Samstag, 27. Mai 2017

17. März 2013 13:15 Uhr

Neuburg 

Jacob Balde zu Ehren 

Stadt tauft den Amalienhof auf den Namen des Jesuiten und Hofpredigers  Von Manfred Reichl

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In einer Feierstunde enthüllten Dr. Manfred Veit, Prof. Wilfried Stroh und Bürgermeister Heinz Enghuber in der Neuburger Altstadt das Straßenschild mit dem Namen von Jakob Balde. Damit ist der Amalienhof nunmehr Geschichte.
Foto: Reichl

Eine Straße, ein Platz und das Balde-Haus belegen in der bayerischen Landeshauptstadt den geschichtlichen Ruf des 1668 am Hofe von Pfalzgraf Philipp Wilhelm in Neuburg gestorbenen und in einer Gruft in der Hofkirche bestatteten Hofpredigers, Historiographen und Jesuiten Jakob Balde.

Sieht man einmal von der von 1955 bis 1972 existierenden Jakob-Balde-Volksschule ab, blieb dem 1633 in Eichstätt zum Priester geweihten Jesuiten eine öffentliche Widmung in Neuburg verwehrt. Alle Versuche eine Straße, ein Haus oder ein öffentliches Gebäude nach ihm zu benennen, schlugen bisher fehl.

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Doch jetzt sieht sich Jakob Balde mit seinem Namenszug auch in der Residenzstadt verewigt. Untrügliches Zeichen hierfür ist ein weißer Schriftzug mit blauem Untergrund auf einem Schild im Amalienhof in der Neuburger Altstadt. Seit Samstag ist nun der Amalienhof Geschichte. Er nennt sich jetzt „Jakob-Balde-Platz“. Enthüllt wurde das Straßenschild von Bürgermeister Heinz Enghuber sowie Professor Wilfried Stroh und Kreisheimatpfleger Dr. Manfred Veit.

Letzterer war es auch, der mit Hartnäckigkeit die Namensgebung durchgesetzt hatte um Jakob Balde wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Dabei gab er auch einen Einblick in das Wirken des aus Ensisheim im Elsaß stammenden Theologen und Professors der Rhetorik. Balde war 1624 im Alter von 20 Jahren in das Noviziat in Landsberg am Lech eingetreten. Diesen Schritt vollzog er, nachdem sein Werben um die Gunst einer Ingolstädter Bäckerstochter trotz des von ihm in der Dämmerung dargebrachten Ständchens erfolglos blieb. Vom Chorgesang aus einem nahen Kloster ergriffen, zerschlug er nicht nur enttäuscht seine Laute, sondern beschloss vielmehr gleichzeitig der Welt zu entsagen. Er studierte in Ingolstadt Theologie und wurde 1638 Hofprediger des Kurfürsten Maximilian I.

1654 wurde er nach Neuburg versetzt. In der Staatlichen Provinzialbibliothek finden sich etliche Werke von ihm. Diese waren auch Gegenstand der Besichtigung durch Mitglieder des Vereins „Jesuitica“, die sich am Wochenende zu einem wissenschaftlichen Austausch in Neuburg getroffen hatten und sich dabei einer Stadtführung mit Dr. Manfred Veit unterzogen. „Jesuitica“ rekrutiert sich aus dem „Arbeitskreis Jesuiten in Bayern“. Einmal jährlich treffen sich die Mitglieder unter einem jeweils wechselnden Motto an einem für Jesuiten historisch bedeutsamen Ort innerhalb der Bundesrepublik.

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