Montag, 27. Februar 2017

02. August 2010 07:56 Uhr

Ein Ruf wie Donnerhall

Auhausen Erotische Liebe in spirituellen Schriften: Das Hohelied des König Salomo hat nicht nur stets Bibelexegeten beschäftigt, sondern auch Kirchenkomponisten. Im Rahmen des Festivals "Fränkischer Sommer" beziehungsweise der Konzertreihe "Musica Ahuse" setzte sich nun das bekannte "Hilliard Ensemble" unter dem Motto "Hortus Conclusus" mit Hohelied-Vertonungen auseinander. Und die Klosterkirche zu Auhausen platzte angesichts des Fan-Ansturms auf das britische Kultquartett fast aus allen Nähten. Von Gustl Meilenhammer

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In der vollen Klosterkirche von Auhausen trat im Rahmen der Konzertreihe "Musica Ahuse das bekannte britische Quartett "Hilliard Ensemble" auf. Foto: Meilenhammer
Foto: Meilenhammer

Fingerspitzengefühl, Witz und Fantasie

David James (Countertenor), Steven Harrold und Rogers Covey-Crump (Tenöre) sowie der Bariton Gordon Jones haben bei Alte-Musik-Liebhabern wie bei Musica-Nova-Freunden einen Ruf wie Donnerhall. Sagt man "Hilliard Ensemble", meint man vokale Überpräzision, gepaart mit musikalischem Fingerspitzengefühl, Witz und Fantasie.

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Tugenden, die den vier distinguierten Herren von der Insel bis heute zu eigen sind, obwohl der strahlende Goldglanz der vier Stimmen streckenweise einem edlen, aber matteren Messington gewichen ist - das Alter verlangt auch von diesen "Wundersängern" seinen Tribut.

Gestalterisch macht dem "Hilliard Ensemble" freilich niemand etwas vor. Der thematische Bogenschlag mit verschiedenen "Inkarnationen" des Hoheliedes von Rodrigos des Ceballos (16. Jahrhundert) bis in die Gegenwart eines Ivan Moody (Jahrgang 1964) gelingt dem Herrenvierer erstaunlich bruchlos und sehr selbstverständlich.

Der virtuelle Klebstoff ist die vokale Macht, die hier immer noch entfesselt werden kann: Das "Hilliard Ensemble" klingt bei Bedarf so tragend und sonor, wie ein gut besetzter Kammerchor, kann sich aber genau so gut zu einem gazeschleierfeinen Pianissimo zurücknehmen, wenn der Inhalt des Gesungenen dies gebietet.

Die einzige zeitgenössische Komposition - Ivan Moodys "Canticum canticorum I" - fügt sich in die bei aller Schlichtheit der Polyphonie doch opulenten und oft sehr heiteren Hohelied-Vertonungen ein. Eine Hymne, die hinsichtlich ihrer harmonischen Verschrägungen und rhythmischen Zuspitzungen im Vergleich zu manchem Renaissancestück ziemlich konventionell daher kommt.

Fleischliche Liebe

Höhepunkt sind deutschsprachige Hohelied-Adaptionen aus der Feder von Leonhard Lechner (um 1553 bis 1606): Keine Frage, dass es hier um körperliche Anziehung, um die ganz "fleischliche" Liebe zwischen zwei Menschen geht. Das "Hilliard Ensemble" bewältigt den hoch emotionalen frühbarocken Stoff mit Verve, betonter Opulenz und leisem Augenzwinkern - im Wissen, dass solche Themen im kirchlichen Kontext lange Zeit sehr schwer vermittelbar waren. Textausdeutung und Transparenz des Stimmgeflechts wirken modellhaft und studiogleich fehlerfrei. Die ergrauten Sängerlöwen zeigen, dass ihre Krallen noch scharf sind.

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