Sonntag, 24. September 2017

Landsberg

28. Juni 2011 19:00 Uhr

Kreis Landsberg

Steinzeit-Siedlungen auf der Weltkulturerbe-Liste

Die Unesco nimmt die steinzeitlichen Siedlungen Pestenacker und Unfriedshausen (Kreis Landsberg) in seine Weltkulturerbe-Liste auf - allerdings auf einem der hinteren Plätze.

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Die Prähistorischen Siedlungen Pestenacker und Unfriedshausen sind Weltkulturerbe. In Pestenacker steht eine nachgebaute Hütte.

Es sind viele berühmte Namen: die Akropolis, der Tower von London, der Kölner Dom, Venedig und seine Lagune oder der Kakadu-Nationalpark in Australien. Sie alle sind in der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Und auf Platz 912 wird jetzt die rund 5500 Jahre alte Prähistorische Siedlung Pestenacker und die steinzeitliche Fundstätte Unfriedshausen geführt. Am Montag hat das Welterbe-Komitee in Paris prähistorische Pfahlbauten aus sechs europäischen Ländern im Alpenbereich als Weltkulturerbe anerkannt. Insgesamt umfasst die Liste 111 Fundstätten, drei davon liegen in Bayern – neben Pestenacker (Gemeinde Weil) und Unfriedshausen (Gemeinde Geltendorf) die Roseninsel im Starnberger See.

„Wir freuen uns natürlich“, sagt Kreisheimatpfleger Dr. Guntram Schönfeld, der die Ausgrabungen in Pestenacker lange begleitet hat. „Das war eine 50:50-Entscheidung. Es wäre auch möglich gewesen, dass die Aufnahme verschoben wird.“ Insgesamt hatten sich Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien und Frankreich unter Schweizer Federführung länderübergreifend mit 156 Projekten bei der Unesco beworben, 111 wurden nun ins Welterbe aufgenommen. Darunter auch steinzeitliche Pfahlbauten am Bodensee.

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Für Dr. Guntram Schönfeld bedeutet der Titel nun, „dass bald ein Schild hinkommt, das auf das Weltkulturerbe hinweist, dass daraus aber auch viele Verpflichtungen entstehen“. Konkret: Dass die Feuchtbodensiedlungen bei Pestenacker und Unfriedshausen, die sich allesamt auf Privatgrund befinden, vor bodenzerstörenden Maßnahmen geschützt werden, „worauf bisher auch schon geachtet wurde“. Andererseits dürfe man auf staatliche Förderungen hoffen. Dass die Aufnahme ins Weltkulturerbe auch Fördergelder für einen geregelten Museumsbetrieb in Pestenacker bringt, darauf hofft Dr. Ernst Rieber, Vorsitzender des Fördervereins Prähistorische Siedlung. „Es ist eine große Chance für das Museum, wir haben dort nicht mal Elektrizität, nur Generatoren. Und vielleicht stellt das Landesamt dann mehr Funde für Ausstellungen zur Verfügung.“ Ins gleiche Horn stößt Weils Bürgermeister Anton Bauer, der sich sehr über die Aufnahme in die Unesco-Liste freut. „Im Museum ist bislang nur wenig zu sehen. Und die Gemeinde hat nicht die finanziellen Mittel, ein solches Projekt zu stemmen, wenn sich der Landkreis nicht an Personalkosten beteiligt.“

Projektkonzept für die Siedlung

Auf Unterstützung seitens des Landkreises darf man hoffen. Landrat Walter Eichner: „Für den Landkreis ist es von großer Bedeutung, dass die prähistorischen Siedlungen in Pestenacker und Unfriedshausen in die Welterbeliste aufgenommen wurden. Wir sehen uns auch in der Pflicht mit dieser hohen Ehre entsprechend umzugehen, und die Gemeinde Weil und den Förderverein in Zukunft flankierend zu unterstützen.“ Nach Angaben von Dr. Rieber ist bereits ein Projektkonzept erstellt. „Wir können zwar keine klassische Museumstätigkeit aufnehmen, aber wir wollen eine Begegnungsstätte für alle Menschen schaffen. Aktivitäten sind wichtig und wir wollen dabei keine Wandregale voller Ausstellungsstücke, das ist nämlich überholt.“ Stattdessen seien Aktionen geplant, um Besuchern das Leben der Menschen in der Steinzeit näherzubringen. Dennoch strebt der Wissenschaftler an, dass eine Stelle im Museum geschaffen wird, um den Besuchern die Geschichte des Weltkulturerbes genauer zu erläutern. „Denn die Ansprüche werden jetzt steigen.“

Dass nach den Forschungsjahren 1988 bis 1993 und 2000 bis 2004 noch einmal in Pestenacker Grabungen stattfinden, schließt Kreisheimatpfleger Dr. Guntram Schönfeld aus. „Es wäre nicht sinnvoll, weiter zu graben. In Pestenacker droht die Gefahr der Austrocknung.“

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Ein Artikel von
Dominic Wimmer

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Ressort: Lokalnachrichten Landsberg


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