Dienstag, 23. Dezember 2014

18. Oktober 2013 18:00 Uhr

Winterreifen

Vorsicht vor Billig-Reifen: Darauf sollten Sie beim Internet-Kauf achten

Online-Plattformen bieten Reifen in allen Preiskategorien. Schnäppchenjäger sollten sich aber vorher gut informieren.

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Bei Glatteis, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte sind Winterreifen wichtig. Ansonsten kann die Kaskoversicherung teilweise ihren Schutz verlieren. Foto: Angelika Warmuth dpa

Viele Online-Plattformen bieten Reifen zum Schnäppchenpreis an. "Versandfertig zum Discountpreis" heißt es zum Beispiel auf der Homepage e-tyre. Doch wer sich auf einen Reifenkauf im Internet einlässt, sollte vorher gut recherchieren. Denn hier können auch Reifen aus China im Umlauf sein, die in Tests zuletzt mehrfach mit der Note "mangelhaft" abschnitten.

Autoreifen gehören laut dem Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) inzwischen zu den am häufigsten online bestellten Ersatzteilen.Sparfüchse sollen in den Online-Shops eine Ersparnis von 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Kauf im ansässigen Reifenhandel haben, wie Constantin Hack, Berater für Technik, Umwelt und Verkehr beim Auto Club Europa (ACE) berichtet.

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Die Plattformen sind alle ähnlich aufgebaut: Man wählt zwischen Sommer- oder Winterreifen, Reifengröße ist samt Load- und Geschwindigkeitsindex einzugeben.

Mit mangelhaft abgeschnitten

Nach ADAC-Erkenntnissen wurden in jüngster Vergangenheit 8,6 Prozent aller verkauften Reifen online gehandelt - über Internet-Anbieter wie Goodtires.de, Reifen.com, Reifendirekt.de oder Reifendiscount.de.

Im aktuellen ADAC-Winterreifen-Test haben zwei Modelle von Sailun und Interstate, die in China produziert wurden, die Note fünf bekommen. Doch nicht immer kommen Reifen, die schlecht abschneiden, aus China und anderen asiatischen Ländern - auch wenn BRV-Reifenexperte Hans-Jürgen Drechsler eine gewisse Häufigkeit von schlechten Testergebnissen bei diesen Herstellern feststellt.

Billigreifen aus China

In der Schweiz warnen Experten vor Billigreifen aus China. Hier ist sogar die Rede von Reifen, die wie Eier aussehen. Wortwörtlich dürfe man das allerdings nicht nehmen. Drechsler vermutet, dass damit die Gleichförmigkeitswerte gemeint sind. "Man muss wohl viel wuchten und matchen, bis die Reifen halbrund laufen", sagt er.

Wer einen Reifen online bestellen möchte, sollte in den Reifentests nach relevanten Kriterien suchen: Wie verhält sich der Reifen auf eisglatter Fahrbahn? Wie ist das Bremsverhalten bei Nässe? "Wenn man kein eigenes Wissen hat, läuft man relativ schnell Gefahr, den falschen Reifen zu kaufen", warnt Drechsler.

Tipp: Schnäppchen von Premiumherstellern

Der Experte sagt: "Ich würde immer skeptisch werden, wenn der angegebene Preis deutlich unter dem liegt, was allgemein angeboten wird." Bei Angeboten um die 30 Euro liege es nahe, dass es sich um einen Reifen mit geringer Qualität handelt. "Das heißt aber nicht, dass Premiumhersteller nicht auch Schnäppchen anbieten" - diesen Tipp hat Drechsler für alle Internet-Schnäppchenjäger parat. Ein Fachhändler vor Ort könne zudem immer eine Alternative zum Premiumprodukt nennen.

ADAC-Test: Vier Modelle mangelhaft

Im aktuellen ADAC-Winterreifentest fallen vier Modelle durch. Die Winterreifen sind als „mangelhaft“ bezeichnet worden, weil sie auf der nassen Fahrbahn Schwächen zeigen.

Der ADAC rät vom Kauf folgender Modelle ab: Kormoran Snowpro b2, Maragoni 4 Winter E+, Interstate Winter IWT-2 und Sailun Ice Blazer WSL-2. Die Hälfte der Modelle - Sailun und Interstate - wurde in China produziert. Kormoran stammt aus Serbien und Maragoni aus Italien. mit dpa

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