Samstag, 18. November 2017

21. Juli 2017 00:33 Uhr

Bildung

Ist die Seele ein Ungeheuer aus dem Meer?

Die neue Sonderausstellung im Medizinhistorischen Museum beschäftigt sich mit antiken Vorstellungen des Körpers Von Elke Böcker

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Ist die Seele eine vielarmige Riesenkrake? Ein Meeresungeheuer? Der Ausstellungstitel der aktuellen Sonderausstellung im Deutschen Medizinhistorischen Museum (DMM) in Ingolstadt lässt das beinah vermuten: „Die Seele ist ein Oktopus. Antike Vorstellungen vom belebten Körper.“

Doch die mit großformatigen Schautafeln versehene, höchst anschauliche Ausstellung vermittelt ein weit vielschichtigeres Bild von den medizinischen Vorstellungen der Antike. Professor Philip van der Eijk verwies in seiner Einführung auf die Gleichzeitigkeit der zum Teil sehr unterschiedlichen Sichtweisen.

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Die Schautafeln hat der Berliner Grafiker Christoph Geiger mit dem Wissenschaftsteam entwickelt, das sich seit 2010 mit den Vorstellungen zu physischen und seelischen Vorgängen von 500 vor Christus bis circa 200 nach Christus beschäftigt. Den Ausstellungsmachern gelingt es auf beeindruckende Weise, die oftmals mittels antiker Textquellen belegten Forschungsergebnisse zu visualisieren und verständlich zu machen.

Claudia Rühle hat die zuerst in der Berliner Charité gezeigte Ausstellung in Ingolstadt bemerkenswert eindrücklich inszeniert. Hierzu hat sie neben ausgewählten, hochkarätigen Leihgaben unter anderem aus den Antikensammlungen in Erlangen auch eigene Präparate aus Ingolstadt eingebaut. So ist zum Beispiel das tönerne Votiv eines männlichen Oberkörpers samt Innenorganen aus der Zeit um Christi Geburt zu bestaunen. Das freut Museumsleiterin Professor Marion Ruisinger. Auch die Instrumente aus einem Arztgrab lassen den Besucher staunen – wie ähnlich sind sie heutigen Instrumenten.

Die sehr klar strukturierte und übersichtliche Ausstellung zeigt in den jeweiligen Boxen das Wechselspiel zwischen Körper und Seele in all seinen unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten der damaligen Zeit. Dabei werden – neben vielen anderen – Ideen von Aristoteles über Hippokrates bis hin zu Platon aufgegriffen. Es wird der Lokalisierung der Seele nachgespürt, die Sinneswahrnehmung oder der Einfluss der Ernährung untersucht.

Immer hat man versucht, eine Balance zu finden zwischen göttlicher und menschlicher Welt. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass man bereits vor über 2000 Jahren seelisch erkrankte Menschen therapiert hat – durch Gespräche, religiösen Beistand, philosophischen Beistand, spirituelles Training oder medizinische Eingriffe. Die Anleitungen für diese sind sehr sorgfältig und handwerklich präzise. Die antike Medizin rückt dem Besucher der Ausstellung so verwunderlich nah. Doch die Frage, wo und was denn jetzt eigentlich die Seele ist, kann sie natürlich nicht beantworten. Das bleibt dem Oktopus überlassen: Der Videokünstler Esteban Nunez hat diesen als Inspiration für eine meditativ-faszinierende Projektion verwendet.

Doch nicht nur der Oktopus lohnt den Besuch im DMM!

Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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