Samstag, 24. Februar 2018

09. August 2010 20:45 Uhr

Weltreise auf Schwäbisch

Neu-Ulm Ja, so etwas funktioniert: Wenn sich eine "bayerisch-schwäbische" Klarinettistin und ein amerikanischer Jazz- und Stridepianist beruflich und privat zusammentun, dann darf sich dieses Duo wahrhaftig mit dem Siegel "Weltmusik" schmücken. Im Museumshof des Edwin-Scharff-Museums zeigten sich Klarinettistin Susanne Ortner-Roberts und ihr Mann Tom Roberts bestens aufgelegt. Von Florian L.

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Eine schöne Melange aus Jazz, Klezmer, Gipsy und Tango, von Improvisationen und gelegentlichen Anleihen bei der Klassik gewürzt, mundete der großen Zuhörerschar. Besonders angetan hatten es dem Duo die Stücke des legendären Benny-Goodman-Trios.

Die Komponisten, die für dieses Trio schrieben, waren unter anderem Jelly Roll Morton, Duke Ellington und Ira und George Gershwin. Deren Melodien, beispielsweise das unverwüstliche "After you've gone" und der Evergreen "Oh Lady be good", machte den beiden Musikern sichtlich Spaß. Grandiose Soli von Tom Roberts führten immer wieder zum Stride, diesem aberwitzigen Stil der Zwanzigerjahre, bei dem eine "schwere Rechte" einen Rhythmus im Takt eines aufgeregten Herzens vorgibt.

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Ein vorzügliches Zusammenspiel

Am besten aber war das Duo, das sich zum Amüsement des Publikums in den Zwischenpausen immer wieder frotzelte, wenn es mehrere Stile mischte. In "Meschuggene Mekhutonim" (frei übersetzt "durchgeknallte Verwandte") legten die beiden mit einem jiddischen "Freilach" los, sprangen zu einer rumänischen Sirba und landeten zuletzt beim Jazz, von Tom Roberts so aberwitzig schnell dargeboten, dass seine Frau nachsehen musste, ob da nicht irgendwo eine dritte Hand im Spiel sei.

Einen besonderen Clou boten die beiden im zweiten Set: Nat King Coles Klassiker "Nature Boy" wurde mit einigen Takten aus dem Klavierquintett op. 81 von Antonin Dvorak gekreuzt - eine zauberhafte Idee, die das Jazzstück zum kammermusikalischen Juwel adelte. Mit einem griechischen Tanz, ursprünglich von einem exzentrischen Klezmerklarinettisten namens Naphtule Branntwein gespielt, kam das Konzert zu einem furiosen Abschluss.

Die sehr gelungene Verbindung von "Hot Jazz", Klezmer, einem Spritzer Filmmusik und Tänzen aus aller Welt machte auch dank zweier schöner Zugaben Appetit auf die bislang einzige CD des Duos. Mareike Kuch vom Kulturamt der Stadt Neu-Ulm zeigte sich begeistert. "Sehr zufrieden" sei sie mit der Reihe bisher.

Trotz vieler Schlechtwetterperioden konnten die meisten Auftritte wie geplant im Lichthof des Museums stattfinden. Die sehr gute Publikumsresonanz macht zugleich Mut, den eingeschlagenen Weg im kommenden Jahr fortzusetzen.

Museumshof Die Reihe "Kultur im Museumshof" findet am 13. und 14. August mit der Revue "Liebe geht durch den Magen" des AuGuS-Theaters ins Finale. Beginn ist jeweils 20 Uhr, bei schlechtem Wetter weicht man in die "Bodega de Luca" nebenan aus.

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