Montag, 5. Dezember 2016

29. September 2009 18:45 Uhr

Augsburger Puppenkiste

Neue Ausstellung mit Pippi, Sams und Pumuckl

Eine neue Ausstellung der Augsburger Puppenkiste widmet sich unseren Helden aus dem Kinderzimmer. Janoschs Bär und die Tigerente treffen auf viele andere Figuren, als wären sie gerade den Büchern entsprungen. Von Alois Knoller

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Pippi Langstrumpf trifft Augsburger Puppenkiste: Eine neue Ausstellung befasst sich dort mit den Helden der Kindheit.
Foto: Stefan Puchner

Kinderbücher schreiben sich leichter als "große" Literatur? Auf den Manuskripten von Michael Endes "Unendlicher Geschichte" oder Otfried Preußlers "Räuber Hotzenplotz" wurde genauso entschlossen korrigiert. Nachzuvollziehen ist der kreative Prozess in der neuen Ausstellung des Augsburger Puppentheatermuseums "Die Kiste", die im Beisein von Paul Maar ("Sams") und Ellis Kaut ("Pumuckl") gestern eröffnet wurde.

Kinderbücher unterscheiden sich allenfalls dadurch, dass ihre Helden im Puppenspiel, in Illustrationen und Filmen oft sichtbare Gestalt annehmen. Das war die gedankliche Brücke, die Museumsleiter Oliver Seitz zu seiner bislang arbeitsintensivsten Ausstellung motivierte. Immerhin rückten das Deutsche Literaturarchiv Marbach und die Königliche Staatsbibliothek Stockholm erstmals die Originale der Klassiker des neueren Kinderbuchs heraus, sei es eine Seite Astrid Lindgrens von "Pippi Langstrumpf" (1945) oder ein Schulheft Michael Endes mit der handschriftlichen Erstfassung der "Unendlichen Geschichte".

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Seitz dekorierte dazu eine Fülle von Umsetzungen im Puppentheater beileibe nicht nur aus dem Augsburger Marionettenfundus. Noch warm vom Spielen kamen aus Garmisch die lebensgroßen expressiv geschnitzten Figuren, die im dortigen Theatersommer zu Ehren Michael Endes eingesetzt waren. Helme Heines drei Mullewapp-Freunde Hahn, Ferkel und Mäuserich thronen auf einem Fahrrad.

Janoschs Bär und die Tigerente treffen auf viele andere Figuren, als wären sie seinen Büchern entsprungen. Weil Walter Oehmichens Puppenkiste oft die neuesten Stoffe inszenierte, entstand eine Vertrautheit mit den Autoren, die sensationelle Leihgaben möglich machte. So gab Paul Maar aus dem Privatarchiv ein Blatt seines selbst gezeichneten Storyboards zu einem "Sams"-Film.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels spricht begeistert von einer "Liebeserklärung an die Welt des Lesens und der Fantasie". Laufzeit bis 7. März, geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 - 19 Uhr. Alois Knoller

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