Samstag, 21. Oktober 2017

11. März 2017 00:34 Uhr

Alarm im deutschen Luftraum

Abfangjäger begleiten Passagierjet. Betreiber lassen alle AKW räumen

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Es waren genau 22  Minuten, die am Freitagvormittag quer durch Deutschland hinter den Kulissen die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt haben: Weil ein indischer Passagierjet ohne Funkkontakt um 10.27 Uhr in den deutschen Luftraum eingedrungen ist, wurden sicherheitshalber alle deutschen Atomkraftwerke bis auf kleine Notbesatzungen geräumt, wie ein RWE-Sprecher unserer Zeitung bestätigte. Auch in der Anlage in Gundremmingen wurde am Vormittag ein entsprechender Alarm ausgelöst. Von ihrer Basis in Neuburg an der Donau stiegen zuvor Abfangjäger der Eurofighter-Alarmrotte auf, um Sichtkontakt mit den Piloten der Indian-Air-Maschine aufzunehmen.

Die beiden Luftwaffen-Kampfjets flogen so nah an das Passagierflugzeug heran, bis sie aus dem Cockpit mit den indischen Piloten mithilfe international festgelegter Handzeichen Verbindung hatten.

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Nach Angaben der Luftwaffe war der Funkkontakt zu dem Flugzeug, das von Indien auf dem Weg nach London war, bereits über Ungarn abgebrochen. Bevor der Flieger bayerischen Luftraum erreichte, sei er bereits von tschechischen Abfangjägern begleitet worden. Über der Grenze übernahmen dann die rechtzeitig alarmierten beiden Neuburger Eurofighter die Eskorte und begleiteten den Flieger bis auf Höhe von Köln. Dort übergaben sie den Jet an belgische Kampfflugzeuge, wie ein Luftwaffen-Sprecher sagte.

Die Bundespolizei gab zuvor an die Länder und Kernkraftbetreiber einen sogenannten Voralarm aus. Auch an dem im Juni 2015 stillgelegten bayerischen Atomkraftwerk Grafenrheinfeld wurde „zentraler Alarm“ ausgelöst, bestätigte die Leitung. Das Personal habe geordnet das Kraftwerksgelände verlassen und außerhalb gewartet, bis Entwarnung gegeben wurde. (AZ)

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