Samstag, 20. Dezember 2014

25. August 2011 00:07 Uhr

Glaube

Der Dorn und die Bruderschaft

Auf den Spuren von Christusreliquien und anderen Mysterien in der Klosterkirche Von Manfred Deger

i

Oberelchingen Wer Geheimnissen auf die Spur kommen will, muss in die Kirchen gehen – das zumindest der ehemalige Mesner der Oberelchinger Klosterkirche, Karl Rösch. Zwei solcher Spuren kann man in der Klosterkirche verfolgen. Die eine führt zu einem, der Legende nach „echten“ und wunderwirkenden „Dorn aus der Dornenkrone Christi“ und die andere zur „Bruderschaft der Sieben Schmerzen Mariens“, der Elchingen diese wertvolle Christusreliquie zu verdanken hat.

Erst vor 20 Jahren wurde der Christusdorn den Gläubigen wieder zugänglich gemacht und ist seither in einem wertvollen Schrein im Altar zu sehen. Nach Gründung der „Bruderschaft von den Sieben Schmerzen Mariens“ im Jahre 1644 hatten sich Baron Wilhelm von Stotzingen und seine Frau Ephorosina als Mitglieder der bis heute aktiven Bruderschaft einschreiben lassen. Dabei versprach der Baron die „Stiftung eines heiligen Dornes aus der Dornenkrone Christi“. Tatsächlich kam der Dorn im Jahre 1650/51 nach Elchingen. Woher der Baron den Dorn hatte, ist ungewiss. Eine Spur weist jedoch nach Überlingen, wo eine Verwandte des Barons, Margarethe von Stein, dem Kloster der Benediktinerinnen bei Einsiedeln ebenfalls einen Dorn vermacht hatte.

ANZEIGE

Seine Wunder- und Heilkraft wird in der geschichtlichen Überlieferung an mehreren Ereignissen dargestellt. Vor etwa 360 Jahren wurde er sicherheitshalber in der Kirche eingemauert, so berichtet die Chronik. Bei Renovierungsarbeiten habe ihn „ein einfältiger und gewissenloser Tagelöhner gestohlen“. Man entdeckte die Reliquie wieder, als man den Dornendieb „erhängt wie Judas“ in seiner Kammer auffand. 1765 kam der Dorn mit einem umfangreichen Echtheitszertifikat nach Elchingen zurück. Bis zu seiner Einarbeitung in den neuen Altar der Klosterkirche war er samt seinem Behältnis in München eingelagert.

Bereits 1644 wurde von Abt Johannes Treu (1638-1657) die „Bruderschaft der Sieben Schmerzen Mariens“ in der Überzeugung gegründet, dass das Kloster Oberelchingen ohne die Hilfe der Gottesmutter die schweren Stürme des 30-jährigen Krieges nicht überstanden hätte. Sie wurde 1688 in die römische Erzbruderschaft der „Serviten“ aufgenommen und verfügt über deren Rechte und Pflichten wie „Beichte, Kommunion und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters“. Die Verleihung des schwarzen Ordensumhangs von Maria an die Serviten ist im Deckengemälde des linken Seitenflügels der Oberelchinger Klosterkirche dokumentiert.

Der Vorstand der Bruderschaft besteht aus dem jeweiligen Pfarrer der Klosterkirche, dem „Präses“ und zwölf auf Lebenszeit gewählten „Konsultoren“ (Ratgebern). Jeweils vier der Konsultoren kommen aus den Elchinger Ortsteilen Oberelchingen, Thalfingen und Unterelchingen. Stirbt ein Konsultor, schlagen seine drei Mitbrüder einen Nachfolgekandidaten vor, der dann von allen einstimmig in den Vorstand berufen werden muss.

Der Vorstand bereitet die Marienfeste wie den „Hohen Umgang“ vor, setzt sich für die Erhaltung der Wallfahrt zur „Maria der Sieben Schmerzen“ in der Oberelchinger Klosterkirche ein und begleitet dort alle kirchlichen Feste und Feiertage. An jedem ersten Sonntag im Monat, dem „Bruderschaftssonntag“, ziehen die Konsultoren in einer Prozession zur Schmerzensmutter in die Klosterkirche. Die 450 Mitglieder der Bruderschaft kommen größtenteils aus den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg, Dillingen, Donauwörth und Biberach. Bis heute werden neue Mitglieder aufgenommen. Sie erhalten nach der Aufnahme das „Skapulier“, ein Medaillon, das früher nicht nur als Schmuck getragen wurde, sondern auch im Haus aufbewahrt oder im Feld vergraben wurde. Es sollte Haus und Hof und die Ernte schützen. Das Medaillon ist einem Original nachgebildet, das in einem Feld bei Oberelchingen gefunden wurde. Nachzulesen sind diese Dinge im „Bruderschaftsbuch“, von dem ein Original aus dem Jahre 1751 erhalten ist.

i

Artikel kommentieren

Ihr Wetter in Neu-Ulm
19.12.1419.12.1420.12.1421.12.14
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Regen
	                                            Wetter
	                                            Regenschauer
                                                Wetter
                                                wolkig
Unwetter3 C | 10 C
2 C | 6 C
1 C | 5 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung

Neu-Ulm
Was halten Sie von Laser Tag?

Die Umfrage ist beendet. Es haben 342 Leser teilgenommen.

Tolles Spiel, macht Spaß
43 %
So wird Krieg verharmlost
42 %
Mir egal
15 %

Pfaffenhofen
Was halten Sie von der Nord-Ost-Umfahrung?

Weißenhorn
Gibt es genug Parkplätze in der Innenstadt?

Unternehmen aus der Region

Bauen + Wohnen

Jobs in Neu-Ulm


Wie gut kennen Sie Neu-Ulm?
Partnersuche