SPD für junge Menschen. Die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung wird Berufseinsteigern helfen, ihre Zukunft besser zu gestalten.

„Zeit für mehr Gerechtigkeit“ lautet ein zentraler Slogan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in diesem Wahlkampf. Was steckt hinter diesem Spruch – gerade mit Blick auf junge Erwachsene?

Knorr: Gerecht ist, wenn Investitionen für die Zukunft junger Menschen erfolgen und der aktuelle Sparkurs überwunden wird. Die Bundestagswahl bietet jungen Menschen die Möglichkeit, über die richtigen politischen Antworten für ihre Zukunft zu entscheiden. Gerade jetzt ist die Zeit, mehr in Infrastruktur zu investieren, das Auseinanderdriften von Arm und Reich sowie die Armut zu bekämpfen und den Sozialstaat zukunftsfest zu machen. Junge Menschen müssen auch als Wählergruppe wahrgenommen werden, deswegen fordern wir Jusos die Absenkung des Wahlalters.

… Maxi Deisenhofer, Vorsitzender der Grünen Jugend des Kreisverbandes Günzburg

Was läuft aus Sicht der Grünen falsch mit Blick auf die Situation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Deisenhofer: Es gibt gerade im ländlichen Raum meistens nur selbst organisierte Bauwägen oder zum Teil gar keine Jugendtreffs mehr. Dazu fehlt der ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr, Anmerkung der Redaktion), geringe Ausbildungsvergütungen und selten gibt es öffentliches WLAN.

Wie planen die Grünen, diese Probleme anzupacken?

Deisenhofer: Ausbau von Bus und Bahn, die Jugendliche kostenlos nutzen dürfen, Jugendparlamente, um mehr Einfluss zu bekommen und Ausbau von schnellem Internet.

„Gerechtigkeit im Sinn“ lautet ein zentraler Slogan der Grünen in diesem Wahlkampf. Was steckt hinter diesem Spruch – gerade mit Blick auf junge Erwachsene?

Deisenhofer: Für uns ist wichtig, dass alle Altersgruppen sich gleich gut am gesellschaftlichen Leben beteiligen können. Außerdem setzen wir uns für eine gerechte Bezahlung in der Ausbildung und kostenfreie Bildung ein. Auch innerhalb der Grünen ist das Mitspracherecht von jungen Leuten größer als anderswo.

… Sebastian Weins, Vorstandsmitglied FDP-Kreisverband Günzburg

Was läuft aus Sicht der FDP falsch mit Blick auf die Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Weins: Mit der Politik der Großen Koalition verbinde ich primär die Wahrung des Status quo, Symbolpolitik und Krisenbekämpfung. Wichtige Zukunftsthemen wurden vernachlässigt, es wurde viel zu wenig investiert.

Wie plant die FDP, diese Probleme anzupacken?

Weins: Die FDP möchte gezielt Zukunftsimpulse setzen. Zum einen durch die Schaffung einer digitalen Infrastruktur, um die Chancen des digitalen Fortschritts zu nutzen. Zum anderen durch eine Politik, die rechnen kann und in Zeiten von Rekordeinnahmen Haushalt und Sozialversicherungssystem fit für die Zukunft macht und gleichzeitig ein Vorankommen durch eigene Leistung sichert.

„Schulranzen verändern die Welt, nicht Aktenkoffer“ lautet ein zentraler Slogan der FDP im Wahlkampf. Was steckt hinter diesem Spruch – gerade mit Blick auf junge Erwachsene?

Weins: Die FDP will Deutschland wieder an die Spitze der Bildungsnationen in der Welt zurückführen: durch eine massive Erhöhung der Bildungsausgaben, mehr Eigenständigkeit und weniger Bürokratie für Schulen, die Digitalisierung der Bildung sowie die Stärkung der beruflichen Bildung. Die FDP will die weltbeste Bildung, damit jeder sein Potenzial voll ausschöpfen kann.

… Felix Mitterhuber, Sprecher der Linksjugend Solid, Kreisverband Günzburg/Neu-Ulm

Was läuft aus Sicht der Linken falsch mit Blick auf die Situation der Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Mitterhuber: Aus unserer Sicht muss das Bildungssystem verbessert werden. Beispielsweise ist die gemeinschaftliche, individuelle, musische sowie die sportliche Förderung mangelhaft, obwohl diese die Basis der Gesundheit, sowie einer guten Ausbildung ist. Dies ist einer der Gründe für die Chancenungleichheit in Deutschland.

Wie plant Die Linke, diese Probleme anzupacken?

Mitterhuber: Bildung ist ein Menschenrecht und Bildungspolitik ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Da wir Bildung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern wollen, wollen wir das Kooperationsverbot wieder aufheben (Vereinbarung, dass der Bund die Schulpolitik der Länder nicht beeinflussen darf, Anm. d. Red.). Wir wollen unter anderem mehr Lehrer und mehr Erzieher, die inklusive Schule, gemeinsames und solidarisches Lernen.

„Sicherer Job, planbares Leben“ lautet ein zentraler Slogan der Linken in diesem Wahlkampf. Was steckt hinter diesem Spruch – gerade mit Blick auf junge Erwachsene?

Mitterhuber: Der Mensch arbeitet, um zu leben – und lebt nicht, um zu arbeiten, daher wollen wir ein neues Normal-Arbeitsverhältnis definieren. Gerade für junge Leute ist ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, das akzeptabel bezahlt ist, nicht mehr die Regel. Wir als Die Linke möchten einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens zwölf Euro, Leiharbeit soll abgeschafft werden. Zudem muss ab dem ersten Euro eine Pflicht zur Sozialversicherung für Arbeitsverhältnisse gelten. Die sachgrundlose Befristung (befristeter Arbeitsvertrag, Anm. d. Red.) muss aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz gestrichen werden.

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