Mittwoch, 23. April 2014

11. Februar 2013 11:21 Uhr

Niederlande

Prinz Friso liegt seit knapp einem Jahr im Koma

Nach dem tragischen Lawinenunglück im österreichischen Lech vor einem Jahr liegt der zweitälteste Sohn von Königin Beatrix (75) mit schweren Hirnverletzungen weiterhin im Koma.

i

Prinz Friso liegt seit knapp einem Jahr im Koma: Die Hoffnung auf eine Genesung des niederländischen Prinzen Friso (44) schwindet zusehends: Das ist vermutlich auch ein Grund, weshalb Königin Beatrix ihren Thron nach 33 Jahren im April abgeben wird. Der Tag, der das ganze Land erschütterte, jährt sich am Sonntag (17.2.) zum ersten Mal. Die Familie reist dennoch auch dieses Jahr wieder nach Lech.

Prinz Friso von Lawine erfasst

Prinz Friso war mit einem Freund abseits der Piste unterwegs, als sich ein Schneebrett löste und beide Skifahrer erfasste. Während sich der Begleiter dank besserer Ausrüstung retten konnte, wurde Friso verschüttet. 20 Minuten lag er 40 Zentimeter unter dem Schnee begraben, bevor er geborgen und wiederbelebt werden konnte. Zu spät: Friso erlitt wegen des langen Sauerstoffmangels und eines Herzstillstands schwere Hirnschäden und liegt seitdem im Koma.

ANZEIGE

Viele Niederländer sind davon überzeugt, dass dieses Unglück bei der Entscheidung von Königin Beatrix, am 30. April den Thron ihrem Sohn Willem-Alexander (45) zu übergeben, auch eine Rolle gespielt hat. Dass der Unfall die Königin sichtlich bewegt, zeigte sich zuletzt im Januar. Bei ihrem letzten Staatsbesuch in Brunei kamen der sonst so disziplinierten Monarchin plötzlich die Tränen.

Königin Beatrix kommen die Tränen

Sie hatte mit den Eltern eines siebenjährigen Mädchens gesprochen, das am Neujahrstag ertrunken war. "Diese Tragödie hat sie alle hier zutiefst getroffen", sagte Beatrix danach bei einem Empfang der niederländischen Gemeinschaft in dem Sultanat, und ihre Stimme brach. In so einem Moment müsse man zueinanderstehen. "Das ist unglaublich wertvoll."

 

Behandelt wird der Prinz in einer Spezialklinik in London, wo Friso als Manager tätig war. Fast jedes Wochenende besucht seine Mutter ihn. Auch seine Brüder, Kronprinz Willem-Alexander und Prinz Constantijn (43), stehen Frisos Frau, Prinzessin Mabel (44), und den beiden kleinen Töchtern bei.

"Ab und zu zeigt Prinz Friso Zeichen von sehr geringem Bewusstsein"

Große Hoffnung auf eine Genesung gibt es nicht. "Seit kurzem zeigt Prinz Friso ab und zu Zeichen von sehr geringem Bewusstsein", erklärte der Hof zuletzt im November. Um welche Zeichen es geht, wurde nicht mitgeteilt. Die Londoner Privatklinik im noblen Stadtteil St. Johns Wood schottet den prominenten Patienten, der schon seit Jahren in London lebte, streng ab. Nur der Hof berichtet sporadisch über den Gesundheitszustand: "Die Prognose bleibt sehr unsicher, und die behandelnden Ärzte sind noch immer sehr besorgt."

Bis auf diese kurzen Mitteilungen berichten auch die Medien kaum über das Unglück aus Rücksicht auf die Privatsphäre der königlichen Familie. Und dafür zeigt sich diese sehr dankbar: "Dies ist die schwerste Zeit meines Lebens", hatte Prinzessin Mabel noch im November mitteilen lassen. "Meine Liebe für Friso, die Unterstützung von Familie und Freunden sowie das große Mitgefühl von vielen geben mir Kraft in dieser schwierigen Zeit."

Königsfamilie besucht Lech

Genau ein Jahr nach dem Schicksalsschlag wird nun die gesamte Familie zum Ort des Geschehens zurückkehren. Seit 1959 verbringt die königliche Familie ihren Winterurlaub traditionell im Nobelskiort Lech - und sie hört auch nach dem Unfall nicht damit auf. Für den 18. Februar, einen Tag nach dem traurigen Jubiläum, ist ein Fototermin mit der Oranje-Familie in Lech geplant. Einzig Prinzessin Mabel werde "aus persönlichen Gründen" nicht teilnehmen, wie der Hof erklärte. (dpa, AZ)

Artikel kommentieren

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema