Donnerstag, 18. Januar 2018

22. Juni 2016 19:30 Uhr

Kriminalität

Ein Sattelzug für mehr Sicherheit

Die meisten Einbrecher sind Gelegenheitstäter. Einige einfache Tipps können dabei helfen, sich vor ihnen zu schützen. Auch der Staat hilft mit

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Die Experten der Polizei informierten Passanten über Möglichkeiten zum Schutz vor Einbrechern. Auf dem Nördlinger Marktplatz stand ein rund 17 Meter langer Sattelzug als mobiler Ausstellungsraum.
Foto: Franziska Wolfinger

Von Franziska Wolfinger

Nördlingen Es braucht oft nur ein paar Handgriffe und 15 bis 20 Sekunden Zeit – schon hat ein geübter Einbrecher das Fenster geöffnet und sich Zugang ins Haus oder die Wohnung verschafft. Viele Menschen fürchten besonders den finanziellen Schaden aus solchen Einbrüchen. Unterschätzt werden dabei oft die psychischen Folgen, die für die Betroffenen entstehen, wenn ein Fremder unbemerkt in die eigene Wohnung eindringen konnte.

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Um es den Dieben schwerer zu machen, war am Mittwoch ein rund 17 Meter langer und etwa 25 Tonnen schwerer Sattelzug des Landeskriminalamts Baden-Württemberg auf dem Nördlinger Marktplatz stationiert. In dem Truck wurde aktuelle Sicherheitstechnik vorgestellt. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sein Haus oder seine Wohnung gegen Einbrüche zu sichern, zum Beispiel Verriegelungsvorrichtungen für Fenster und Türen oder stabile Gitter. Im Truck sind diese als Modelle aufgebaut.

In rund 80 Prozent der Fälle steigt der Dieb über ein Fenster oder die Terrassentür ein. Mit aufschraubbaren Nachrüstsicherungen oder durch den Austausch der Fensterbeschläge kann das Aufhebeln des Fensters oder der Tür deutlich erschwert werden. Abschließbare Griffe verhindern, dass der Einbrecher durch eine eingeschlagene Scheibe das Fenster öffnen kann.

Wer sich entscheidet, nachzurüsten, kann sogar staatliche Fördergelder für die Einbaumaßnahmen beantragen. Außerdem sollte er darauf achten, Produkte von seriösen Herstellern einbauen zu lassen. „Leider gibt es viele schwarze Schafe auf dem Markt, die aus der Angst der Leute Profit schlagen, ohne zu wissen, was tatsächlich Realität ist aus polizeilicher Sicht“, sagt Kriminalhauptkommissarin Andrea Grimminger von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Dillingen. Neben den technischen Möglichkeiten gilt es aber noch weitere Dinge zu beachten. „Sechs goldene Verhaltensregeln“ nennt die Polizei diese.

Die Haustür sollte immer, auch bei kurzer Abwesenheit, abgesperrt werden. Ebenso sollten Fenster, Balkon- oder Terrassentüren geschlossen und nicht nur gekippt werden. Schlüssel, die draußen versteckt sind, zum Beispiel unter der Fußmatte oder im Blumentopf, werden auch von Einbrechern gefunden. Sollte der Schlüssel verloren gehen, muss der Schließzylinder an der betreffenden Tür ausgetauscht werden. Wichtig ist auch, auf Fremde in der Nachbarschaft zu achten. Grimminger appelliert an die Bevölkerung, keine Scheu davor zu haben, in solchen Fällen die Polizei zu rufen.

Wer in den Urlaub fährt oder aus geschäftlichen Gründen nicht zu Hause ist, sollte keine Hinweise auf seine Abwesenheit geben. Dazu gehören so klassische Maßnahmen wie Rollläden nicht schließen oder die Zeitung vorübergehend abzubestellen. Auch Urlaubsfotos sollten erst von zu Hause aus in den sozialen Netzwerken gepostet werden.

Seit Ende 2015 gibt es eine Kooperation zwischen Bayern und Baden-Württemberg, um gemeinsam gegen Wohnungseinbrüche vorzugehen. „Unsere Täter machen an der Grenze nicht Halt – und wir natürlich auch nicht“, sagt Grimminger. Zusammen mit Thomas Wurster vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg und drei technischen Beratern war sie vor Ort, um die Besucher am Truck zu informieren.

Viele der Besucher hatten in ihrem persönlichen Umfeld schon mit Einbruch zu tun. Entweder wurde in der Nachbarschaft oder bei Familienangehörigen eingebrochen. Polizeihauptkommissar Andreas Schmaus vom Polizeipräsidium Augsburg hat aber erfreuliche Zahlen für den Landkreis Donau-Ries dabei. Laut Landeskriminalstatistik ist die Zahl der Einbrüche dort im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent zurückgegangen. Bislang zeichnet sich auch für dieses Jahr ein Rückgang der Einbrüche im Regierungsbezirk Schwaben ab.

Als Gründe nennt Schmaus die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Baden-Württemberg, verstärkte Strafverfolgung und auch die Aufklärung der Bevölkerung über Präventionsmaßnahmen.

Weitere Informationen unter www.polizei-beratung.de

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Ein Artikel von
Franziska Wolfinger

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