Dienstag, 19. September 2017

07. März 2012 12:22 Uhr

Jugendtheater

Zauberklänge und schwarze Magie

Der Waisenjunge „Krabat“ Von Claudia Vorndran

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Ingolstadt. Das Bühnenbild ist schlicht. Dunkle Bäume auf hellem Hintergrund, eine Treppe, als Zeichen des Aufstiegs und der Macht, zwei Musiker in das Bühnenbild integriert und auch zeitweise als Statisten eingesetzt. Eine große Tafel steht mittig, dominant.

Wer die weißen Schriftzeichen auf schwarzen Hintergrund sieht, der weiß, hier geht es um Magie, um die Kunst der Künste und niemand anderes als der Meister darf den Korator lesen. Gruselig sieht er aus in seinem schwarzen, schweren Mantel mit der Augenbinde, die sein Gesicht nicht nur verdeckt, sondern auch den Blick noch mystischer macht.

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Leise trommelt Hadi Alizadeh auf der Tonbak und unterstreicht gemeinsam mit seinem Musikerkollegen Tobias Hofmann, das Bühnenbild mit Klängen, die das Publikum in eine andere Ebene versetzt. Die Zeit der Magie, der menschlichen Grausamkeiten , eine Welt der Opfergabe und Macht. Das musikalische Zusammenspiel ist nicht nur faszinierend, sondern manchmal nimmt es die Grausamkeit aus der Geschichte, ein anderes Mal trommelt der persische Musiker förmlich die Spannung aus dem Publikum heraus. Angst hat hier niemand, aber gebannt sitzt das Publikum und lauscht der Geschichte des Krabats.

So treibt den armen Waisenjungen Krabat nicht nur ein wiederkehrender Traum, sondern auch der Hunger in die Arme eines grausamen Zaubermeisters, der für sein eigenes Überleben jedes Jahr einen seiner Müllerburschen an den Gevatter opfert. Diesen Pakt gilt es zu brechen. Und mit Freundschaft, Vertrauen und letztendlich mit der ehrlichen Liebe eines Mädchens gelingt das Unvorstellbare.

Heiner Kondschak schafft es in seiner Inszenierung den eigentlichen Bedarf an Schauspielern ideenreich mit nur drei Schauspielern zu decken. Da dienen verschiedene Kopfbedeckungen zum Personenbezug und auch die Augenbinde und der Mantel lassen verschiedenen Meister auf der Bühne agieren. Mit Leichtigkeit und schauspielerischem Können schlüpfen Patricia Coridun und Barbara Schmick nicht nur in die Mützen, sondern in die Rollen der verschiedenen Müllerburschen. Lukas Umlauft vermittelt auf der Bühne auf seine eigens so dezente Art, die Neugier auf Macht, das Band der Freundschaft und letztendlich die Kraft der Liebe.

Eine wirklich „zauberhafte“ Premiere!

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