Dienstag, 30. August 2016

22. Februar 2015 17:05 Uhr

Rennertshofen/Marxheim

Experte räumt mit Mythen über Stromtrassen auf

Professor Christian von Hirschhausen widerlegt die Argumente von Politik und Energieunternehmen. Er sagt einen langen Richtungsstreit voraus Von Manfred Dittenhofer

i

Thema Strom / Strommast / Stromtrasse / Elektrizität / aufgenommen in der Nähe des Kernkraftwerks Gundremmingen.    Bild: Ulrich Wagner

Mythos 1: Für die Energiewende muss diese Gleichstromtrasse gebaut werden. „Falsch!“, sagt Hirschhausen. Der Netzausbau befördere die Energiewende nicht, er behindere sie. Energiewende bedeute vielmehr, regenerative Energien zu verwenden, Speicherkapazitäten auszubauen, den Strom flexibler zu nutzen und als Deckungslücke Erdgaskraftwerke zu erwägen.

Mythos 2: Wenn die Trasse nicht kommt, gehen mit dem Abschalten der Atomkraftwerke in Bayern die Lichter aus. „Auch falsch“, so Hirschhausen weiter. Bayern stehe bereits mit den vorhandenen Netzen in einem europäischen Stromverbund. Und derzeit gebe es eher eine Überkapazität an Strom.

ANZEIGE

Mythos 3: Erdgaskraftwerke sind teurer als die Stromtrasse. Daher sollen Gaskraftwerke abgeschaltet werden. Wer wisse heute schon, was ein Großprojekt am Ende koste. Eines aber sei klar: Der Einfluss auf die Umwelt sei bei einem ortsgebundenen Bau, wie dem eines Erdgaskraftwerks, weit geringer als der Einfluss einer Hunderte von Kilometer langen Stromtrasse. Dazu kämen laut Hirschhausen noch Umgebungskosten. Was werde in die Kosten für die Trasse eingerechnet? Die Enteignungen? Die Proteste? Die Zwangsabsiedlungen von ganzen Dörfern in Thüringen, um den Braunkohleabbau zu forcieren, aus dem Deutschland wegen der CO2-Bilanz eigentlich aussteigen müsste?

Mythos 4: Im Norden und Osten Deutschlands gibt es ein Überangebot an regenerativem Strom, der nicht nach Süden transportiert werden kann. „Na ja“, meint Hirschhausen. Deutschland habe das wohl beste ausgebaute Stromnetz der Welt, das sich im europäischen Verbund befinde. In den vergangenen fünf Jahren seien zudem knapp 500 Kilometer Stromtrassen ausgebaut worden. Schon heute reichten die Netze für den Transport.

Mythos 5: Der Strom wird teurer, wenn die Trasse nicht kommt. „Quatsch“, schimpft Hirschhausen! Wissenschaftliche Studien zeigten, dass die Preisdifferenz vernachlässigbar gering sein würde. Die teuren Netze aber zahle der kleine Mann, da die energieintensiven Unternehmen vom Netzentgelt befreit seien. Wann wohl werde der Strom teurer – mit oder ohne Trasse?

Hirschhausen räumte am Freitagabend kräftig auf, und das völlig unaufgeregt und rational. „Die Eckpunkte der bayerischen Energiepolitik schließen Kohlestrom explizit aus. Und auch weltweit wollen Staaten vom Kohlestrom weg. Viele sind weiter als wir, wie die USA oder Dänemark.“ Hirschhausen bereitete die vielen Gegner der Stromtrasse auf einen langen Weg vor: „Ende 2016 wird der Bundesbedarfsplan neu aufgestellt. Dann wird die Trasse wieder diskutiert werden. Ich sehe das Thema die nächsten fünf Jahre auf der Agenda.“

i

Ihr Wetter in Neuburg
30.08.1630.08.1631.08.1601.09.16
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                wolkig
	                                            Wetter
	                                            wolkig
                                                Wetter
                                                heiter
Unwetter12 C | 24 C
14 C | 26 C
11 C | 26 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Alles rund um die Basketballer

Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region

Kennen Sie den TSV Neuburg?

Partnersuche