Donnerstag, 23. März 2017

01. November 2016 08:03 Uhr

Naturschutz

Jagdverband: Artgerechten Lebensraum für Wildtiere schaffen

Getreide und Blumen bis an den Straßenrand sowie gigantische Landmaschinen bedrohen das heimische Wild. Die bayerischen Jäger fordern ein Umdenken.

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Der Jagdverband will den Lebensraum von Wildtieren besser schützen. (Symbolbild)
Foto: Deutsche Wildtierstiftung (dpa)

Mehr artgerechten Lebensraum für Wildtiere hat der bayerische Jagdverband (BJV) gefordert. Die hochindustrielle Landwirtschaft und dicht besiedelte Gebiete zerstörten immer mehr den Lebensraum der Wildtiere, sagte Verbandspräsident Jürgen Vocke zum Hubertustag.

Der Heilige Hubertus ist der Schutzpatron der Jäger. Er steht im Mittelpunkt zahlreicher Messen und Feiern rund um den 3. November. Die Begegnung mit einem weißen Hirsch, der ein Kreuz zwischen den Geweihstangen trug, brachte den einst zügellosen adeligen Jäger Hubertus zur Vernunft. Heute steht der Heilige Sankt Hubertus, der im Jahre 705 Bischof von Lüttich wurde, für die waidgerechte Jagd, bei der es nicht allein um Abschuss und Beute geht, sondern um den Respekt vor der Schöpfung und das Verantwortungsbewusstsein für Natur und Tierwelt. 

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Landmaschinen bedrohen Rehe und Hasen

Aus diesem Gedanken heraus kritisierte Vocke, dass Blumen und Getreide auf den Feldern zunehmend bis an die Straßen gepflanzt werden. Denn: «Für Wildtiere attraktive Straßenränder sind tödlich für Rehe und Hasen», betonte Vocke. Auch die riesigen Agrarmaschinen bereiten dem obersten Jäger Bayerns Sorge. «Rehkitze und Hasen lernen, sich bei Gefahr zu ducken. Sie hoffen, so nicht gesehen zu werden, und werden dann von den Maschinen erwischt.» In Bayern habe es etwa bei Hasen und Fasanen dramatische Einbrüche gegeben. «Es wäre gut, wenn in die Maschinen Warnsysteme eingebaut würden», sagte Vocke.

Auch in den Bergwälder geht der Wildbestand laut BJV zurück. «Seit etwa zehn Jahren lautet das Motto: Wald vor Wild. Dabei wollen die Touristen nicht nur Bäume sehen, sondern auch Tiere in freier Wildbahn», ist Vocke überzeugt.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) hatte Ende Oktober ein Forschungsvorhaben gestartet, das die Bejagung von Rehen, Hirschen und Gämsen in den bayerischen Bergwäldern optimieren soll. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll dazu beitragen, den Bergwald mit seinen vielfältigen Schutzfunktionen dauerhaft auch als Lebensraum für das Wild zu erhalten. «Wir brauchen gleichermaßen intakte Bergwälder und gesunde, artenreiche Wildbestände», sagte Brunner. Weil aber zu viel Wild die Verjüngung der Wälder gefährde, seien passgenaue und effiziente Bejagungskonzepte notwendig. Der Minister erwartet sich davon auch eine Versachlichung der Diskussionen über zu hohe oder zu niedrige Abschusszahlen. dpa, lby

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Lüttich | Helmut Brunner | CSU

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