Donnerstag, 22. Februar 2018

25. September 2015 10:00 Uhr

Mehrgenerationenpark in Neuburg

Packen jetzt alle mit an?

Nach der zweiten Anwohnerversammlung am Schwalbanger scheinen die Kritiker besänftigt zu sein. Auch deshalb, weil sonst ein unvorhersehbares Übel droht

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Die Quartiersmanager Markus Hajduczek (links) und Jürgen Stickel planen den Schwalbanger an der Karte neu.
Foto: Bastian Sünkel

Der Schwalbanger hat Platz. Für eine Gegend mit Wohntürmen, Reihenhäusern, Schule und Kindergarten überraschend viel Platz. Sobald die asbestbelasteten Reste der alten Schwalbangerschule in den nächsten Wochen entsorgt sind, steht dem Stadtteil ein Feld zwischen Wachenheimstraße und Weiherleite zur freien Verfügung. Die Frage ist, was man mit der Freifläche anstellen wird.

Quartiersmanager Jürgen Stickel und sein Kollege Markus Hajduczek wollen bei dieser Entscheidung alle an Bord haben: Jugendliche und Senioren, Kinder und deren Eltern, kurzum: den ganzen Schwalbanger. Deshalb haben sie zusammen mit der Stadt und einem Architekturbüro ein Konzept für einen Mehrgenerationenpark ausgearbeitet und bereits im Juni darüber diskutiert, wie man möglichst allen Wünschen gerecht wird (wir berichteten). Doch auch bei der zweiten Versammlung regt sich Widerstand gegen das Projekt – zumindest kurzzeitig.

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Anwohner haben gegen den Mehrgenerationenpark eine Unterschriftenliste gestartet, sagt einer der Besucher des Bürgerhauses in die Runde, die sich, wie von den Initiatoren erhofft, tatsächlich aus allen Altersklassen zusammensetzt. Der Bolzplatz bereite den Schwalbanger-Bewohnern bereits genügend Kummer, sagen die Kritiker einhellig. Jugendliche und junge Erwachsene trinken, hinterlassen Müll und seien vor allem eines: laut bis tief in die Nacht. Die Anwohner bezweifeln, dass sich ein Mehrgenerationenpark kontrollieren lasse und dort die Sperrstunde eingehalten wird. Sie befürchten viel mehr einen zweiten Tummelplatz für Nachtaktive.

Die Jugend hält dagegen und findet Unterstützung bei anderen Anwohnern. Es zahle sich aus, in ein gemeinsames Projekt zu investieren. Der Volksfestplatz sei der Beweis für geglückte Zusammenarbeit, wie auch der Park im Ostend, sagt Jürgen Stickel. Wenn man die Chance bekommt, wolle man einen Ort für alle schaffen und vor allem erhalten, heißt es vonseiten der Befürworter. Stadtrat Horst Winter ist als Anwohner zur Versammlung gekommen und unterstützt das Projekt: „Warum wollen wir nicht alle Generationen mal zusammen bringen, wenn wir die Chance dazu haben?“

Möglicherweise ist der Generationenpark auch die einzige Chance für die Anwohner, den Platz in Eigenregie zu gestalten. Denn die Alternativen sehen nicht rosig aus, stellt Stadtbaumeister Dieter Reichstein fest. Um Wohnraum zu schaffen, sei der Platz eher ungeeignet, sagt er. Die wahrscheinlichste Variante sei gleichzeitig die unkontrollierbarste. Man würde den Platz einsäen und damit einen Freiraum schaffen, der sich selbst überlassen wird: „Meine Befürchtung ist, dass dann wiederum bestimmte Gruppen den Platz besetzen“, sagt der Stadtbaumeister.

Diese Aussage wirkt nach, auch bei den Gegnern des Projekts. Endgültig ist das Eis zwischen allen Seiten gebrochen, als Quartiersmanager Stickel die Besucher auffordert, Ideen für die Gestaltung des Platzes und das Betreiber-Konzept zu sammeln. Die Vorschläge reichen von einem Schachbrett, bis zu artenreichen Bäumen, als Naturlehrraum für die benachbarten Schüler. Man wünscht sich einen Minigolfplatz, Bodentrampoline und einen Grillplatz. Was davon umgesetzt wird, entscheidet sich allerdings erst noch. Rund 450000 Euro stehen derzeit für das Projekt zur Verfügung und die Stadt hoffe auf Fördermittel von Staat und Bund, sagt Reichstein.

Den Kritikern, die vor allem Wert auf allabendliche Ruhe legen, soll die Stadt entgegenkommen, indem regelmäßig der kommunale Ordnungsdienst kontrolliert. Man wünscht sich beleuchtete Gehwege, keine Fahrzeuge auf dem Gelände und der Park soll vom Pausenhof und dem Sportplatz der Schule getrennt sein.

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Bastian Sünkel

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