Freitag, 21. Juli 2017

15. Juli 2017 20:00 Uhr

Weißenhorn

Wo Handwerkern der Schuh drückt

Fachkräfte fehlen, die Stromkosten sind hoch und die Meisterpflicht soll zurück: Was Bundestagsabgeordnete zu den Problemen der Unternehmer aus der Region sagen

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Matthias Stelzer von der Südwest Presse, die Abgeordneten Georg Nüßlein, Ekin Deligöz und Karl-Heinz Brunner sowie IZ-Redaktionsleiter Ronald Hinzpeter (von links) diskutierten in Weißenhorn.
Foto: Alexander Kaya

Von der Ausbildung über Stromkosten bis hin zur Bürokratie: Zahlreiche Themen bewegen die Selbstständigen und die Handwerker in der Region. Das wurde bei einer Podiumsdiskussion in Weißenhorner mit den Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (CSU), Karl-Heinz Brunner (SPD) und Ekin Deligöz (Grüne) klar. Der Bund der Selbstständigen und die Kreishandwerkerschaft Neu-Ulm/Günzburg haben die Veranstaltung für ihre Mitglieder organisiert.

Eines lag den über 100 Teilnehmern besonders am Herzen: der Meisterbrief. Das zeigte der große Applaus, den die Politiker bekamen. Sie wollen sich bemühen, die Meisterprüfung zu stärken und damit wieder eine klare Meisterpflicht einzuführen. Diese war vor 13 Jahren gelockert worden. Nun sind sich alle einig: „Ich habe das nie für richtig empfunden“, sagte etwa Karl-Heinz Brunner. Der Meisterbrief müsse in andere Länder exportiert werden – und nicht andersrum. Auch Georg Nüßlein bekräftigte, damals dagegen gewesen zu sein. Ekin Deligöz verteidigte die damalige Entscheidung mit hoher Arbeitslosigkeit – nun müsse man diese jedoch zurückdrehen zu einer klaren Meisterpflicht.

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Ronald Hinzpeter, Redaktionsleiter der Illertisser Zeitung, und Matthias Stelzer, Redaktionsleiter der Südwest Presse, moderierten die Podiumsdiskussion erfrischend – manche Bemerkung ließ die drei Abgeordneten und die Zuhörer schmunzeln. Ehrlich ging es etwa beim Thema Diesel zu. Nacheinander gaben alle Fünf zu, selbst einen Diesel zu fahren. Nüßlein, als Freund der Elektromobilität bekannt, setzte sich für den zurzeit unbeliebten Kraftstoff ein. Brunner plädierte dafür, mehr in die Entwicklung von Batterien zu investieren. Deligöz sieht ein Dieselproblem in Deutschland. Das Land brauche mehr Radwege, mehr öffentlichen Personennahverkehr – und ehrliche Autobauer, die nachrüsten.

Viele der Unternehmer im Publikum trieb die Frage um, warum der „kleine“ Bäcker oder Metzger vor Ort nicht auch Vorteile beim Stromverbrauch erhält – so wie die Industrie. Deligöz verteidigte die EEG-Umlage. Dennoch müsse in dem Bereich für mehr Wettbewerb gesorgt werden, der dann den Preis drückt. Sie brachte außerdem als Alternative eine CO2-Steuer ins Spiel – wer das produziert, muss zahlen. Dies unterstützt auch Brunner. Nüßlein sagte, dass die Industrie-Subventionen wichtig seien, da die Betriebe sonst woanders investieren.

Großes Lob bekamen die Betriebe von allen Politikern für die „ausgezeichnete duale Ausbildung“. Die Unternehmen bemängelten jedoch, dass Hochschulen mit deutlich mehr Geld gefördert werden als die berufliche Ausbildung. Und das obwohl in einigen Jahren viele Akademiker auf der Straße stehen würden und Facharbeiter fehlten, wie Kreishandwerkermeister Michael Stoll und Ulla Widmann-Borst vom Bund der Selbstständigen eingangs beschrieben. Nüßlein sagte, dass man die Förderung nicht „in Euro und Cent vergleichen darf“. Welchen Weg die Kinder einschlagen, liege meist an den Eltern, denen man etwa die Verdienstmöglichkeiten im Handwerk näherbringen müsse. Deligöz meinte, man müsse die Berufsorientierung früher anpacken. Nicht nur die Eltern, sondern die ganze Gesellschaft seien für die Lage verantwortlich, sagte Brunner. Deswegen „sind wir alle gefordert“.

Um den Fachkräftemangel zu stoppen, brauche es gut ausgebildete Frauen, die Freiraum für Kinder oder Pflege bekommen, sagte Deligöz. Alle waren sich einig, dass Arbeiter in Zeiten des demografischen Wandels länger berufstätig sein müssen – aber mit geeigneten Aufgaben betraut und flexibel.

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Ein Artikel von
Carolin Oefner

Neu-Ulmer Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten

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