Samstag, 18. November 2017

17. Juli 2017 12:06 Uhr

Einkaufen

Die Kartoffeln liefert der Nachbar

1000 Kunden nutzen pro Woche das Angebot im Megesheimer Dorfladen. Das ist vielfältig: Vier Bäckereien beliefern das Geschäft. RN-Serie (2) Von Christina Zuber

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Noch regionaler geht gar nicht: Die Kartoffeln im Dorfladen Megesheim kommen nicht nur aus der Region, sondern aus dem Ort selbst. Und zwar vom direkten Nachbarn. Richard Schneider hat seinen Hof auf dem angrenzenden Grundstück und liefert die Knollen quasi über den Zaun. 2,80 Euro kosten drei Kilo Megesheimer Kartoffeln im Säckchen.

Kartoffelbauer Schneider ist selbst Mitglied in der Dorfladen-Genossenschaft und kommt fast jeden Tag, um einzukaufen. „Hier bekomme ich alles, was ich brauche und warum sollte ich zur Konkurrenz gehen“, sagt der Landwirt. Ein bisschen Stolz schwingt mit, denn es ist ja auch „sein“ Laden, der Dorfladen in der Bugstraße. 204 Genossenschaftsanteile für je 260 Euro wurden ausgegeben, sagt Dorfladen-Vorstand Florian Lechner. Im September 2000 wurde der Laden eröffnet. Man hatte sich für einen Neubau direkt neben Kirche und Rathaus entschieden: unten der Dorfladen, oben Räume für den Faschingsverein. „Ganz viele Megesheimer sind mit dabei und fühlen sich mit dabei“, sagt Lechner. Auch wenn er als Vorstand immer wieder appelliert, dass mehr und öfter im Dorfladen eingekauft wird, ist er grundsätzlich zufrieden: „Der Laden ist im Dorf verankert.“ 50000 Kunden pro Jahr kommen, das sind über 1000 pro Woche.

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Das Angebot im Dorfladen muss den Vergleich mit den großen Märkten in Oettingen und Wemding nicht scheuen. Das Obst- und Gemüsesortiment ist zwar überschaubar, aber für den täglichen Bedarf ausreichend. Bananen, Kiwis, Nektarinen kommen zweimal in der Woche mit der großen REWE-Lieferung, Äpfel gibt es fast das ganze Jahr aus Polsingen. Jeden Tag liefert die Oettinger Metzgerei Dehm frische Waren. Am Donnerstag gibt es warmen Leberkäs. Das nutzen viele Megesheimer als Mittagessen, sagt Lechner. Bedient werden die Kunden von Adelheid Dürr. „Die Arbeit hier macht sehr viel Spaß“, sagt sie mit breitem Lächeln und fränkischem Dialekt. Wenn es schnell gehen soll, empfiehlt sie Bratwürste für 9,90 Euro pro Kilo oder die fertigen Gyros-Spieße (13,80 Euro pro Kilo). „Einfach ein bisschen Sahne drüber, dann hat man auch gleich eine Soße“, empfiehlt sie – Rezeptvorschläge gibt es gratis. Die Verkäuferinnen sind mit Herzblut bei der Sache.

An der Bäckertheke können die Kunden gleich von vier Lieferanten auswählen: die Waren kommen von zwei Oettinger Bäckereien und vom Kreuzhof. Außerdem gibt es Solnhofener Klosterbrot. Auf 200 Quadratmetern gibt es in dem hohen, hellen Raum ein großes Kühlregal mit Milch- und Fertigprodukten, Tiefkühlprodukte, eine Getränkemarkt-Ecke inklusive gekühlter Getränke, außerdem Kosmetik, Putzmittel, Tierfutter, Süßigkeiten, Konserven, Gewürze, Alkohol und Zigaretten. In einem kleinen Regal werden Mitbringsel angeboten: eine schöne Tasse oder eine Flasche Sekt, in Folie eingepackt und mit Schleife verziert. Vielleicht wird in Megesheim mehr und öfters gefeiert als anderswo. Jedenfalls ist der Dorfladen für alle Eventualitäten gerüstet: Grillkohle, Muffinformen, Luftschlangen und Wunderkerzen gibt es im Sortiment.

Die regionalen Produkte werden im Dorfladen Megesheim gut hervorgehoben. Im Kühlregal liegen Eierspätzle aus Grosselfingen zwischen den Waren aus dem REWE-Sortiment, ein leuchtend orangefarbenes Schild weist darauf hin. Müsli und Mehl kommen aus Laub, Eier aus Munningen, Honig aus Megesheim – auch hier auffällige Schilder als Hinweis.

Monika Heckl ist eine von zehn bis zwölf 450-Euro-Kräften, die im Laden als Verkäuferinnen und Kassiererinnen arbeiten. „Gerade ältere Kunden schätzen den persönlichen Kontakt und einen übersichtlichen Laden“, sagt sie aus ihrer Erfahrung. Viele Kunden kommen aus Steinhart und Laub, einige mit dem Fahrrad. Auch aus Schwörsheim, Ursheim und Trendel kommen viele Einkäufer. Sabine Lechner aus Megesheim hat Wurst und Kaffeefilter im Korb. „Es ist gut, wenn es im Dorf eine Einkaufsmöglichkeit gibt“, meint sie. Gabi Walter kauft Reis und Gemüse ein fürs Mittagessen. Die Megesheimerin schickt auch gerne ihre beiden Kinder allein in den Dorfladen, „zum Beispiel zum Schulhefte kaufen“. Julia Hubel, gebürtige Megesheimerin, ist mit Emil und der kleinen Viola beim Einkaufen. Auch wenn sie jetzt in Hainsfarth wohnt, kommt sie gern in die alte Heimat.

Maria Meyr schiebt ihren Rollator durch den Dorfladen, verpackt einen Kopfsalat und hängt die Tüte an den Rollator-Griff. Die 81-Jährige hat zwar Unterstützung von der Familie, genießt aber die Unabhängigkeit und geht allein zum Einkaufen. Nach dem Zeitungslesen gehört für sie ein Spaziergang zum Dorfladen zum Vormittagsritual.

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