Dienstag, 16. Januar 2018

28. Januar 2017 14:55 Uhr

Ulm

„Angst-Raum“ Fernbusbahnhof

„Unter aller Sau“ ist nach Meinung von Lokalpolitikern der Halt in Böfingen. Dies spiegelt sich in niedrigen Fahrgastzahlen wider. Die SPD bringt einen neuen Standort ins Spiel.

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Wegen der Baumaßnahmen rund um den Hauptbahnhof, halten in Ulm die Fernbusse mittlerweile in der Eberhard-Finck-Straße in Böfingen.
Foto: Alexander Kaya

Besonders wenn es dunkel wird, ist die Fernbushaltestelle der Eberhard-Finck-Straße in Ulm -Böfingen kein einladender Ort. Umgeben von Grünflächen und am Abend meist leer stehenden Firmengebäuden, lässt sich dort im Ulmer Nordosten, sobald die Sonne untergegangen ist, keine Menschenseele blicken.

Dass sich diese kaum einladende Umgebung auch auf die Fahrgastzahlen auswirkt, belegen Zahlen des Fernbusanbieters Flixbus: Während am Ulmer Halt in Böfingen im vergangenen Jahr nur 120000 Flixbus-Fahrgäste gezählt wurden, sind es in mit der Münsterstadt vergleichbaren Städten viel mehr: In Heidelberg etwa kauften im vergangenen Jahr 450000 Menschen ein Flixbus-Ticket, in Freiburg waren es gar eine Million Passagiere.

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Torben Otte, beim Berliner Unternehmen Flixbus für die Standortplanung zuständig, kann sich diese geringeren Fahrgastzahlen nur mit der ungünstigen Lage des Fernbushalts erklären. Ulm schneide sich damit ins eigene Fleisch: Denn eine Befragung des Unternehmens habe ergeben, dass in Städten mit zentral gelegenen Fernbushalten bis zu 85 Prozent bei der Anreise auf motorisierten Individualverkehr verzichten. Wer in einer Stunde per Bus in Stuttgart sein kann, wolle sich nicht – wie in Ulm oft nötig – 25 Minuten für die Anreise zum Busbahnhof in die Straßenbahn setzen. Dass die Ulmer aber durchaus Bedarf an Reisen mit Fernbussen haben, ließe sich trotz vergleichsweise weniger Fahrgäste, an den Steigerungsraten erkennen: Der Ticketverkauft verdoppelte sich im vergangenen Jahr verglichen mit 2015.

Der Flixbus-Vertreter besuchte gemeinsam mit der Fraktion der SPD im Ulmer Gemeinderat den Ulmer Fernbushalt. Jüngst stellte der ADAC deutschen Fernbusbahnhöfen ein vernichtendes Zeugnis aus. Ulm war nicht dabei, doch der Ulmer Gemeinderat und Landtagsabgeordnete Martin Rivoir kann sich vorstellen wieso: „Für Ulm müsste die Kategorie ’unter aller Sau’ extra eingeführt werden.“ Ein „Angst-Raum“. Zusammen mit seiner Fraktion will Rivoir vor diesem Hintergrund demnächst einen Antrag an Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch richten: In der Schillerstraße, wo derzeit ZOB-West (also der zentrale Omnibusbahnhofs West) provisorisch untergebracht ist, soll nach Meinung der Fraktion künftig ein Fernbusbahnhof entstehen. Ohnehin sei hier ein Parkhaus geplant. Nach dem Vorbild etwa des Mannheimer Fernbusbahnhofs könnte sozusagen unter dem Parkhaus im Erdgeschoss der Bahnhof entstehen. Der neue modernisierte Busbahnhof Mannheim befindet sich neben dem Hauptbahnhof, fast so wie es in Ulm der Fall wäre. Da der Busbahnhof überdacht ist, profitieren Reisende auch bei schlechtem Wetter von mehr Komfort. Die zentrale Lage des Busbahnhofs sorgt dafür, dass man schnell mit dem Linienbus in die Innenstadt gelangt. Zudem, so Rivoir, sei es ein Vorteil, dass nahe des Bahnhofs etwa auch Toiletten in Reichweite seien. Zu diskutieren sei, so Rivoir, ob die Busbetreiber an den Kosten für den Betrieb eines Fernbusbahnhofs, vergleichbar wie in anderen Städten, beteiligt werden können. Gründe, die gegen einen Fernbusbahnhof an der Schillerstraße unweit des Hauptbahnhofs sprechen, gibt es aus Sicht von Rivoir nicht. Möglich ist aus Sicht des Abgeordneten eine Verlegung erst in drei Jahren.

Das Angebot an Fernbuslinien in Ulm wächst stetig: Mittlerweile können Reisende mit Flixbus zum Beispiel direkt nach Rom, Bologna, Verona, Venedig oder Bozen reisen. Auch weitere innerdeutsche Anbindungen, etwa nach Füssen, kamen neu hinzu. 2017 wird das Netz international bis nach Skandinavien erweitert. Auf einigen Strecken ist aber Geduld gefragt: Für eine Reise nach Zürich etwa, müssen sieben bis acht Stunden veranschlagt werden.

Freilich ist Flixbus nicht der einzige Anbieter in Ulm. Die Firma Eurolines beispielsweise, hat zahlreiche Ziele im Ausland und insbesondere Osteuropa im Angebot. Da ist Sitzfleisch gefragt: In satten 23 Stunden und 55 Minuten geht es für 128 Euro ohne Umsteigen ins kroatische Pristina.

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