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„Der Heinrich wollte Auto fahren ...“

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„Der Heinrich wollte Auto fahren ...“

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    Die ersten Automobilbesitzer in Mönchsdeggingen waren der Arzt Dr. Heinrich Bernhard und der fürstliche Domänenpächter Mathias Bschor. Dessen Enkel, Herbert Bschor, Steinbruchbesitzer in Ronheim, glaubt in dem Abgebildeten seinen Großvater zu erkennen.
    Die ersten Automobilbesitzer in Mönchsdeggingen waren der Arzt Dr. Heinrich Bernhard und der fürstliche Domänenpächter Mathias Bschor. Dessen Enkel, Herbert Bschor, Steinbruchbesitzer in Ronheim, glaubt in dem Abgebildeten seinen Großvater zu erkennen. Foto: Foto: privat

    Möttingen Über die ersten Automobile in Möttingen und Umgebung schreibt der 1923 in Möttingen geborene Dr. Gerhard Seiler: „Das Auto kam wohl am Anfang der Zwanziger Jahre in größerer Zahl ins Ries. Das erste Auto, das mein Vater besaß, war 1926 ein NAG (Nationale Automobil Gesellschaft, eine Abteilung der AEG in Berlin). Der Motor musste noch mit einer Handkurbel gestartet werden und die Beleuchtung bestand aus Karbid-Scheinwerfern.

    Die Führerscheinprüfung hatte er kurz vorher in Augsburg bei der Fahrschule Lippert gemacht. Das erste Auto, das mein Vater verkauft hat, ging an Richard Meyer in Lierheim, den Besitzer der Kunstmühle C. A. Meyer.

    In Möttingen hatten Autos Ziegeleibesitzer Hermann Greiner (einen „Wanderer“, Vorgänger der Auto Union), Viehkaufmann Fritz Förschner, ebenfalls einen „Wanderer“. In der Umgebung besaßen noch Autos Dr. Heinrich Bomhard, Arzt in Mönchsdeggingen, einen „Wanderer“, den er aber nicht selbst fuhr, er hatte einen Chauffeur; der fürstliche Domänenpächter Mathias Bschor in Mönchsdeggingen, der Brauereibesitzer Carl Scheible in Alerheim, der in den Dreißiger Jahren einen Opel-Kapitän hatte und der Arzt Dr. Jaudas in Harburg.

    Opel-Vertretung seit 1933

    1933 hat mein Vater die Opel-Vertretung übernommen und so langsam kam das Autogeschäft in Gang. Mein Vater hatte zu dieser Zeit einen Opel-„Laubfrosch“, zwei Sitze vorne und hinter der Fahrerkabine, schon im Freien, eine Klappe zum Aufmachen, wo auch noch eine Person Platz hatte. Möglicherweise hatte auch der eine oder andere größere Bauer, besonders wenn er auf einem abgelegenen Hof saß, ein Auto. Konkret kann ich da, trotz angestrengten Überlegens, keine Namen nennen. Gegen Ende der Dreißiger Jahre hatte auch Lehrer Heinrich Prügel von Appetshofen ein Auto, einen Opel.“

    Dazu etwas Lustiges, das nicht im Schreiben von Dr. Seiler steht: Der Auto fahrende Schulmeister – von 1930–1944 in Appetshofen – stand natürlich unter kritischer Beobachtung der Schulkinder. Noch heute kennen etliche seiner ehemaligen Schüler das Spottverslein auf ihn: „Der Heinrich wollte Auto fahren und hatte kein Benzin. Er setzt sich in den Kinderwagen, die Mina musst ihn ziehen. (Name seiner Frau).

    Der kleinste Opel kostete 1828 Mark

    „Opel hatte damals die Modelle Kadett, Olympia, Kapitän, Admiral. 1938 kostete der kleinste Opel (Kadett) 1828 Mark.

    Natürlich gab es auch noch andere Automarken, wie zum Beispiel Mercedes, aber die kamen höchstens mal zum Tanken und selten in die Werkstatt, sodass ich darüber nichts sagen kann.“ (gss)

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