Mittwoch, 18. Oktober 2017

21. August 2017 18:00 Uhr

Ulm

Fury In The Slaughterhouse: Eine ganze Menge Leben

Die deutsche Band Fury In The Slaughterhouse krönen die Wiblinger Freiluftkonzerte.

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Blaue Stunde im Wiblinger Klosterhof mit der Band Fury In The Slaughterhouse und ihrem Sänger Kai Wingenfelder.
Foto: Felix Oechsler

Eigentlich gibt es diese Band ja gar nicht mehr – was wirklich schade ist, denn in Fury In The Slaughterhouse steckt noch eine ganze Menge Leben. 2600 Menschen waren zum Abschluss der Klosterhof-Konzerte nach Wiblingen gekommen, um die kurzzeitig Wiederauferstandenen zu feiern. Sie haben es verdient.

Vor neun Jahren hatte sich Hannovers zweitbekannteste Band bereits aufgelöst und ist jetzt nach eigenem Bekunden nur für kurze Zeit zusammengekommen, um die Gründung vor 30 Jahren mit einer Tour zu feiern. Vielleicht vollziehen die Furys ja auch den Rücktritt vom Rücktritt wie die Scorpions, die sich von ihrer Abschiedstournee irgendwann verabschiedeten und einfach weitermachten wie bisher. An den Erfolg von Hannovers größtem Musikexport konnten die Furys zwar nie heranreichen, doch sie haben im Laufe ihrer langen Karriere gut vier Millionen Platten verkauft und waren Anfang der 90er ziemlich gut im Geschäft, wobei es da durchaus ein kleines Nord-Süd-Gefälle gab. Oberhalb des Weißwurst-Äquators hatten sie immer ein bisschen mehr Erfolg. Aber die Furys wurden und werden auch im Süden geliebt. Das Publikum im Klosterhof feiert die Band 30 Songs lang.

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Die Atmosphäre an diesem endlich mal wieder vom Regen verschonten Abend ist locker-kumpelig, denn auch die Musiker wirken so, als würden sie nach dem Auftritt noch mit jedem einzelnen ein Bier trinken wollen. Ja, die Show mit ihren vielen bunten Video-Einspielungen ist einer großen Bühne würdig, doch untereinander benehmen sich die Sieben eher so, als spielten sie gerade in einem kleinen Keller-Club vor ein paar Dutzend Leuten. Sie veralbern sich gegenseitig, witzeln, schmeißen mal eine spontane Maffay-Parodie dazwischen, die nahtlos in eine Lindenberg-Parodie übergeht. Das ist Lichtjahre entfernt von einer in Routine erstarrten Rock-Show. Denen da oben macht das wieder Spaß, nachdem sie sich früher vermutlich genauso leidenschaftlich gestritten haben.

Das überträgt sich natürlich auf die Musik. Ihr amerikanisch grundierter Gitarrenrock klingt knarzig, bodenständig, aber mit dem nötigen Biss. Und er lässt sich gut mitsingen, vor allem, wenn die Stücke von Furys erfolgreichstem Album „Mono“ stammen. Schon an vierter Stelle im Set servieren sie „Radio Orchid“, einen ihrer erfolgreichsten und schönsten Songs – das ist mutig. Aber da kommt ja noch eine ganze Menge mehr, das lautstark in den Nachthimmel gesungen werden muss, wie „When God Goes Home“ oder „Milk and Honey“ oder „Bring Me Home“ oder der Mandolinen-Schunkler „When I’m Dead And Gone“ von der weithin vergessenen Band McGuinness Flint.

Und noch eine Fremdkomposition drehen sie durch den Fury-Fleischwolf: „Boys Don’t Cry“ von The Cure. Das klingt im Akustikgitarrengewand wunderbar locker und luftig und ist plötzlich befreit von jeglicher Weinerlichkeit. Doch am lautesten geht es natürlich beim letzten Stück vor den drei Zugaben zu, bei „Won’t Forget These Days“, das dann exzessiv und lautstark zelebriert wird.

Eines kann man dem Wiblinger Publikum beileibe nicht nachsagen, dass es maulfaul sei. Es macht die Show zu einem echten Feier-Abend. Vielleicht lässt sich die Band von solchen Auftritten ja überzeugen, dass sie Scorpions-artig den Unsinn mit der Trennung einfach wieder sein lassen und weitermachen.

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