Freitag, 22. September 2017

25. Mai 2011 09:27 Uhr

Berufsschule

Von der Komfortzone in die Komm-Vor-Zone

In der Projektwoche „Fremdgehen“ lernen Schüler auf praktische Weise interkulturelle Kompetenzen. Sie setzen sich vor allem mit eigenen Vorurteilen auseinander

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Neuburg Was hat die Titanic mit Vorurteilen zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Die Studentinnen Karoline Wagner und Zuzana Mankova bringen den Kinderpflegerinnen der Berufsschule Neuburg die Antwort mit einer Zeichnung näher: Die Titanic sank, weil die Menschen dachten, den Eisberg umschiffen zu können. Die anderen zwei Drittel des Eisbergs, die sich unter Wasser befanden, hatten sie unterschätzt.

Interaktiver Parcours mit „Aha“-Effekt“

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Anhand von Beispielen wie diesem kommen Schüler der Berufsschule derzeit in einer interkulturellen Aktionswoche ihren eigenen Vorurteilen auf die Spur. Carina Koll konnte sich wie viele andere unter dem Projekttitel „Anleitung zum Fremdgehen“ nicht wirklich viel vorstellen, wie die angehende Kinderpflegerin erzählt. „Ich habe schon vermutet, dass es um Ausländer in Deutschland geht, aber wir wussten nicht, was uns erwartet.“ Auf diesen „Aha“-Effekt hat die Berufsschule jedoch ganz bewusst gesetzt. Anstelle einer Moralpredigt der Lehrer setzen sich die Schüler in einem interaktiven Parcours spielerisch mit dem Thema Fremdheit auseinander.

Lehrer Stefan Funk kannte die „Fremdgänger“ bereits von einer anderen Schule und regte die Umsetzung des Projekts in Neuburg an. „Die Schüler überlegen sich dabei selbst, wie sie Unbekanntes mit offenen Augen betrachten können, ganz ohne Prüfungsdruck und Lehrer“, erklärt Funk. Das fiel ihnen bei den anschaulichen Stationen des Parcours nicht schwer: Beim „Schubladen-Denken“ etwa sahen die Schülerinnen zunächst ein Bild von einer dampfenden Fabrik. Dort würde sich keiner gerne aufhalten wollen, waren sie sich einig. Als der untere Teil des Fotos enthüllt wurde, war klar: Sie hatten sich gewaltig getäuscht, denn die „Fabrik“ entpuppte sich als unweltfreundliches Erdwärmekraftwerk auf Island, das ein großes Thermalschwimmbecken beheizt.

Leckere Erkenntnisse gab es an der Station „So schmeckt die Welt“ zu gewinnen. „Für unsere Vorfahren sah die Kiwi wahrscheinlich aus wie eine eklige, haarige Kartoffel“, sagte Studentin Karoline Wagner. „Irgendjemand hat sie aber mal geöffnet und gemerkt, dass sie gut schmeckt.“ Außerdem erfuhren die Schüler: Bis auf die Walderdbeere kommen alle Obstsorten, die heute erhältlich sind, nicht ursprünglich aus Deutschland, auch nicht der Apfel. Trotzdem können sie auch in unserem Land wachsen. Da liegt der Vergleich mit Migranten nahe.

Berufliche Kompetenzen mit Spaß erwerben

Schulleiter Fritz Füßl zeigte sich angetan von dem Projekt, das acht studentische Trainer des Instituts für Interkulturelle Kommunikation der Universität Passau kostenlos an Haupt- und Berufsschulen durchführen. „Unser Schüler haben kaum Probleme miteinander. Doch wer gut im Beruf sein will, braucht solche kommunikativen Kompetenzen“, betont der Rektor. „Wichtig ist uns dabei aber auch, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Spaß macht.“

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