Sonntag, 24. September 2017

Landsberg

09. September 2017 17:07 Uhr

St. Ottilien

Eine Tour mit hohem Erlebnisfaktor

Die Wanderung führt von Geltendorf über St. Ottilien bis nach Eresing und zurück. Im Kloster gibt es viel zu sehen - von der Kirche, übers Museum bis zum Hofladen. Von Maren Martell

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Der Landkreis und 19 seiner Gemeinden stellen die schönsten Rundwanderwege vor. Das Begleitheft dazu ist ab sofort erhältlich. Das Landsberger Tagblatt, oder genauer gesagt seine Reporter, schnüren selbst die Stiefel und stellen eine Auswahl der Runden durch den heimatlichen Landkreis vor. Heute die Klosterrunde St. Ottilien.

Schon der Einstieg ist malerisch. Wer sich auf die Klosterrunde St. Ottilien begibt, sollte mit Zug oder S-Bahn nach Geltendorf fahren und am Bahnhof Richtung Türkenfeld gehen. Am Ende der Straße dann rechts durch die Unterführung durch und schon steht man am Anfang einer wunderschönen Allee. Zwischen alten, riesigen Eschen führt ein Fahrweg zum Kloster hin. Immer wieder laden Holzbänke zum Verweilen ein.

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In der Ferne sieht man linker Hand den Zug Richtung Ammersee und Schongau. Kühe weiden auf saftigen grünen Wiesen, kleine Holzstadel runden das Landschaftsbild ab. Irgendwann taucht der mächtige Turm der Klosterkirche zum Heiligsten Herzen Jesu auf. Erreicht man das Klostergelände, empfiehlt sich ein kurzer Abstecher in den Klosterladen. Dieser beeindruckt mit seinem reichhaltigen Angebot von frischem Gemüse bis hin zu leckeren Rindersteaks, Wein und hausgemachten Eiernudeln. Vieles stammt aus der Klosterproduktion.

Die Mönche bewirtschaften ein etwa 200 Hektar großes Anwesen mit Ackerbau, Rinderzucht, Schweinemast und Hühnerhof. In den Klostergärten werden Salat, Tomaten, Paprika und vieles mehr angebaut. Die Obstbäume hängen jetzt im Spätsommer voller Äpfel.

Einkehr bei Datschi und Apfelkuchen

Weiter geht‘s zum „Emminger Hof“ am Rande der Klosteranlage. Bei schönem Wetter lädt der Biergarten unter schattigen alten Bäumen zu einer ersten kleinen Rast ein. Bei einem Zwetschgendatschi und selbst gemachtem Apfelkuchen orientieren wir uns erst einmal: Die Erzabtei der Missionsbenediktiner rühmt sich seiner gut 40 Sehenswürdigkeiten. Wer viel Zeit mitbringt, sollte nicht nur in die Klosterkirche und die schmucke Barockkapelle des ehemaligen Emminger Guts hineinschauen. Auch das Missions- oder Nähmaschinenmuseum lohnen in jedem Fall einen Besuch.

Die Klosterkirche wurde von 1897 bis 1899 im Stil benediktinisch-zisterziensischer Neugotik nach den Plänen des Münchner Architekten Hans Schurr errichtet. Das imposante Gebäude dominiert die oberbayerische Hügellandschaft drumherum.

Im ältesten Missionshaus Deutschlands ist das Missionsmuseum untergebracht. Dort sind die von den Missionaren in Afrika und Asien gesammelten Gegenstände zu bewundern – eine wertvolle völkerkundliche und zoologische Sammlung. Eine Besichtigung der barocken Ottilienkapelle aus dem 15. Jahrhundert ist nur mit Voranmeldung im Exerzitienhaus möglich.

An der Klosterkirche Herz Jesu führt ein steiniger Weg in die Ebene hinunter. Am Rande des Klostergeländes helfen Wegweiser weiter. Doch bevor man die Wanderung gen Eresing fortsetzt, ist der Gang zum Klosterfriedhof ein Muss. Die Klostermauer entlang, Richtung Türkenfeld, vorbei an den klostereigenen Obstbäumen und Gewächshäusern, gelangt man auf das kleine Friedhofsgelände.

Der vorchristliche keltische Grabhügel ist der älteste Teil der gesamten Kosteranlage. 1890 legten die Mönche dort einen Friedhof für eigene Bestattungen an. Dazu wurde der Rundhügel auf achteckigem Grundriss mit drei Terrassenstufen überformt. Gleich daneben erinnert der jüdische Friedhof an die traurige Geschichte während der Nazizeit. 1945 wurden in St. Ottilien aus den Konzentrationslagern befreite, schwerkranke Juden untergebracht. Einige überlebten nur wenige Tage und Wochen und wurden schließlich auf dem Klostergelände beigesetzt. An ihr Schicksal erinnern heute noch zahlreiche Grabsteine.

Frau Polke wickelte früher den Bahnverkehr ab

Nach den Friedhofsbesuchen wenden wir uns noch zum Bahnhof hin. Am Häuschen des ehemaligen Bahnhofwärters treffen wir Elisabeth Polke an. Sie putzt in der Spätsommersonne auf einem kleinen Holzschemel sitzend Holunderbeeren. Mit leuchtenden Augen erzählt die 87-Jährige von der Geschichte des Bahnhofs. Auf dem ganzen Gelände ist ein Blütentraum zu bewundern. Vor allem die Dahlien sind eine wahre Pracht. Das Blumenparadies ist das Werk von Frau Polke. Mit ihrem Mann war sie früher für den Zugbetrieb zuständig, verkaufte Bahntickets und kontrollierte die Fahrausweise. Heute lebt sie allein in dem kleinen Häuschen neben dem Bahnhof. Ihr Mann liegt auf dem Friedhof gegenüber begraben.

Auch wenn wir den Geschichten der alten Dame hätten ewig lauschen können, zieht es uns weiter auf unserer Klosterwanderung. Der Klostermauer entlang geht der Weg zur nächsten Station. Weit führt der Blick über die Ebene. Birken säumen romantisch die kleinen Fahrwege. Am Rand unseres Weges immer wieder Obstbäume und kleine Stadel. Hinter dem Klostergelände führen verschiedene Routen in den Wald. Wir folgen den Hinweisschildern des Geltendorfer Wandervereins und nähern uns Eresing.

Dort lohnt sich ein Gang in die Pfarrkirche St. Ulrich, die 1756/57 von Dominikus Zimmermann umgestaltet wurde. Leider wird der Innenraum gerade renoviert. Im urigen „Alten Wirt“ kehren wir nochmals ein und lassen uns zu einem herzhaften Spanferkelbraten überreden. Hinter dem Gasthaus führt die Route weiter. Die Hauptstraße querend, geht es in die Schwabhauser Straße und hinterm Ortsschild rechts hinein in einen Feldweg den Wald entlang. In Eresing ist es ratsam, nicht den Schildern des Wandervereins Geltendorf zu folgen. Im Zick-Zack-Kurs zwischen Wiesen und Maisfeldern wandern wir weiter gen Norden. Rechter Hand taucht in der Ferne wieder St. Ottilien auf. Irgendwann führt der Weg zurück an die Hauptstraße. Etwas weniger romantisch ist das Schlussstück entlang der Straße bis zum Geltendorfer Bahnhof, dem Ausgangspunkt unserer Klosterrunde.

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