Freitag, 15. Dezember 2017

05. Mai 2014 07:26 Uhr

Neu-Ulm

Zecken-Risiko in Ulm: Vorsicht, Vampire!

Die Region Ulm und Neu-Ulm gilt als Risikogebiet, was Zeckenstiche betrifft. Es gibt eine Möglichkeit, wenigstens teilweise vorzusorgen.

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Wer gerne und viel in der freien Natur ist, muss in diesen Wochen wieder verstärkt aufpassen, sich keine Zecken einzufangen. Ein Biss der kleinen Blutsauger kann gefährliche Folgen haben.

Sie öffnet ihren Mund und packt ihre Werkzeuge aus. Mit ihrem Stechapparat reißt sie die menschliche Haut auf und führt einen Stachel ins Gewebe ein. Durch diesen saugt sie das Blut ein. Die Zecke beißt nicht – sie sticht.

Ulm und Neu-Ulm sind Risikogebiet

Die Region rund um Ulm und Neu-Ulm ist, was die Zecke betrifft, ein Risikogebiet. Das heißt, dass dort im Jahr mehr als eine Person von einer Zecke mit der Frühsommermeningitis (FSME) infiziert wurde. Auch die Krankenkassen warnen vor diesem Risiko. Es lauere in der Blumenwiese, im Wald, in Parks und im eigenen Garten. „Insbesondere ältere Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden sollten sich nach der Arbeit im Garten gründlich auf Zeckenbisse absuchen“, rät Gabi Ostermann von der AOK in Ulm. Denn für sie könnte ein Stich sonst sogar lebensgefährlich werden. Die Kaufmännische Krankenkasse Ulm verweist auf die Stellen, die sich die Zecken am liebsten aussuchen: den Kopf, besonders die Ohren, den Hals, die Armbeugen und die Kniekehlen.

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Experte empfiehlt Impfung

Dr. Martin Bommer ist der Leiter der Sektion Infektiologie an der Uniklinik Ulm. Er rät zu einer weiteren Art der Vorsorge. Zecken können Menschen mit zwei Krankheiten infizieren. Borreliose – und eben FSME. Gegen letzteres sollten sich die Einwohner der Risikogebiete laut Bommer impfen lassen. „In der Regel ist die Spritze gut verträglich.“ Trotzdem nutzen im Stadtgebiet Ulm nur etwa ein Fünftel der AOK-Versicherten die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. In Biberach und im Alb-Donau-Kreis ist ein Viertel geimpft. Im Landkreis Neu-Ulm sind es immerhin 40 Prozent bei den AOK-Versicherten, bei Einschulungskindern sogar de Hälfte.

Die Krankenkassen raten, jetzt noch zum Arzt zu gehen. Die meisten Zecken würden zwischen Juni und August zuschlagen und, da die Ulmer Region ein Risikogebiet ist, übernimmt die Kasse die Kosten für die schützende Impfdosis. Nach den insgesamt drei Behandlungen hält der Schutz vor FSME drei Jahre lang.

Das passiert, wenn sie gestochen hat

Ist man nicht geimpft und hat das Virus erst einmal in sich, dann treten laut Bommer verschiedene grippe-ähnliche Symptome auf, wie zum Beispiel Fieber oder Kopfschmerzen. Im schlimmsten Fall bekommen Erkrankte eine Hirnhautentzündung. Dem Landratsamt Neu-Ulm sind seit 2012 keine Fälle von FSME-Infektionen bekannt. Mediziner Bommer behandelt jährlich auf seiner Station in der Uniklinik Ulm weniger als zehn Leute. Wirklich entgegenwirken könne er dem Virus medizinisch nicht. Der Arzt versorgt die Erkrankten lediglich. Bei den Fällen sei bisher alles gut ausgegangen.

Gegen die bakterielle Infektion, die Borreliose, gibt es keine Impfung, aber eine Behandlung. Der Arzt rät, nach einem Zeckenstich sofort zu einem Arzt zu gehen. Erst recht, wenn sich um den Stich ein roter Kreis gebildet hat, denn das ist ein Zeichen für Borreliose. Er erscheint einige Tage bis Wochen nach dem Stich, muss aber nicht zwangsweise auftreten. Behandelt wird Borreliose mit Tabletten. Hat man es versäumt, schnell dagegen vorzugehen, können laut Bommer Gelenkbeschwerden auftreten. Die Bakterien greifen außerdem das Nervensystem an.

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Ein Artikel von
Katrin Fischer

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