Samstag, 24. Juni 2017

06. März 2017 10:00 Uhr

Roggenburg

Minister Müller preist Landjugend

Einer der größten Verbände für junge Leute feiert Geburtstag und die Politprominenz steht bei der Bundesversammlung Spalier. Der bekannteste Redner setzt sich für fairen Handel ein. Von Gerrit-R. Ranft

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Die versammelte Prominenz: Josef Miller, Theo Waigel, KLJB-Referentin für internationale Entwicklung Julia Wäger, Minister Gerd Müller sowie die beiden gleichberechtigten KLJB-Vorsitzenden Stephan Barthelme und Tobias Müller.
Foto: Ranft

Vier Tage lang haben mehr als hundert Delegierte der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) ihre Bundesversammlung im Bildungszentrum des Klosters Roggenburg gehalten. Festredner zum 70-jährigen Bestehen der KLJB war am Samstagabend der aus Deisenhausen bei Krumbach stammende Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Hauptthemen der mehrtägigen Veranstaltung waren nach Angabe des Bundesvorsitzenden Stephan Barthelme die politischen Entwicklungen und Visionen für Europa, die Bundestagswahl im Herbst, die Integration von Flüchtlingen. „Uns ist wichtig“, sagte Barthelme, „in die Herausforderungen, mit denen die Europäische Union konfrontiert ist, die Sicht der Jugend einzubringen und damit eindeutig Stellung zu beziehen.“ Die KLJB wolle deutlich zeigen, dass sie für ein vielfältiges, demokratisches und solidarisches Europa stehe. Zum Studienteil der Versammlung, der sich mit den kommenden Bundestagswahlen auseinandersetzte, hatten die Parteien prominente Abgeordnete entsandt. Für die CSU sprach Katrin Albsteiger, für die CDU Waldemar Westermayer, für die SPD Marianne Schieder, für die Grünen Peter Maiwald und für die Linke Eva Bulling-Schröter. „Mit unserem Themenbündel hatten wir offenkundig einen Nerv getroffen“, sagt Barthelme. Anders sei es wohl kaum zu erklären, dass alle Bundestagsparteien vertreten gewesen seien. Beeindruckt waren die KLJB-Delegierten von der weitreichenden Zustimmung, die ihre Arbeit auf allen Seiten fand.

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In diese Richtung äußerte sich im Festvortrag auch Bundesminister Müller, einst selbst KLJB-Mitglied und dem Verband noch immer eng verbunden. „Wir brauchen für die dörfliche Gestaltung eine starke Landjugend“, sagte Müller unter starkem Beifall. Deutschlands Stärke bestehe darin, dass städtische und ländliche Bereiche in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stünden. Ganz anders Afrika, wo der Minister soeben mehrere Tage mit der Bundeskanzlerin unterwegs war und nach seinen Angaben 80 Prozent der Bevölkerung in elenden Verhältnissen auf dem Lande lebten. Sie drängten nun in die Städte, wo sie aber auch nur in den Slums ihr Leben fristen könnten.

„Ich stimme mit der Landjugend und ihrem Engagement in Afrika völlig überein“, hob Müller hervor. Er sei auch bereit, weitere Austauschprojekte zu fördern. Vor allem gehe es ihm um „fairen Handel zu fairen Preisen, sodass die Menschen in den Ursprungsländern von Kaffee, Kakao und preiswerter Kleidung von den Erlösen leben können“. Diese Verhältnisse seien derzeit völlig auf den Kopf gestellt, wo 20 Prozent der Menschheit 80 Prozent der Weltressourcen verbrauchten. Daran will Müller vieles ändern. Allein drei Cent mehr für eine Tafel Schokolade brächten den Kakao anbauenden Ländern 150 Millionen Euro zusätzlich. Und Apple will Müller zwingen, Mindeststandards in der Ausbeutung seltener Erden einzuführen, „damit wir für unsere Handys nicht die Kinder in den Entwicklungsländern ausbeuten“.

In Gegenwart des ehemaligen CSU-Vorsitzenden Theo Waigel und des früheren bayerischen Landwirtschaftsministers Josef Miller hob der Minister hervor, „dass die christlichen Kirchen in der Welt gute Arbeit leisten“. Sie brächten aber vieles dort nicht an die Jugend heran. Da sei die Landjugend gefordert. Müller, der selbst einmal die Junge Union geführt hatte, rief dazu auf, nicht mehr nur zu reden, sondern auch zu handeln. Dazu gehöre eben auch, den fairen Handel lokal immer wieder anzustoßen. Wie er selbst es jüngst dem Kardinal Marx in München nahegelegt habe, der seinen Gästen an seinem Münchner Amtssitz noch nicht einmal fairen Kaffee ausschenke. „Ich fordere Euch auf, in Hunderten Briefen und Karten den Kardinal zu einem Hirtenbrief anzustoßen, der den fair gehandelten Kaffee fördert“, was die Landjugend mit tosendem Beifall quittierte. „Fairer Handel verändert die Welt“, sagte Müller, „und auch eine Welt ohne Hunger ist möglich.“ Allerdings müssten viele sich dafür einsetzen.

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