Donnerstag, 29. Juni 2017

Landsberg

10. Juni 2011 16:00 Uhr

Benefiz

Kirschblüten und Trommeln

Ungewöhnliches Konzert in der Waldorfschule Von Alois Kramer

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Konzert in der Waldorfschule: Atsuko Aoki (Sopran) und Junko Podwojewski (Klavier).
Foto: Thorsten Jordan

Landsberg Mit einem faszinierenden, aufregend ungewöhnlichen Benefizkonzert, erfrischend und uneitel moderiert von Ulla Müller, das die Zuhörer mitten in das Herz und die Seele japanischer Kultur und Mentalität führte, gedachten die Rotarier Landsbergs am Mittwoch der Menschen in dem von drei Katastrophen geschundenen Land. „Die Liste der Dinge, die zu tun sind, wird nicht kürzer, sondern länger“ zitierte Müller, Journalistin beim Bayerischen Rundfunk, den Gouverneur der Präfektur Myagi. Diese Region war am meistens vom Erdbeben und Tsunami betroffen. „Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie nicht vergessen wollen“, sagte die Moderatorin zum Publikum. Über 350 Besucher durfte der Präsident der Landsberger Rotarier, Erwin V. Lauschner, im Theatersaal der Freien Waldorfschule begrüßen.

Mehr als dreieinhalb Stunden dauerte das begeistert applaudierte Konzert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 10000 Euro Gesamterlös. 8500 Euro kamen über Sponsoring und Eintrittsgelder in die Kasse, 1000 Euro legten die Landsberger Rotarier dazu und der Governor des zuständigen Rotarierdistrikts, Rainer Späth, stockte mit 500 Euro zur runden Summe auf. Die Geldspenden werden über die Partner-Rotarier in Japan zu 100 Prozent einem von Franziskanerinnen geleiteten Waisenhaus in der Provinz Myagi zugeführt. Die Pianistin Junko Podwojewski, eine geborene Japanerin, wie Ulla Müller in Schwifting wohnend, hatte die Idee zu dem Wohltätigkeitskonzert.

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Viele Wohltätigkeitsveranstaltungen für Japan gab es in den vergangenen Monaten. Doch bei wohl kaum einer war so viel authentische japanische Musik zu hören. Den ersten Teil des Konzerts gestaltete Dr. Maximilian Hofbauer mit japanischen Elementen, im zweiten stand traditionelle abendländische Kammermusik auf dem Programm.

Koto: eine überdimensionale Zither

Der Abend beginnt mit Rhythmus. Eine große Trommel dominiert die Bühne, mehrere kleine sind vor ihr aufgebaut. Eine japanische Musikerin schlägt die große im Takt. Das Schlagen wird immer schneller und schneller, eine zweite helle Trommel kommt dazu. Ein kurzer Schrei, dann ist der Auftakt beendet.

Vor den Trommeln auf dem Boden liegt eine Koto, eine Art überdimensionaler Zither. Volker Weinberg kniet sich hinter das Instrument und beginnt es zu zupfen. Michiko Bering-Inagaki begleitet ihn mit einer anrührenden japanischen Weise auf der Querflöte. Das Bild einer Naturidylle entsteht. Jetzt begreift man die Ästhetik dieses Landes, spürt die Wichtigkeit jedes einzelnen Tones. Ein Höhepunkt ist die Zen-Shakuhachi, eine Bambusflöte, auf der Renkei Y. Hashimoto ganz sanft die traditionelle Komuso-Musik aus dem 14. Jahrhundert intoniert. Es ist wie eine Meditation. Das Publikum verharrt in völliger Stille und lauscht aufmerksam. Bei der Eko, die traditionelle Musik für ein Requiem, verlöscht das Licht, nur die leisen, langgezogenen, fast gehauchten Töne der Zen-Shakuhachi füllen den Raum. Die Kirschblüte besingt Atsuko Aoki. Sie trägt ein langes, knallrotes Kleid, eine Papierkirschblüte ziert ihr schwarzes Haar. Später wird die Sopranistin noch die Arie „Un bel di vedremo“ aus der Madam Butterfly mit ihrem leicht dunklen Timbre vortragen –·und zum Schluss das Gedicht des Dichters Mijazawa. Es handelt von der Ergebenheit japanischer Kleinbauern in das karge Leben. Mit einer Festtrommel, einer ganz besonderen Weise, die nur in der Präfektur Myagi gespielt wird, endet der erste Teil. Die Damen des Tampopo (Löwenzahn)-Ensembles begeisterten mit Trommelkunst.

Traditionell gehalten war der zweite Teil des Abends. Eine entzückende Maura Knieriem spielte auf der Harfe eine reizende Barockkomposition, Michael Christians interpretierte virtuos auf der Violine ein überraschend frisches und lebhaftes Rondo capriccioso von Camille Saint-Saëns. Franz Lichtenstern dann zusammen mit Junko Podwojewksi am Klavier und Ursula Mayinger an der Violine beim Klaviertrio in c-Moll von Ludwig van Beethoven aus opus 1 Nr. 3.

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