Freitag, 18. April 2014

23. Oktober 2013 15:10 Uhr

Bad Wörishofen

Skyline Park wird erweitert: Wasserpark mit höchster Rutsche

Der Skyline Park in Bad Wörishofen wird erweitert: Betreiber Joachim Löwenthal plant, einen Wasserpark mit Deutschlands höchster Rutsche zu bauen.

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Bad Wörishofen Nach der Saison ist vor der Saison: Im Skyline Park Bad Wörishofens steht die bislang größte Erweiterung bevor. Inhaber Joachim Löwenthal investiert ab 2014 bis 2016 insgesamt 6,5 Millionen Euro. Löwenthal will nordöstlich der neuen Achterbahn ein Naturfreibad bauen. Der Clou: Auf einer Insel in der 4000 Quadratmeter großen Wasserfläche wird es eine Rutschenlandschaft mit Deutschlands höchster Rutsche geben. Im Jahr 2015 soll das Bad eröffnen, wenn alles klappt.

Löwenthal überlegt derzeit, ob die Anlage auch Besuchern zugänglich gemacht wird, die keine Eintrittskarte für den Skyline Park gelöst haben. Damit würde Bad Wörishofen praktisch ein zweites Freibad erhalten. Eine Entscheidung sei diesbezüglich aber noch nicht gefallen, sagte Löwenthal gestern. Zuerst wolle er das Gespräch mit der Stadtverwaltung suchen.

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Achterbahn kommt per Schiff aus Mexiko

Als zweite Großattraktion hat Löwenthal eine Achterbahn mit Vierfach-Looping beschafft. „Die Bahn ist 40 Meter hoch und 1400 Meter lang“, sagt Löwenthal. Einst wurden die Fahrgäste mit dem 6,5-Fachen ihres Körpergewichts in die Sitze gedrückt. „Das war aber zu heftig“, sagt Löwenthal. Mittlerweile wurde das Gerät eines bayerischen Herstellers entschärft. Achterbahnfans werden aber auf ihre Kosten kommen, verspricht Löwenthal.

Dieses Projekt wird auch eine logistische Herausforderung, denn derzeit steht die Achterbahn in Mexiko. Im Mai 2014 beginnt Löwenthal mit dem Abbau. Etwa vier Wochen werde das dauern. Die zerlegte Bahn wird dann in 50 bis 60 Container verpackt und per Schiff nach Deutschland transportiert. Die Fracht kommt dann in Bremerhaven oder Hamburg an. Danach wird die Bahn in Löwenthals eigener Werkstatt in Norddeutschland generalüberholt, bevor sie nach Bad Wörishofen kommt. Dort soll sie dann östlich des bisherigen Bestands stehen, direkt an der B 18. All das dauert seine Zeit. „Wir rechnen deshalb mit der Eröffnung im Jahr 2016“, sagt der Parkbetreiber.

Probleme bei der Suche nach Personal

Bereits im nächsten Jahr soll der Abenteuerspielplatz Wirklichkeit werden, den Löwenthal plant. Möglich wurden die Erweiterungen erst, nachdem Löwenthal Grundstücke dazukaufen konnte. Nun stünden sechs bis sieben Hektar zur Verfügung, etwa die Hälfte des Bestands. Die nötigen Bebauungspläne seien bereits rechtskräftig. Theoretisch könnte es sofort losgehen.

Mit der Parkerweiterung wird die Löwenthal-Belegschaft von etwa 180 auf über 200 Angestellte wachsen. Allerdings gestalte sich die Personalsuche schwierig, der Markt für Facharbeiter sei im Unterallgäu leergefegt. Gerade erst habe man deshalb einen Elektriker aus Bremerhaven eingestellt, sagt Löwenthal. Auch um die ungelernten Kräfte würden sich die Betriebe reißen, allen voran die Gastronomie. An der Bezahlung im Skyline Park liege es jedenfalls nicht, dass man sich so schwertut, sagt Löwenthal. „Wir zahlen auch für ungelernte Kräfte ordentlich“, mehr als etwa Amazon. Löwenthal behilft sich mit Arbeitskräften aus Osteuropa. Es würden allerdings weniger, sagt er. Derzeit belaufe sich ihr Anteil an der Belegschaft auf 15 bis 20 Prozent.

Besucher äußern Kritik am Wegwerfgeschirr

Nichts ändern werde sich am Gebaren des Parks, an den Essensausgaben auf Wegwerfgeschirr zu setzen. Dies hatte heuer teilweise für Kritik von Besuchern gesorgt. Der jährliche Müllberg sei sicher zehn Tonnen schwer, räumt Löwenthal ein. Genau habe er das noch nie ermittelt. Dahinter stünden aber steuerliche Erwägungen.

Mit einem anderen System und Porzellangeschirr würde der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent nicht mehr greifen, sagt er. Speisen und Getränke würden also auf einen Schlag zwölf Prozent teurer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei aber ein Aushängeschild des Parks. 365000 Gäste lockte das Angebot heuer an, ein Rückgang von zehn Prozent. Schuld daran sei der verregnete Saisonstart gewesen. Das habe man bis zum Saisonschluss am Sonntag nicht mehr aufholen können. Allerdings hätten eine leichte Preiserhöhung und ausgabefreudige Gäste dazu geführt, dass der Umsatz mit etwa 7,5 Millionen Euro konstant geblieben sei, berichtet Löwenthal.

Mit den neuen Attraktionen wolle man die Marke von jährlich 500000 Gästen erreichen und den Umsatz natürlich kräftig steigern. Allerdings müssten die Gäste mit moderaten Preissteigerungen rechnen, kündigt Löwenthal an, frühestens aber ab 2015. Man werde aber auch dann immer noch deutlich unter 30 Euro für Erwachsene bleiben.

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