Montag, 11. Dezember 2017

19. Mai 2015 11:00 Uhr

Interview

Chef von neuer Bürgerinitiative: „Aigners Vorschlag ist verwirrend“

Manfred Eberhardt aus Amerdingen ist Chef der neuen Bürgerinitiative Kesseltal. Er erzählt, warum er sich gegen die Stromtrasse engagiert und was ihn an der Planung stört.

i

In Amerdingen hat sich eine neue Bürgerinitiative gegründet: Die Bürgerinitiative Kesseltal. Sie nimmt mit einem ersten Treffen am 5. Juni im Sportheim in Amerdingen ihre Arbeit auf. Der 43-jährige Vertriebsleiter und Amerdinger Gemeinderat Manfred Eberhardt ist ihr Sprecher und bezieht im Gespräch Position.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will nun offenbar, dass zumindest eine der Superstromtrassen weitgehend durch Hessen und Baden-Württemberg verläuft. Wie stehen Sie dazu? Freut Sie das?

ANZEIGE

Eberhardt: Das ist wieder einmal eine Information, die zur weiteren Verwirrung beiträgt. Das Ziel müsste eigentlich sein, die Bevölkerung aufzuklären, ob Bedarf für eine Stromtrasse besteht, und dann bedarfsgerecht den regenerativen Strom regional zu verteilen. Wenn man sieht, welche Informationen bis dato geflossen sind, und wie sie auch jetzt wieder fließen, ist das nicht der Fall. Jetzt wird davon gesprochen, die SuedLink-Trasse nach Gundremmingen zu führen. Das ist eine neue Variante und völlig verwirrend im Moment.

Vor einer Woche wurden Sie zum Sprecher der neuen Bürgerinitiative Kesseltal bestimmt. Es gibt bereits zahlreiche Bürgerinitiativen in der Region, die sich gegen die geplanten Stromtrassen engagieren. Warum braucht es da noch eine weitere?

Eberhardt: Es braucht unsere Bürgerinitiative, um die Interessen der Bürger vor Ort zu bündeln, damit wir mit einer kräftigeren Stimme sprechen. Da sehe ich Bedarf. Wir sind ja nicht nur in Amerdingen aktiv, sondern sehen uns als Stimme des Kesseltals. Wenn ich sehe, wer bei uns Mitglied ist – das sind Bürger aus dem Härtsfeld und Bürger aus dem Ries, und hier gibt es so eine Bürgerinitiative noch nicht.

Nun gibt es die Diskussion um die geplante Stromtrasse schon eine Weile. Was war jetzt der Anlass zur Gründung der Initiative?

Eberhardt: Die neue Trassenführung des „Korridor D“ von Wolmirstedt nach Gundremmingen soll möglicherweise durch das Kesseltal führen – man kann da nur im Konjunktiv sprechen. Das war der Anlass. Auf der Demo in Oettingen im Januar waren wir schon mit gut 100 Mann vertreten. Da haben wir beschlossen, den Protest weiterzuführen. Wir haben etwa 400 Unterschriften gegen die Stromtrasse gesammelt und bereits etwa 100 Mitglieder.

Was sind Ihre Ziele?

Eberhardt: Prinzipiell wollen wir den Bedarf geklärt haben. Wir wollen wissen, ob die Trasse notwendig ist. Und wenn sie notwendig ist, sollte geschaut werden, wo sie am umweltverträglichsten zu führen ist. Eingriffe in die Natur lehnen wir ab.

Ganz ohne Eingriff in die Natur geht es bei Stromleitungen allerdings nie.

Eberhardt: Das stimmt, aber es gibt Möglichkeiten, die Eingriffe zu minimieren. Etwa, indem man die Trasse entlang bestehender Infrastruktur, entlang bestehender Stromtrassen führt.

Der Netzbetreiber Amprion sagt, dass nach der Abschaltung der Kernkraftwerke in Bayern zunächst mal Strom für fünf oder sechs Millionen Menschen fehlt. Wie soll das ersetzt werden?

Eberhardt: Amprion hat das kolportiert, aber die haben auch gesagt, die Strommasten werden 80 Meter hoch, jetzt sprechen sie von 45 Metern. Und nun geht es plötzlich auch entlang bestehender Infrastruktur. Fakt ist: Amprion ist ein Unternehmen, das wirtschaften muss, das wirtschaftliche Interessen verfolgt. Wir finden, dass die Stimme der Bürger gehört werden muss. Beim Bürgerdialog wurden die Bürgerinitiativen nicht ausreichend mit einbezogen. Ich muss an dieser Stelle auch mal klarstellen: Wir sind nicht gegen die Energiewende, aber wir sind dafür, sie offen und mit Beteiligung der Bürger umzusetzen.

Das Interview führte Jan Kandzora.

i

Ihr Wetter in Nördlingen
11.12.1711.12.1712.12.1713.12.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Regen
	                                            Wetter
	                                            Regenschauer
                                                Wetter
                                                Schneeschauer
Unwetter2 C | 6 C
-1 C | 5 C
1 C | 4 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Ein Artikel von
Jan Kandzora

Augsburger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Augsburg

Alle Infos zum Messenger-Dienst
Bauen + Wohnen

Unternehmen aus der Region


Adressen für Ihre Gesundheit2

Partnersuche