Donnerstag, 19. Oktober 2017

Landsberg

04. Januar 2017 00:33 Uhr

Versorgung

Welches Wasser fließt wohin?

Der Grundwasserstock bei Bischofsried speist die Anlagen von Dießen, vom Zweckverband Ammersee-West und von Raisting. Für Riederau ändert sich etwas

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Hier fließt das Wasser aus der Bischofsrieder Quelle in die Fassung der Dießener Wasserversorgung, für die Michael Deininger verantwortlich ist.
Foto: Thorsten Jordan

Die Gemeinde Dießen ist mit Quellwasser gesegnet und versorgt nicht nur die eigenen Haushalte: Auf St. Georgener Flur gewinnen auch der Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Ammersee-West sowie die Gemeinde Raisting das wichtige Nass – in jeweils unterschiedlichen Anlagen. Aus der Historie heraus – einige Orte waren damals noch eigenständig – ergibt sich ein komplexes Netzwerk der Wasserversorgung, das jetzt ein wenig vereinfacht wird: Künftig wird Riederau über eine Leitung von Dießen her angeschlossen und nicht mehr über den Zweckverband versorgt.

Der Zweckverband hat sich umstrukturiert (LT berichtete) und von den Mitgliedsgemeinden deren Wasserleitungsnetze übernommen. Im Zuge dieser Veränderungen ist Dießen aus dem Zweckverband ausgetreten. Die Marktgemeinde war als Rechtsnachfolgerin der früheren Gemeinde Rieden Mitglied in diesem Verband. Man habe sich für „eine Wasserversorgung in einem Gemeindegebiet“ entschlossen. Das heißt, die Gemeinde gibt ihre Leitungen in der früheren Gemeinde Rieden nicht an den Zweckverband ab. Einen Teil des benötigten Wassers wird die Kommune aber weiterhin vom Zweckverband beziehen, zum Beispiel für Bierdorf. Diese Ortsteile mit dem Dießener Netz zu verbinden sei technisch zu aufwendig, erklärt Bürgermeister Herbert Kirsch.

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Wasser wird bei Bischofsried gefördert – oder läuft direkt aus dem Hang: 140 Liter liefert diese Quelle pro Sekunde, berichtet Wassermeister Michael Deininger. Davon darf die Gemeinde 49 Liter nutzen, und täglich werden in der Regel elf Stunden lang 40 Sekundenliter gefördert, um den Hochbehälter am Schinderweg (2000 Kubikmeter) in Dießen und in Pitzeshofen (800 Kubikmeter) zu füllen.

Neben der Bischofsrieder Quelle gibt es etwas südwestlich neben dem Nixenweiher zwei Brunnen des Zweckverbandes Wasserversorgungsgruppe Ammersee-West, die aus 18 beziehungsweise 28 Metern Tiefe Wasser fördern. Über eine Transportleitung geht dieses Wasser in eine Kammer des Schondorfer Hochbehälters – oder wird bei Bedarf auf der Strecke bei Bierdorf, Riederau oder Utting abgezweigt.

Aus den zwei Brunnen wird aber auch Wasser in den Hochbehälter nach Pitzeshofen gepumpt. Von dort aus werden die drei Ortsteile Dettenschwang, Dettenhofen und Obermühlhausen, welches früher einen eigenen Brunnen hatte, versorgt. Bis in die 1960er-Jahre hatten auch die beiden damals noch eigenständigen Gemeinden Dettenschwang und Dettenhofen am Nixenweiher Wasser gefördert – bis eine neue Brunnenbohrung des Zweckverbandes ihnen buchstäblich das Wasser abgrub. Über Verträge wurde damals geregelt, dass der Zweckverband den beiden Dörfern das Wasser liefert.

Derzeit werden mit den beiden Zweckverbandsbrunnen also teilweise der Hochbehälter in Pitzeshofen sowie Bierdorf, Riederau, Rieden, Holzhausen, Utting und Achselschwang versorgt. Ändern wird sich dies nur für Riederau – ab voraussichtlich Dezember. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates ging es darum, wie viel die Gemeinde dem Zweckverband für das in den Hochbehälter oder in den Bereich Riederau gelieferte Wasser zahlt. Dies wurde neu kalkuliert. Für die Bürger in den jeweiligen Orten ändert sich dadurch aber nichts, in ganz Dießen gilt ein Wasserpreis von 1,39 Euro pro Kubikmeter zuzüglich Mehrwertsteuer. Das Wasser der Bischofsrieder Quelle und der Bischofsrieder Brunnen des Zweckverbandes können übrigens problemlos gemischt werden – es stammt aus dem gleichen Grundwasserstock, was auch einen Notverbund einfach macht. Das Wasser, welches der Zweckverband in seinem Schondorfer Brunnen fördert, ist dagegen nicht kompatibel, es stammt aus Tiefen um die 190 Meter und hat somit eine andere chemische Zusammensetzung. Es wird in der zweiten Kammer des Schondorfer Hochbehälters gesammelt. Von dort aus geht es nach Schondorf, Greifenberg und Eching. Raisting wiederum bezieht seit 1928 Wasser aus der Gemarkung St.Georgen. Jahrzehntelang gab es Auseinandersetzungen wegen des Wasserrechts, da auch die Dießener Triebwerksbesitzer Quellwasser für den Mühlbach beanspruchten – Querelen, die sich bis in die 1990er-Jahre zogen. Heute hat Raisting Brunnen nahe dem Seehof, das neue Wasserschutzgebiet wurde 2011 ausgewiesen.

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Ein Artikel von
Stephanie Millonig

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Ressort: Lokalnachrichten Ammersee


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