Dienstag, 17. Oktober 2017

05. Mai 2017 08:58 Uhr

Neu-Ulm

Sicheres Wirrwarr?

Umlaufsperren am Allgäuer Ring sollen Radler schützen, sagt der Oberbürgermeister. Irrsinnig finden sie dagegen einige Stadträte, die offenbar vom Stangenwald überrascht wurden.

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Seit einigen Tagen stehen mehrere sogenannte Umlaufsperren am Allgäuer Ring. Sie sind so angeordnet, dass Radfahrer sich einen Weg durch das Stangengewirr suchen müssen. Das soll für mehr Sicherheit sorgen, sagt die Stadt.
Foto: Andreas Brücken

In einem Atemzug mit dem Allgäuer Ring wird fast immer das Wort „Unfallschwerpunkt“ genannt. Die Polizei tut es, die Stadtverwaltung auch und so mancher Bürger weiß, dass es am Kreisverkehr in Neu-Ulm gerne mal scheppert. Fast immer sind Radfahrer beteiligt. Das belegt auch die Zahl der Unfälle, die gestern Abend im städtischen Verkehrsausschuss vorgestellt wurde: Demnach haben sich 26 Unfälle ereignet – elfmal waren Radfahrer beteiligt. Die Stadt hat sich daher kürzlich etwas einfallen lassen und sogenannte Umlaufsperren installiert (wir berichteten). Jetzt stehen die Stangen und sorgen für reichlich Diskussionen.

Vor allem die Freien Wähler haben diese befeuert. Auf der Facebook-Seite der Fraktion sind Videos zu sehen, die Radler zeigen, die zwischen den Stangen hindurchbrettern, oder ein Vater, der sich mit Anhänger umständlich einen Weg sucht. „Und auch die, die die Fahrbahn gar nicht queren wollen, werden behindert“, sagt Andreas Schuler (FWG). Auch Rudolph Erne (SPD) hat das schon beobachtet, wie er gestern in der Sitzung sagte. „Manche machen sich einen sportlichen Ehrgeiz draus und freuen sich, wenn sie ohne Berührung durchkommen“, sagt er. Karl-Martin Wöhner (SPD) findet die Maßnahme ebenfalls nicht geeignet. Er richtete aber auch kritische Worte an die Radler selbst: „Wie schützen wir die vor der eigenen Dummheit?“

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Oberbürgermeister Gerold Noerenberg versteht die ganze Aufregung nicht: „Wir machen hier einen Versuch, den Ring sicherer zu machen.“ Er sei schließlich Unfallschwerpunkt – „halten Sie da eine Maßnahme für ungut?“, fragte er gestern in Richtung Ratstische.

Dort gab es zwar auf diese Anmerkung keine Widerworte, jedoch weiterhin zu den Umlaufsperren selbst – beispielsweise wollte Schuler wissen, was für Radler mit Anhänger unternommen werde. Der Rathauchef kündigte an, diesbezüglich „nachzujustieren“. Für diejenigen, die nur entlang des Kreisels fahren, ohne eine Straße zu queren, sieht er keine Alternativen: „Eine Bypass-Lösung funktioniert nicht – dann fahren da ja alle, die die Straße queren wollen.“ Noerenberg ist der Meinung, die Maßnahme führe bereits zu „deutlicher Geschwindigkeitsreduzierung“. Einige Vertreter der Stadt seien gestern vor Ort gewesen, um die Situation zu betrachten. Der Rathauschef spricht davon, die Sperren so lange installiert zu lassen, bis Erkenntnisse vorliegen. Zudem tüftle die Stadt ja bereits an einer langfristigen Lösung. Wie Stadtbaudirektor Markus Krämer diesbezüglich mitteilte, würde die Verkehrsprognose 2030 abgewartet, auf deren Grundlage die drei Umbauvarianten des Allgäuer Rings ausgearbeitet würden. Ende des Jahres könnten diese erneut im Rat diskutiert werden. So lange werden nun die Umlaufsperren geprüft.

Ebenso wie Schuler genügten auch Wöhner die Aussagen nicht. Er hätte gerne Zahlen auf dem Tisch, was das Ganze gekostet hat. Die lieferte Noerenberg ihm: 44000 Euro ließ sich die Stadt die Stangen kosten. Da die Verwaltung in diesem Fall die Räte nicht informieren müsse, seien die Sperren ohne Absprache installiert worden. „Die Sicherheit dort ist schließlich unsere Verantwortung.“

Dem pflichteten auch Johannes Stingl und Waltraud Oßwald (beide CSU) bei. „Ich würde mir wünschen, dass man Verkehrsteilnehmer daraufhin weist, dass sie oft unvorsichtig, gedankenlos und rabiat unterwegs sind – und da meine ich nicht nur die Radfahrer“, sagte Oßwald gestern. Sie könne mit den Sperren gut leben. Stingl: „Das ist ein erster Versuch, mit dem man Erfahrungen sammeln kann.“

Von einigen weiteren Erfahrungen wurde gestern berichtet: beispielsweise von einer Mutter, die samt Anhänger den Allgäuer Ring selbst befahren hat. Noerenberg, der auf Alternativ-Strecken wie die Grüne Brücke verwies, fand dafür klare Worte: „Auch wenn mich die Facebook-Gemeinde dafür abschlachtet: Ich habe null Verständnis für eine Mutter, die in den Allgäuer Ring fährt.“ Generell benachteilige er keine Radfahrer, „ich schütze sie, Blödsinn zu begehen“. Klare Worte gab’s auch für Wöhner: „Fahren Sie erst mal mit dem Fahrrad, bevor wir weiter darüber sprechen.“

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Ein Artikel von
Katharina Dodel

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