Samstag, 18. November 2017

26. August 2012 09:19 Uhr

Ehepaar aus Washington besucht Hürben

Ahnenforschung auf dem israelitischen Friedhof

Amerikanisches Ehepaar Hirschmann auf der Suche nach familiären Wurzeln. Moses Samuel Landauer war der Ururgroßvater Von Hans Bosch

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Krumbach Auf Spurensuche in der Heimat ihrer Vorfahren sind gegenwärtig John und Carole Hirschmann aus Washington in den Vereinigten Staaten. Erstmals kam das Ehepaar dabei nach Krumbach, nachdem ihm vom jüdischen Landesverband in München vom Bestehen des israelitischen Friedhofs im Osten der Stadt berichtet wurde. Hier fand John Hirschmann das Grab seines Ururgroßvaters, nämlich Moses Samuel Landauer, dessen Weberei an der Kammel als UTT noch heute besteht.

Der 70-jährige Finanzfachmann aus Washington und seine Frau haben schon einige Stationen hinter sich. So waren sie in Fürth, Battenheim/Main, Augsburg und Harburg auf der Suche nach ihren Vorfahren. „Die Rundreise hat sich gelohnt“ ist sich Hirschmann sicher, denn auch in Krumbach fand er wichtige Zeugnisse. Behilflich war ihm dabei der Experte für jüdische Fragen im Heimatverein, Herbert Auer; verständlich übersetzt durch die Krumbacher Pädagogin Eva Gulkin. Von Bedeutung war den Gästen vor allem das Grab von M. S. Landauer und seiner Frau Klara, das im Hürbener Judenfriedhof zu den imposantesten und schönsten Gräbern gehört.

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M. S. Landauer stammt aus einer großen Familie, die seit dem späten 17. Jahrhundert in Hürben lebte. Am 12. April 1808 geboren, ging er bei einem Weber in die Lehre, verdingte sich danach in Augsburg, kehrte 1833 nach Hürben zurück und machte sich in der Hürbener Straße selbstständig. Im Keller seines Geburtshauses stellte er einige Webstühle auf. In seiner 1857 errichteten Fabrik an der Kammel nördlich von Krumbach liefen für ihn bereits 32 mechanische Webstühle.

Sie brannte fünf Jahre später ab und wurde größer neu gebaut. Landauer starb 1893; seine Frau war schon 1858 gestorben. Die vier Söhne verlagerten den Betrieb nach einem zweiten Brand im Jahre 1906 nach Augsburg. Dann übernahm die Familie Steiger die Ruine und errichtete neue Gebäude, in denen die Firma UTT noch immer technische Gewebe herstellt.

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