Mittwoch, 22. November 2017

14. November 2017 11:55 Uhr

Freizeit

Gibt es bald einen Kletterwald auf der Marienhöhe?

Oberbürgermeister Hermann Faul spricht von einer „tollen Geschichte“. Johannes Ruf, der Vorsitzende des Rieser Naturschutzvereins, ist gegen dieses Projekt.

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Helmut Wackenhut möchte auf der Nördlinger Marienhöhe einen Kletterwald eröffnen. Oberbürgermeister Hermann Faul unterstützt das Projekt. Der Vorsitzende des Rieser Naturschutzvereins, Johannes Ruf, meint, die Marienhöhe sei dann nicht mehr, was sie einmal war: ein Naherholungsgebiet.
Foto: Heidi Källner

Raus aus der Wohnung, rauf auf die Marienhöhe: Das Nördlinger Naherholungsgebiet ist beliebt. Bereits 1834 wurde dort mit den Anpflanzungen begonnen, heute kann man auf den schmalen Wegen zwischen den Bäumen bei einem Spaziergang den Alltag hinter sich lassen. Genau diesen Bäumen könnte künftig eine neue Rolle zukommen: Wie die Rieser Nachrichten erfahren haben, könnte auf der Marienhöhe ein Kletterwald entstehen.

Solch ein Projekt hat Helmut Wackenhut bereits in Plochingen verwirklicht. Wie dieser Kletterwald aussieht, zeigen die Bilder auf seiner Homepage: Zwischen den Bäumen wurden Seile gespannt. Daran hängen beispielsweise große Reifen, einzelne Bretter oder Seilschlaufen. Die Besucher müssen von Baum zu Baum gelangen, sie sind mit einem Klettergurt gesichert und tragen einen Helm. Genau solch einen Kletterwald würde Wackenhut gerne in Nördlingen verwirklichen – und dafür die bestehenden Bäume auf der Marienhöhe nutzen. Er betont: „Nichts wird direkt an den Baum geschraubt, alles nur geklemmt.“

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Im Stadtrat war das Projekt bereits Thema, allerdings hinter verschlossenen Türen in einer nicht-öffentlichen Sitzung. Oberbürgermeister Hermann Faul sagte gestern, der Kletterwald könnte bei der Pumpstation beziehungsweise beim Sendemast auf der Marienhöhe entstehen. Eine Art Hütte müsste gebaut werden, um beispielsweise die Ausrüstung der Teilnehmer unterzubringen, zudem brauche der Betreiber Strom, Wasser und Abwasser, unter anderem für Toiletten. Parken könnten die Besucher am Freibad, den Rest des Weges müssten sie laufen. Die Marienhöhe sei ein Naherholungsgebiet, da passe die sportliche Betätigung dazu, meint Faul: „Das ist eine tolle Geschichte.“ Der Oberbürgermeister verspricht sich vom Projekt eine neue Attraktion für Nördlingen, Schulklassen und Vereine könnten diesen Kletterwald nutzen, genauso wie die Gäste des JUFA. Das Gelände würde nach wie vor der Stadt gehören, Wackenhut wäre der Investor und Betreiber. Derzeit werde aber noch geprüft, ob die Bäume der Belastung eines Kletterwaldes Stand halten. Und der Vertrag müsse auch noch ausgearbeitet werden.

Ganz und gar nicht begeistert von einem Kletterwald auf der Marienhöhe ist Johannes Ruf, Vorsitzender des Rieser Naturschutzvereins: „Die Marienhöhe wird nicht mehr das sein, was sie mal war.“ Schließlich sei sie das Naherholungsgebiet für die Nördlinger Bürger – und das wolle man jetzt für den Tourismus opfern? Ruf hat erfahren, dass Betreiber Wackenhut mit rund 10000 Gästen pro Jahr rechnet. Und da sei es mit der Ruhe auf der Marienhöhe vorbei. Zudem brauche man dann zusätzliche Wege, eine Kanalerschließung. Gegen einen Kletterwald in Nördlingen hat Ruf grundsätzlich nichts. Er schlägt die Alte Bürg als Standort vor: „Da würde auch der Gastronomiebetrieb davon profitieren.“ Faul jedoch winkt ab: Die Entfernung von der Stadt zur Alten Bürg sei zu groß, keine Anbindung vorhanden. Und Wackenhut wolle den Kletterwald dort auch nicht verwirklichen.

Die Marienhöhe ist nicht nur ein Naherholungsgebiet, dort ist auch ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Laut Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel wurde deshalb auch schon die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt eingebunden. Dort habe man signalisiert, dass ein Kletterwald durchaus vorstellbar sei. Auf Anfrage der Rieser Nachrichten hieß es gestern vonseiten des Landratsamtes, es liege noch keine Planung vor. „Es wurde lediglich eine Voranfrage zu dieser Idee gestellt. Erst wenn die Stadt Nördlingen eine detaillierte Planung einreicht, wird das Landratsamt die naturschutzrechtlichen Belange prüfen“, so Gabriele Hoidn, Sprecherin des Landratsamtes.

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Ein Artikel von
Martina Bachmann

Rieser Nachrichten
Ressort: Lokalnachrichten Nördlingen

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