Samstag, 16. Dezember 2017

Landsberg

06. Dezember 2017 22:06 Uhr

Autobahn 96

Gesperrte Tunnel nerven Pendler und Anwohner

Immer wieder werden in Eching und Etterschlag auf der A96 Tunnel nach Höhenkontrollen gesperrt. Die Folge: genervte Pendler und Anwohner. Wie kann Abhilfe geschaffen werden?

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Eigentlich nicht zu übersehen, die Schilder, die auf die Höhenkontrolle hier vor dem Echinger Tunnel bei Greifenberg aufmerksam machen. 
Foto: Julian Leitenstorfer

Wer täglich auf der A96 nach München fährt, der kennt ihn, den Stau vor einem der beiden Tunnel. Überschreitet ein Lkw ein Höhenmaß von 4,30 Metern um ein gewisses Maß, stellt sich die Ampel an der Tunneleinfahrt auf Rot. Seit Einführung der Höhenkontrolle am 19. Dezember 2016 geschah dies am Etterschlager Tunnel 131 Mal und am Echinger Tunnel 37 – dies sind die Zahlen der Verkehrspolizei (VPI) Fürstenfeldbruck.

Bis der Verkehr wieder fließt, kann es dauern. Denn jedes Mal müssen Polizeibeamte der VPI zu dem betroffenen Lkw vor dem Tunnel fahren, mit einer geeichten Messlatte nachmessen und entscheiden, ob er langsam weiterfahren darf. Und im schlimmsten Fall sind die Polizisten gerade im Einsatz am Rande des Dienstgebietes, dann kann alleine die Anfahrt schon mal 20 Minuten dauern, wie der Leiter der VPI, Thomas Totzauer, dem Landsberger Tagblatt sagt. „Bis das dann alles ausgemessen und wieder freigeschaltet ist ...“

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Noch musste kein Lastwagen wenden

Bisher konnten alle zu hohen Lkw durch den Tunnel geleitet werden, laut Totzauer musste noch keiner auf der Autobahn wenden – dazu müsste nämlich an einer Stelle die Mittelleitplanke entfernt werden. Eine Option wäre auch bis zu einer verkehrsarmen Zeit in der Nacht zu warten und den Lkw unter Polizeibegleitung rückwärts fahren zu lassen, wie der Leiter Zentrale Verkehrsaufgaben bei der VPI, Heinz Angermeier erklärt. Es ging bisher durch den Tunnel, auch wenn ein luftgefederter Lkw sei soweit runtergebracht worden sei, dass trotz langsamer Fahrt die Reifen kaputt waren.

Wer im Stau vor dem Tunnel wartet, kann sich wenigsten einer Genugtuung erfreuen, es kostet, wenn der Verkehr steht: „Die Höhenbegrenzung liegt bei vier Metern, alles was drüber ist, braucht eine Ausnahmegenehmigung“, erläutert Angermeier. Wer zwischen vier und 4,20 Metern hohe Fracht fahre, müsse 20 Euro zahlen, wer über 4,20 liege und 60 Euro, wenn es zu keinen Behinderungen komme. Wenn aber die Höhenkontrolle auslöse und der Tunnel gesperrt werde, dann koste es 240 Euro. Ab welcher Höhe genau dieser Mechanismus anspringt, will Angermeier nicht verraten.

Große Unterschiede zwischen den Tunneln

Auch vor dem Aubinger Tunnel leuchtet die Ampel manchmal rot, wie Totzauer und Angermeier erzählen. Aber lange nicht so oft, wie in Etterschlag. Angermeier geht davon aus, dass es mit der Geschwindigkeit zu tun hat, die im Aubinger Tunnel geringer sei. Warum zwischen den Röhren bei Etterschlag und bei Eching so große Unterschiede sind, können weder Totzauer noch Angermeier erklären, wenngleich natürlich auch Lkw erst in Inning auf, beziehungsweise von der Autobahn abfahren.

Eine Belastung ist die immer wiederkehrende Stausituation nicht nur für Pendler, sondern auch für die umliegenden Orte, durch die sich der Verkehr dann alternativ quält. Der Inninger Gemeinderat forderte laut örtlicher Presse bereits Aufklärung von der Autobahndirektion Südbayern.

Auch in Eching ist man nicht erfreut, wenn viel Verkehr auf der Staatsstraße 2070 verläuft, wie Bürgermeister Siegfried Luge gegenüber dem LT sagt. Der Kreisverkehr biete den Echingern aber die Möglichkeit von Nordteil des Ortes in den Süden zu kommen trotzt des Umleitungsverkehrs. Luge würde sich auch dort, wo die südliche Autobahnanschlussstelle Greifenberg an die Staatsstraße 2055 anschließt, einen Kreisverkehr wünschen. Denn bei hohem Verkehrsaufkommen sei es schwierig, von Eching kommend links Richtung Schondorf abzubiegen. Auch in Inning wäre ein Kreisverkehr eine gute Lösung.

Es gibt Gespräche

Auch in München denkt man darüber nach, wie die Situation an den Tunneln verbessert werden kann. Wie Angermeier bestätigt, gibt es Gespräche zwischen der Autobahndirektion, der Obersten Baubehörde und dem Innenministerium, mobile Höhenmessungen aufzustellen und zu hoch beladene Lkw schon vor Greifenberg, Inning oder Wörthsee abzufangen. Es handle sich dabei um einen Gittermasten, der aufgestellt werde. Eine Entscheidung dazu gebe es aber noch nicht, so Angermeier.

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Kommentar: Die Sicherheit geht vor 

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Ein Artikel von
Stephanie Millonig

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Ressort: Lokalnachrichten Ammersee


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