Dienstag, 24. Oktober 2017

13. August 2017 05:58 Uhr

Neuburg

In der windelfreien Zone

Beim Prager Eltern-Kind-Programm lernen Mütter und Väter ihr Baby kennen und beobachten seine Entwicklung. Familie Guckeisen erzählt, was der Kurs ihnen gebracht hat.

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Bei der Familie Guckeisen ist immer was los. Drei Kinder im Alter zwischen neun Monaten und fünf Jahren bringen Leben ins Haus. Während ihre älteste Tochter Amanda noch die ganze Aufmerksamkeit von Florian und Mareike Guckeisen bekam, muss ihr jüngster Spross Lorenz Mama und Papa mit seinen Geschwistern teilen. Nur, wenn es mal wieder Pekip heißt, dann steht der kleine Lorenz im Mittelpunkt. Pekip oder Prager Eltern-Kind-Programm ist ein Kurs im Bereich der Entwicklungsbegleitung. Das ist Zeit für und mit dem Kind, Zeit für Berührungen, Spiele und Bewegung.

Verena Schmidt-Hillebrand leitet an der Volkshochschule Neuburg seit zehn Jahren Pekip-Kurse. Die gelernte Erzieherin besuchte mit ihrem ersten Kind einen solchen Kurs und war sofort begeistert. Als sie erneut Mutter wurde, begann sie die zweijährige Fortbildung zur Gruppenleiterin. Seither begleitet sie Eltern bei der Entwicklung ihrer Babys im ersten Lebensjahr. So auch Familie Guckeisen, die mit allen drei Kindern einen Kurs besucht haben.

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„Die Kinder strahlen bereits, wenn sie das Vhs-Gebäude sehen“, erzählt die 38-jährige Mareike Guckeisen. „So sehr freuen sie sich auf die Stunde.“ Im Übungsraum sind Heizlüfter aufgestellt, bei etwa 30 Grad liegen sechs bis acht Babys nackt auf Badetüchern – bereit, Neues zu entdecken und mit ihren Eltern, meist sind es die Mütter, zu spielen. Die Kinder sollen sich frei fühlen, daher haben sie keine Windeln an. Wenn alle Babys angekommen sind, singen die Mütter ein Begrüßungslied. „Das gehört eigentlich nicht zu Pekip“, sagt die Gruppenleiterin. „Das ist meine persönliche Note. Ich möchte, dass die Kinder auch hörbar ankommen.“

Mareike Guckeisen gefällt dieses Ritual. „Ich singe das meinen Kindern daheim vor. Deshalb erinnern sie sich auch noch lange nach dem Kurs an das Lied.“ Das schöne daran sei, so die 38-Jährige, dass viele Kinder sich dabei bewegen, andere machen Geräusche und versuchen, auf diese Weise mitzusingen.“

Verena Schmidt-Hillebrand arbeitet mit Spielzeug und anderen selbst gebastelten Materialien. Wenn die Kinder etwa sechs Monate alt sind, setzt die Gruppenleiterin gerne einen Wasserball ein, der an einer Schnur hängt. Bei den Babys ist er beliebt. In Rückenlage lernen die Kleinen diesen Gegenstand kennen, einige Babys berühren ihn sanft, andere kicken gegen den Ball. Die Mamas bleiben dabei in Sichtweite und beobachten ihr Baby.

Viele Babys kommen in einem Pekip-Kurs das erste Mal mit Gleichaltrigen in Berührung. Mareike Guckeisen: „Wenn die Kinder anfangen zu krabbeln und sich zu bewegen, fangen sie auch an, sich gegenseitig das Spielzeug wegzunehmen.“ Die ersten kleinen Machtkämpfe seien sehr spannend zu beobachten.

Genau hinschauen, die Entwicklung des Kindes beobachten und der Austausch mit anderen Müttern – Mareike Guckeisen hat das sehr geholfen. Gerade beim ersten Kind hat auch sie noch viele Fragen und Ängste gehabt, erzählt die Dreifachmama. Die Gespräche mit den Müttern und die Möglichkeit, Verena Schmidt-Hillebrand Fragen zu stellen, haben sie beruhigt. Mittlerweile ist sie diejenige, die anderen Müttern Ratschläge gibt. Mit einigen Müttern aus dem Kurs trifft sich die 38-Jährige immer noch jede Woche.

Auch die Väter kommen bei Pekip nicht zu kurz. Florian Guckeisen ist momentan in Elternzeit. Bei jedem Kind hat auch er gelegentlich am Kurs teilgenommen. Er sagt, dass die Kinder in den 90 Minuten in einem Entdeckermodus seien. Das, was im Alltag untergeht, kann der 37-Jährige bei Pekip nachholen. „Ich habe nur Zeit für mein Kind, betrachte es und überlege mir, was wohl in seinem Kopf vorgehen mag.“ Wenn die Stunde vorbei ist, ist im Hause Guckeisen wieder Trubel angesagt.

Informationstag Die Pekip-Gruppenleiterin Verena Schmidt-Hillebrand veranstaltet am Sonntag, 10. September, von 14 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür im Vhs-Gebäude (3. Stock, Raum 306). Interessierte können dort Fragen zum Kurs stellen. Auch Eltern, die den Kurs bereits absolviert haben, werden ihre Erfahrungen schildern.

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Ein Artikel von
Galina Bauer

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin

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