Donnerstag, 14. Dezember 2017

20. September 2012 07:22 Uhr

Sicherheit

Tödliche Unfälle: Experten warnen vor Kopfhörern

Viele Menschen tragen im Straßenverkehr Kopfhörer, um ihre Lieblingsmusik auch unterwegs genießen zu können. Die Folge: Immer mehr tödlich verunglückte Fußgänger.

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Große Kopfhörer liegen im Trend - auch im Straßenverkehr
Foto: DPA

Seit einigen Jahren sind Kopfhörer in knalligen Farben modern. Das Problem, man trägt sie nicht nur daheim, sondern auch im Straßenverkehr. Ob Kopfhörer oder Knopf im Ohr – immer mehr Jogger, Fußgänger, Rad-, ja sogar Autofahrer stöpseln sich damit von ihrer Umwelt regelrecht ab und bewegen sich wie schlafwandelnd über Straßen und Bahnsteige.

Steigende Zahl tödlich verunglückter Fußgänger

Das kann brandgefährlich werden. Die Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger stieg zuletzt um 25 Prozent an. Verkehrsminister Peter Ramsauer führt dies vor allem auf das Phänomen „Kopfhörer“ zurück. Inzwischen gibt es von der Polizeigewerkschaft (GdP) erste Rufe nach einem Verbot – zumindest für Radfahrer. „Sie müssen wie andere Fahrzeugführer auch jederzeit in der Lage sein, das Verkehrsgeschehen richtig wahrzunehmen“, sagt deren Vorsitzender Bernhard Witthaut, in Auto-Bild. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer spricht zwar auch von einem „gefährlichen Trend“, hält aber Verbote für eine „Übermaßregelung“.

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In Österreich wurde in einer Umfrage festgestellt, dass jeder vierte Radler inzwischen mit Kopfhörer unterwegs ist. Ebenso wie Fußgänger begeben sie sich dadurch in eine „tödliche Gefahr“. Man dürfe sich beim Queren einer Straße nicht nur auf Lichtsignale verlassen, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit in Österreich. Überrascht wurde man von der fatalen Selbsteinschätzung der Musik-Hörer. Mehr als die Hälfte der Befragten stufte den Gebrauch von Kopfhörern als „ungefährlich“ ein.

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Schlagworte

Peter Ramsauer | Österreich

Ein Artikel von
Josef Karg

Augsburger Allgemeine
Ressort: Bayern und Welt


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