Freitag, 28. Juli 2017

09. März 2017 00:37 Uhr

Deportation aus Rumänien

Monheimer Johann Enderle liest aus seinem Erstlingswerk Von Petra Plaum und Irene Hülsermann

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Wenn man ein Literaturcafé betreibt, liegt es nahe, eine Autorenlesung zu veranstalten. Folgerichtig organisierte Ella Strahl, die Inhaberin des Cafés am Geo-Park in Holheim bei Nördlingen, eine Veranstaltung mit dem Autor Johann Enderle. Der Monheimer stellte sein Erstlingswerk über die Deportation der Donauschwaben aus Rumänien in den Baragan, „Durch den Steppensand des Lebens“, vor.

Viele fragen sich: Kann ein Roman über Vertreibung und Flucht nicht nur unter die Haut gehen, sondern auch unterhalten? Das Publikum fand laut Pressemitteilung: „Durch den Steppensand des Lebens“ kann das. Was der Held des Buches, der Donauschwabe Matts Laufenburg, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt, ist schrecklich – die Deportation aus dem rumänischen Banat in den Baragan, eine öde Steppe am rumänischen Donaudelta. Doch außer Leid und harter Arbeit finden sich im Buch auch Freundschaft, Genuss und Humor. Und immer wieder die Dichtkunst des Nikolaus Lenau, nach dem der Ort Lenauheim im Banat benannt wurde – die Heimat des Romanhelden Matts.

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„Matts’ Geschichte ist in Teilen die meines Patenonkels“, berichtete der 65 Jahre alte Enderle. „Als ich jung war, fuhr ich zu ihm und den Großeltern nach Rumänien und dort kam mir erstmals die Idee, diese Geschichte aufzuschreiben.“ Der gelernte Maschinenbauschlosser und spätere Bezirksdirektor der Württembergischen Versicherung kam aber des Berufs und der Familie wegen nie dazu. Erst nach seiner Pensionierung gelang es Enderle, seine Recherchen abzuschließen und loszulegen.

„Mit Glück fand ich den passenden Verlag“ – der Anthea Verlag aus Berlin setzt einen Schwerpunkt auf osteuropäische Literatur. Die Geschichte des Romanhelden Matts beginnt hoffnungsvoll: „Fort möchte ich reisen/Weit, weit in die See./O meine Geliebte,/mit dir allein“ – mit diesen Zeilen Lenaus macht der 27-Jährige seinen Heiratsantrag und erntet ein Ja. Doch schon in der Nacht darauf wird er jäh von seiner Dorothea getrennt und gezwungen, in der Fremde etwas Neues aufzubauen.

Das Publikum, das zum Teil durch selbst Erlebtes der Geschichte gut folgen konnte, zeigte Betroffenheit und Mitgefühl. Der starke Überlebenswille von Matts und seinen Mitgefangenen berührte die Zuhörer offensichtlich. In Anlehnung an den Zeitpunkt der Romanhandlung servierte Ella Strahl Erbswurstsuppe, das Kultgericht aus den 50er Jahren. (pm)

Eine weitere Lesung findet am Sonntag, 19. März, um 18 Uhr im Literaturcafé, statt. Um Anmeldung unter Telefon 09081/2902122 wird gebeten, der Eintritt kostet drei Euro. Johann Enderles Buch „Durch den Steppensand des Lebens“ kostet 16,90 Euro. Es ist im Buchhandel, per Mail unter joh.enderle@gmx.de erhältlich. Infos auch unter www.johann-enderle.de.

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