Freitag, 23. Februar 2018

26. Januar 2018 05:00 Uhr

Bürgerversammlung

Hainsfarther haben die Nase voll

Zum einen macht der Gestank der Kanalisation in der Mühlstraße Bürger wütend. Weil der Bürgermeister den Gemeinderat belogen haben soll, gibt es ebenfalls Stunk.

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Anders als in den Vorjahren sind zur Bürgerversammlung in die Mehrzweckhalle nach Hainsfarth viele Bürger gekommen. Fast bis 23 Uhr wurde hitzig diskutiert: über den Abwassergestank in der Mühlstraße, den Entschluss, die Mikwe zuzuschütten, und das geplante Gewerbegebiet. Wegen einiger anderer Punkte gab es ebenfalls viel Gesprächsbedarf.
Foto: Verena Mörzl

Hainsfarth Fäulegeruch zum Frühstück verdirbt nicht nur den Appetit, sondern auch den Start in den Tag. In der Mühlstraße lebende Hainsfarther müssen üblen Gestank aus der Kanalisation nun schon seit Monaten ertragen. Nicht nur draußen auf der Straße, sondern auch im Haus. Das verdirbt nicht nur den Appetit, sondern die Freude am zu Hause sein, das Leben. „Es stinkt zum Himmel“ trifft es offenbar recht gut, wie es Bürgermeister Franz Bodenmüller bei der Bürgerversammlung in Hainsfarth am Mittwochabend formuliert hat. Um das Geruchsproblem zu beseitigen, habe die Gemeinde mit Ingenieuren gesprochen und den Kanal gereinigt. „Keine merklichen Verbesserungen“, sagte Bodenmüller weiter. Eine weitere Person werde sich nun darum kümmern. Die Ursache seien offenbar „aggressive Bakterien“, die sich in den Senkungen der Rohre anstauen würden. Eine erste Vermutung, dass Klärschlamm für den Gestank verantwortlich sein könnte, sei falsch gewesen. Bodenmüller kündigte für Februar ein Messprogramm in der Mühlstraße an, bei dem die Gemeinde auf die Hilfe der Anwohner angewiesen sein wird. Auf einem Formblatt sollen die Bürger aufschreiben, wie schlimm der Geruch ist und welche Feststellungen sie machen. Es gäbe noch zwei weitere Möglichkeiten, wie man die Bakterien im Rohr loswerde: Zum einen mit Chemie, was man aber eigentlich vermeiden wollte, so Bodenmüller. Zum anderen mit einem sogenannten Molch, der in der Rohrreinigung üblich sei. Bodenmüller erklärt, dass dieser wie ein Pfeifenputzer funktioniere. Der Molch werde mit Druckluft durch das Rohr geschossen, um die Ablagerungen zu entfernen.

Einige Anlieger der Mühlstraße waren merklich aufgebracht über den miefenden Dauerzustand. „Die Wohnqualität wird schlechter“, hieß es. Ein Bewohner forderte die Gemeinde auf, schnell zu handeln und sich besser zu informieren, denn der Schwefelwasserstoff würde zu Kopf- und Bauchschmerzen führen. „Wir wollen, dass der Gestank aufhört“, sagte er. Ein weiterer hinterfragte die Planung der beauftragten Firma: „Da muss doch die Gemeinde nachhaken. Es kann doch nicht sein, dass der Bürger das dann über die Beiträge ausbügelt.“ Zweiter Bürgermeister Klaus Engelhardt entgegnete, dass die Angelegenheit „wirklich ernst“ genommen werde.

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Zum Eklat kam es aber erst nach der hitzigen Diskussion um den Gestank in der Mühlstraße. Ein Bürger hakte nach und wollte wissen, wer „befohlen hat, dass die Mikwe zugeschüttet“ wurde. Bürgermeister Bodenmüller erklärte, dass das Landesamt für Denkmalpflege diesen Weg empfohlen habe. Es habe zwar den Vorschlag des Kreisheimatpflegers gegeben, dass das jüdische Ritualbad mit einer Plexiglasscheibe abgedeckt werden könnte, um zu sehen, was sich im Inneren befinde. Allerdings, sagte Bodenmüller, wäre die Scheibe womöglich nach bereits einem Jahr von innen mit Moos zugewachsen. Es sei zudem der Wunsch des Gemeinderats gewesen, die Mikwe wieder zu verfüllen. Bodenmüller sprach noch zwei, drei Sätze mehr, bis plötzlich Gemeinderat Gerhard Engelhardt aufstand und im Namen des Gremiums sagte, dass der Gemeinderat damals seinen Segen nur dann geben wollte, wenn der Freundeskreis der Synagoge mit der Verfüllung einverstanden sei. „Du hast ’Ja’ gesagt, es sei okay, dass sie verfüllt wird, aber das war nicht der Fall. Da hast du uns angelogen“, sagte Engelhardt an Bodenmüller gewandt. Es kehrte Ruhe in der Mehrzweckhalle ein, bis der Gemeinderat weiter sprach: „Aber nach dieser Absprache ist abgestimmt geworden.“ Auch Hainsfarths Zweiter Bürgermeister schaltete sich ein. Klaus Engelhardt sagte, dass der Gemeinderat immer bestrebt gewesen sei, ein gutes Verhältnis zu den örtlichen Vereinen zu pflegen, auch zum Freundeskreis der Synagoge. „Wir haben dem Freundeskreis zugesichert, sie mit ins Boot zu holen, die hätten auch Vorschläge miterarbeitet“, sagte der Zweite Bürgermeister. „Wir haben wirklich andere Probleme und man hätte nur reden müssen, aber das ist nicht passiert.“ Bürgermeister Bodenmüller entgegnete, dass dies harte Worte seien. Und dass er nach wie vor mit dem Freundeskreis sprechen wolle.

Ein weiterer Artikel, der folgt. Thematisiert werden dann Statistisches, Finanzen und Projekte.

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Verena Mörzl

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