Dienstag, 24. Oktober 2017

19. Juni 2017 09:00 Uhr

Illertissen

Zirkuschef weist Kritik der Tierschützer zurück

Der „Circus Paul Busch“ gastiert in Illertissen. Auf dem Programm steht unter anderem eine Show mit Kamelen.

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Eine Attraktion des Zirkus: Kamele. Während Tierschützer solche Dressuren problematisch sehen, verteidigen Zirkusleute ihre Vorstellungen.
Foto: Timo Köppel

Mutige Artisten, die an einem langen Seil mehrere Meter über dem Boden ihre Kunststücke präsentieren – das und andere Attraktionen verspricht der „Circus Paul Busch“, der von Freitag, 23. Juni, bis Montag, 26. Juni, in Illertissen zu Gast sein wird.

In insgesamt fünf Vorstellungen zeigen die Mitglieder des Wanderzirkus ihr Können. Neben menschlichen Artisten reisen auch 25 Tiere mit dem Zirkus mit und sind in verschiedene Dressurnummern eingebunden. Laut Direktor Henry Frank gibt es zum Beispiel Hunde, die durch Reifen und über Hürden springen oder Pyramiden aufbauen. Neben Hunden gibt es beim „Circus Paul Busch“ unter anderem Pferde und Kamele.

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Die Zirkus-Mitglieder werden genau wegen dieser Shows regelmäßig mit Vorwürfen von Tierschutz-Aktivisten konfrontiert. Der Deutsche Tierschutzbund sieht unter anderem ein Problem darin, dass die Tiere oft den Auftrittsort wechseln müssen, überwiegend in kleinen Käfigen und Transportwagen untergebracht sind und dass sie gewaltsam für Künststücke dressiert werden. Auch die Tierschutzorganisation Peta setzt sich für ein Verbot von Hunden, Pferden und Co. im Zirkus ein.

Es komme immer wieder vor, dass Tierschützer vor dem Zirkus Flyer verteilen oder die Werbeplakate überkleben, berichtet „Circus Paul Busch“-Direktor Frank. Er wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Der Zirkus ist der am meisten kontrollierte Tierbetrieb überhaupt.“ An jedem Gastspielort komme das Veterinäramt des jeweiligen Landratsamtes zu Kontrollen vorbei. Es werde untersucht, ob die Tiere ausreichend Futter und Auslauf haben und ob sie gesund sind. In der Pause habe das Publikum selbst Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu sehen, wie unter anderem die Kamele dort leben.

Außerdem kann sich Frank nicht vorstellen, ein Programm ohne beispielsweise Hunde, Ponys und Kamele zu zeigen. Er sagt: „Zum klassischen Zirkus gehören Tiere, Clowns und Artisten. Ohne Tiere wäre es ein Varieté.“ Und er will an der Tradition festhalten, die er in seiner Familie bereits in siebter Generation betreibt.

Neben der Tierdressur ist im „Circus Paul Busch“ zum Beispiel auch Martino Scholl mit dabei. Für seine Stuhlakrobatik, bei der er die Hocker fast bis unter das Zirkusdach stapelt, wurde der Künstler unter anderem mit dem goldenen Clown beim internationalen Zirkusfestival in Lüttich (Belgien) ausgezeichnet. Im Programm sind außerdem Klassiker, wie das Vertikalseil, bei dem die Turner an einem langen, von der Decke hängenden Tau Künststücke vorführen oder das Todesrad: ein langes, sich senkrecht im Kreis drehendes Gestänge, an dessen Enden jeweils ein Zylinder angebracht ist, in und auf dem sich die Artisten ohne Sicherung bewegen. Die Vorstellungen auf dem Illertisser Festplatz finden am Freitag um 16 Uhr, Samstag um 16 und 19.30 Uhr, Sonntag um 15 Uhr sowie am Montag um 15 Uhr statt.

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Illertissen | Lüttich | Belgien | PETA

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Ein Artikel von
Franziska Wolfinger

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin

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